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»Wir ziehen in den Frieden«

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Hungen (red). Mit einer Kundgebung brachten die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium der Gesamtschule Hungen ihren Protest gegen den Krieg in der Ukraine und ihre Solidarität mit den dort lebenden Menschen zum Ausdruck.

»Wir ziehen in den Frieden«, so stand es auf einem der vielen Plakate zu lesen, die die Schülerinnen und Schüler während der knapp 45-minütigen Veranstaltung, zu der auch Erster Stadtrat Helmut Schmidt gekommen war, in die Höhe hielten.

Schulleiterin Alexandra Kuret gedachte der Menschen, die unter den Auswirkungen des Krieges leiden: Menschen in der Ukraine, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, und Menschen in Russland, die sich gegen das Regime Putins stellen und dafür große Risiken in Kauf nehmen.

Einige Mitglieder der Schulgemeinde hätten bereits Erfahrungen mit Krieg und Flucht gemacht und hier schließlich Zuflucht gefunden, so Kuret. »Es ist uns ein Anliegen, die Beziehungen zu anderen Menschen nach den Grundsätzen der Achtung und Toleranz zu gestalten, Konflikte vernünftig und friedlich zu lösen und anderen Menschen vorurteilsfrei zu begegnen. Das gilt im Kleinen, etwa bei Streitereien unter Schülerinnen und Schülern, genauso wie im Großen.«

Für die Schulgemeinde sprachen Pfarrer Marcus Kleinert, der die unterschiedlichen individuellen Reaktionsweisen auf den Krieg in den Fokus nahm, und Katrin Walz, die die Wichtigkeit von scheinbar wenig bedeutsamen Einzelaktionen, die zusammengenommen viel Gutes bewirken könnten, hervorhob. Seitens der Schüler sprachen Schulsprecher Christoph Bonarius sowie zwei Schülerinnen der Oberstufe, die ein Freiheitsgedicht verlasen.

Nach einer Schweigeminute stiegen schließlich viele Ballons in den ukrainischen Nationalfarben in den Himmel, die auf kleinen Karten Wünsche und Hoffnungen der Schülerinnen und Schüler mit sich trugen.

Musikalisch umrahmt wurde die Solidaritätskundgebung von Vanessa Stania und Robin Weber, die den Klassiker »Imagine« von John Lennon vortrugen.

Die Gesamtschule Hungen wird sich über diese Veranstaltung hinaus für die Menschen aus der Ukraine engagieren. So bietet die Schulsozialarbeit einen Raum der Stille an und steht für Gespräche bereit. Zum anderen organisieren Mitglieder der Schulleitung eine Sammelaktion für Menschen auf der Flucht, in der die zurzeit am dringendst benötigten Dinge des täglichen Bedarfs wie Hygieneartikel oder Babynahrung, aber auch Isomatten und Schlafsäcke zusammengetragen werden sollen.

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