Zentrallager in Buseck: Edeka darf wachsen

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BUSECK - (ebp). Ziemlich genau zehn Jahre ist es her, dass die Busecker Gemeindevertretung mit einem Aufstellungsbeschluss das Verfahren für die Erweiterung des Edeka-Zentrallagers in Großen-Buseck in Gang brachte. Aber erst jetzt ist klar: Edeka darf erweitern. Der Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung stimmte bei einer Enthaltung einem entsprechenden Antrag der Gemeinde zu.

Notwendig war das Votum, weil die Erweiterung eine Abweichung vom Regionalplan bedeutet. Der Antrag wurde unter mehreren Maßgaben beschlossen: Unter anderem sind im Rahmen des Bebauungsplans konkrete Ersatzflächen für die Umsiedlung der Zauneidechsen festzulegen und die bereits entwickelten neuen Habitatflächen für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling müssen weiterhin funktionsfähig bleiben.

Das Zentrallager wurde 1968 errichtet und bereits mehrfach umgebaut und erweitert. Bereits 2011 seien die Platzverhältnisse beengt gewesen. Nur knapp 25 Prozent der Artikel des Trockensortiments könnten in Großen-Buseck gelagert und umgeschlagen werden, heißt es in der Antragsbegründung. Die restlichen Artikel würden per Pendelverkehr aus Melsungen und Straußfurt kommen. Das tägliche Shuttle-Volumen entspreche 13 Lkw-Zügen beziehungsweise Aufliegern, die nach Buseck gefahren werden müssen.

Die derzeitige Lagerfläche beträgt 33 600 Quadratmeter. Für das Trockensortiment sind weitere 6000 Quadratmeter vorgesehen, für Leergut zusätzliche 4300 Quadratmeter. Nach der Erweiterung stünden dem Unternehmen dann rund 44 000 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung. Auch die vorhandene Hoffläche sei für einen geordneten Ablauf zu klein geworden. Rangierschäden und eine Gefährdung der Sicherheit des Personals seien die Folge. Mit der vorgesehenen Erweiterung könne der Flächenbedarf auch mittel- bis langfristig abgedeckt werden. Die Fläche, für die vom Regionalplan abgewichen werden muss, ist 8550 Quadratmeter groß. Ursprünglich hatte die Firma einen weitaus größeren Flächenbedarf - 35 000 Quadratmeter - für die Zentrallagererweiterung vorgesehen.

Bereits 2012 wurde ein Antrag auf Abweichung vom Regionalplan gestellt, der später jedoch ruhte. Der Bebauung standen naturschutzrechtliche Hürden im Weg, denn die geplante Erweiterungsfläche befindet sich in einem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet. Durch den Neubau des Frischelagers und die geplante Auslagerung der Pkw-Stellplätze konnte die benötigte Fläche deutlich reduziert werden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme lehnten die Landesverbände von BUND und Nabu das Vorhaben dennoch ab und verwiesen unter anderem auf das Niedermoor, das wertvollen Lebensraum darstelle. Auch innerhalb der Gemeinde Buseck seien "ausreichend Alternativflächen" für eine Erweiterung vorhanden. Edeka wolle jedoch "aus Kostengründen" im Plangebiet erweitern.

"Unersetzbares", wie das Niedermoor und der Auwald seien durch das Vorhaben nicht beeinträchtigt, sagte Antje te Molder, die für Siedlungsplanung zuständige Dezernentin des Regierungspräsidiums Gießen. Andere, weniger wertvolle Bereiche würden dagegen aufgewertet.

Man habe eine Lösung finden können, die aus Sicht einzelner vielleicht nicht das Optimale sei, sagte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU). Mit der nun vorgesehen "maßvollen Erweiterung" könne Edeka als Arbeitgeber vor Ort gehalten werden. "Das ist eine sinnvolle und gute Lösung", findet Ullrich. Derzeit arbeiten im Zentrallager rund 300 Menschen. Durch die Erweiterung könnten 60 neue Vollzeitstellen dazukommen.

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