Wettenberger Parlament will "Bussi" optimieren

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WETTENBERG - (jem). Das Angebot des "Bussi" ist aktuell nicht vernünftig. Dieser Meinung ist nicht nur CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Gerhard Noeske. "Man kann nicht dort einsteigen oder aussteigen, wo man will, weil es zu wenig Haltestellen gibt. Wenn man nicht gerade eine heimatkundliche Exkursion durch ganz Wettenberg machen will, dann nutzt man die Buslinie nicht", sagte er bei der vergangenen Gemeindevertretersitzung in Wettenberg.

Auch die anderen Fraktionen sind sich einig: Es muss sich etwas ändern.

Der "Bussi" ist bereits seit einiger Zeit Thema in der Gemeinde. Der Knackpunkt: Pro Tag werden durchschnittlich lediglich fünf bis sechs Personen befördert, wie Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) bereits im September mitteilte. Die Gemeinde mache mit dem Angebot ein jährliches Minus von rund 25 000 Euro.

Da der derzeitige Beförderungsvertrag im April auslaufe, hatte Brunner bereits damals darauf hingewiesen, dies als Ausgangspunkt zum Handeln zu nehmen.

Nun brachte die SPD das Thema erneut zur Sprache. Sie forderten den Gemeindevorstand auf, Optionen auszuloten, wie eine Alternative aussehen könnte - brachten unter anderem Umfragen, andere Fahrzeiten und On-Demand-Angebote ins Gespräch. Zudem wolle man Kontakt zu Biebertal aufnehmen, um die beiden Nachbarkommunen besser zu verbinden. Noeske brachte zudem die Idee ein, die Linie auch in Richtung Gießen auszubauen, um etwa eine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof einzurichten.

In Ausschuss verwiesen

"Um aber Bürger, Busanbieter, Landkreis und die Gemeinde ins Boot zu holen, müssen wir uns Zeit nehmen. Bis April werden wir es nicht schaffen", vermutete Noeske. Ob man das bisherige Angebot bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 beibehalten kann, will Brunner in den kommenden Wochen prüfen lassen. Matthias Schulz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, kritisierte indes, dass man sich beim Thema im Kreis drehe und man die Zukunft des "Bussi" schon lange im Ausschuss hätte besprechen können. Den Antrag der SPD sehe er deshalb als "unausgegoren", befürwortete jedoch den Verweis in den Infrastrukturausschuss - ebenso wie die restlichen Fraktionen.

Ebenfalls einstimmig wurde der interfraktionelle Antrag zur Verbesserung der Radwege angenommen. Nach der Sitzung im August hatte sich eine Arbeitsgruppe aus allen Fraktionen gebildet und erste Maßnahmen für die Gemeinde herausgearbeitet. So soll etwa ?auf dem Radweg zwischen Wißmar und Launsbach die Querung über die K 25 in Richtung des Ortes verlegt werden und eine Querungshilfe erhalten. Zudem sollen beim Radweg Krofdorf-Gleiberg die Gespräche mit Gießen und dem Landkreis fortgeführt werden, um eine Fahrradbrücke über die BAB 480 zu errichten. Der Radweg zwischen Krofdorf-Gleiberg und Heuchelheim entlang der L 3047 soll zudem auf zwei Meter ausgebaut werden und um das fehlende Teilstück ergänzt werden.

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