Wie viel Kultur ist möglich in Wettenberg?

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WETTENBERG - (jem). Das Kulturangebot für 2021 wird in Wettenberg weiter geplant - wenn auch mit einigen Fragezeichen. "Ob die Golden Oldies in gewohnter Form stattfinden, kann niemand sagen. Wir planen dennoch erst einmal damit, wenn auch unter Vorbehalt", sagte Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) bei der vergangenen gemeinsamen Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses am Mittwochabend.

Deutlich optimistischer ist der Rathauschef beim Krämermarkt und dem Märchentag, die beide traditionell an Christi Himmelfahrt stattfinden. Weil das Gelände in Wißmar weitläufig sei und man Abstand wahren könne, sehe es mit der Umsetzung gut aus. Ganz anders ist die Lage beim Neujahrskonzert, das eigentlich für den 3. Januar geplant ist. Da müsse man mit einer Absage rechnen. Brunner merkte aber an, dass der Termin, ebenso wie die anderen ausgefallenen Termine aus der Reihe der Winterkonzerte, eventuell nachgeholt werden können - wenn es die Pandemie-Lage zulässt und die Musiker auch wollen.

Zudem schlagen die Freien Wähler für 2021 eine Sommerkonzert-Reihe für die Gemeinde Wettenberg nach dem "Busecker-Modell" vor. An einem Tag in der Woche könne man an jeweils wechselnden Plätzen in der Gemeinde heimische Musiker auftreten lassen. Nachdem Georg Schlierbach (FW) diese Idee bereits in der vergangenen Gemeindevertretersitzung einbrachte, nahm Brunner auch Gespräche mit dem Busecker Bürgermeister Dirk Haas auf. Von ihm könne man laut Schlierbach auch eine Liste von regionalen Musikern bekommen. "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, sondern würden uns dem gleichen Prinzip bedienen: Freier Eintritt, eine Dauer von zwei Stunden, eine kleine Aufwandsentschädigung für die Künstler und die Möglichkeit für sie, Spenden einzunehmen." Schlierbach betonte, dass das Angebot keine Konkurrenzveranstaltung zu anderen Veranstaltungen sein soll, sondern die Kulturtreibenden unterstützen und den Wettenbergern die Möglichkeit geben soll, wieder Kultur zu erleben. Die Verwaltung könne mit der Organisation und einem Hygienekonzept unterstützen.

Malwettbewerb

"Wir übernehmen uns", merkten jedoch einige Ausschussmitglieder an. Mit dem Kukuk und diversen Musikvereinen habe man - wenn es die Pandemie zulässt - mehr als genug Veranstaltungen für die Bürger. "Wir müssen unsere Vereine vor Ort unterstützen und animieren, Veranstaltungen zu machen. Auswärtige Künstler zu holen, halte ich nicht richtig", so Brunner. Er sprach sich dafür aus, die Vereine anzusprechen, ihre Meinung und Anregung zum Thema zu hören und erst dann zu handeln. Auch die Fraktionen kündigten an, noch einmal über die Idee zu diskutieren. Die Idee bleibt im Geschäftsgang.

Mehr Beteiligung wünschen sich die Mitglieder des Sozialausschusses auch bei der Mitgestaltung des Mehrgenerationenplatzes in Krofdorf-Gleiberg. Nach Launsbach im vergangenen und Wißmar in diesem Jahr, soll auch im größten Wettenberger Ortsteil ein Begegnungsplatz entstehen. Zwar laufen die Planungen für das bis knapp 400 000 Euro teure Projekt bereits und auch die Fördersumme von 112 500 Euro sei vorhanden, dennoch ermutigt Ausschussvorsitzender Ralf Volgmann (SPD) auch die Jüngsten zur Teilnahme an der Mitgestaltung. Dafür könne man etwa in den Kitas und den Grundschulen der Gemeinde Malwettbewerbe veranstalten. Hier könnten, so Volgmann, die Kinder kreativ aufmalen, was ihnen noch fehlt. Die Jury aus Mitgliedern des Sozialausschusses könnte dann Ideen aufnehmen und auch einen Gewinner - samt kleinen Preis - bestimmen. "Die Planungen laufen, aber es ist immer noch möglich, kleinere Veränderungen vorzunehmen", so Brunner auf die Frage, in welchem zeitlichen Rahmen dieser Wettbewerb stattfinden könne.

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