Wettenbergs Bürgermeister appelliert an Vernunft

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WETTENBERG - (jem). Es ist ein grundsätzliches Problem, das dieser Tage längst nicht nur in Wettenberg auftaucht: Gruppen von weit über zehn Personen treffen sich an öffentlichen Plätzen - ganz ohne Abstand, Mundschutz oder sonstigen Hygienemaßnahmen.

Dabei sind es längst nicht nur Jugendliche, die sich nicht an die aktuellen Corona-Regeln halten. "Ob auf Spielplätzen, der Skateboard-Anlage in Krofdorf-Gleiberg oder dem neuen Mehrgenerationenplatz in Wißmar; hier sieht man junge Menschen, aber auch Familien, die sich nicht an den Abstand halten, obwohl es eigentlich genügend Platz gibt", sagt Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner (SPD). Vermehrt sind nun auch die Polizei und das Ordnungsamt unterwegs, ermahnt die Personen, die sich zumeist einsichtig zeigen. "Doch zwei Stunden oder ein Tag später sieht man wieder eine Menge Leute. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Unser größtes Problem derzeit ist, dass einige nicht verstehen, dass es kein Spaß ist, sondern hochriskant und Menschen an Corona sterben."

Silvester-Pläne

In Wettenberg setzt man zudem auf die Anlieger, die jedes größere Treffen auf öffentlichen Plätzen melden sollen. Das habe nichts mit Denunziantentum zu tun. "Wir schaffen es nicht, mit den wenigen Kräften überall ständig vor Ort zu sein. Wenn uns die Anlieger aber darüber informieren, wo es sich konzentriert, hilft uns das weiter." Von Bußgeldbescheiden wird dabei derzeit noch abgesehen. Das kann sich aber ändern. Auch Spielplatz-Schließungen wie bereits im Frühjahr stehen wieder im Raum. Letzteres werde man aber erst auf Anweisungen vom Land oder Landkreis machen.

"Wir müssen weiter an die Vernunft der Menschen appellieren: Auf das Nichteinhalten von Regeln kann die Politik nur mit Verboten reagieren - und das will doch eigentlich niemand. Wir schneiden uns ins eigene Fleisch." Dass ein harter Lockdown die logische Folge sein wird, solange es immer noch die Unvernünftigen gibt, steht für Brunner deshalb außer Frage. "Es geht darum, Infektionsketten nachvollziehen zu können, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Aber solange sich Personen in großen Gruppen treffen, klappt das nicht." Unter den Bürgermeistern und in Gesprächen mit dem Landkreis und dem Polizeipräsidium Mittelhessen diskutiert man derzeit auch bereits, wie man mit Silvester umgehen wird. Klar ist: Plätze, die in den vergangenen Jahren als Treffpunkte beliebt waren, werden besonders im Auge behalten. Für Wettenberg gäbe es solche Orte jedoch nicht, wie Brunner sagt. Man werde aber genau auf die öffentlichen Plätze blicken.

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