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Einrichtungsleiter Hans-Hermann Rieck freut sich besonders über die Dachterrasse, die einen Blick ins Land bietet.

Devise: »Viel Raum für Privatsphäre«

Zimmer mit Aussicht

Nach Umbau und Modernisierung wurde die Seniorenresidenz Pohlheim nun an den Betreiber, die Argentum-Gruppe, übergeben.

Pohlheim (dge). Trotz des blumigen Namens, hatte die Seniorenresidenz »Herbstzeitlose« im Fortweg in Watzenborn-Steinberg in den vergangenen Jahren ein eher trostloses Dasein gefristet. Kurz gesagt: Das Gebäude stand seit 2014 leer. Zuletzt sollte dort 2015 ein Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet werden. Das Vorhaben wurde aber nie umgesetzt.

Das alles ist nun Schnee von gestern, in Kürze wird hier wieder eine Seniorenresidenz in Betrieb sein. Die Argentum-Gruppe ist Betreiber des Pflegeheims, Investor ist die Berliner Firma TSC Real Estate. Die Beteiligten schlossen einen Betreibervertrag über 25 Jahre, Eigentümer des Objekts ist ein in Luxemburg ansässiger Fonds.

Einzug im Februar

Geleitet wird die Seniorenresidenz von Hans-Hermann Rieck. Voraussichtlich im Februar sollen die ersten Bewohner einziehen, berichtete er im Gespräch mit dem Gießener Anzeiger. Da es einige Bauverzögerungen gegeben habe, hoffe man, zu diesem Zeitpunkt die ersten Bewohner begrüßen zu dürfen. Anmeldungen lägen bereits viele vor, »Die Warteliste wird von Tag zu Tag länger«, so Rieck.

Am 15. Dezember hat Argentum das Gebäude vom Bauträger, der TSC Real Estate mit Sitz in Berlin, übernommen. Jetzt werden Kisten ausgepackt, täglich kommen neue Möbellieferungen an und die Räume werden eingerichtet. »Ein Musterzimmer haben wir schon voll möbliert, alle anderen kommen jetzt dran.« Die hohe Nachfrage, die zu seinem Erstaunen auch von Bewohnern anderer Einrichtungen kämen, führt der 59-Jährige darauf zurück, dass man einen »etwas anderen Stil« fahre, vom Üblichen abweiche.

Allein das bauliche Konzept spricht laut Rieck schon dafür. »3000 Quadratmeter Wohnfläche für nur 76 Bewohner, teilweise sehr große Zimmer und Bäder, die für Rollstuhlfahrfer ausgerichtet sind.« Auch erspare der U-förmige Bau lange Wege. »Weg mit den langen Gängen« sei die Devise. Zudem lege man den Fokus auf kleine Wohnbereiche, und »ganz viel Rückzugsmöglichkeiten gerade auch im öffentlichen Bereich«. Rieck nennt ein Beispiel: Wenn man zuhause Besuch bekäme, würde man den schließlich auch nicht ins Schlafzimmer setzen wollen. Das gehöre zur absoluten Privatsphäre und genauso sei da auch in einem Seniorenheim. Daher gebe es etliche Treffmöglichkeiten außerhalb der Zimmer für Bewohner und Besucher. Auch so etwas wie den großen Speisesaal suche man in der Pohlheimer Einrichtung vergeblich. »Privatsphäre zu gewährleisten war uns wichtig.«

Besonders stolz ist Rieck auf die Dachterrasse: »Ein Ausblick, der ist unglaublich.« Der Bauträger habe die Einrichtungsleitung von anfang eingebunden. Als er auf den Plänen das vorgehene Flachdach gesehen habe, sei er mit dem Wunsch einer Dachterrasse an den Bauherrn herangetreten. »Das war überhaupt kein Problem. Das ist nicht selbstverständlich«, weiß er auch seiner langjährigen Erfahrung im Pflegebereich und als Einrichtungsleiter.

Man habe sich, so Rieck, auch Gedanken gemacht, wie man den Mitarbeitern den beruflichen Alltag erleichtern könne. Für die Dokumentation etwa habe jeder Pfleger, jede Pflegerin ein Tablet. Dort könnten die Daten direkt vor Ort, also beim Bewohner, erfasst werden. »Das erspart den Weg an den Schreibtisch, wo vielleicht schon ein Kollege mit der Dokumentation beschäftigt ist und man warten muss.«

Eines ist ihm angesichts der derzeitigen Pandemielage wichtig zu betonen: Es seien nur vollständig geimpfte MItarbeiter eingestellt worden. »Die Pflege anders gestalten, für die Menschen da sein - das ist unser Ansatz. Diese Einstellung sollen auch die Mitarbeiter mitbringen.«

Von TSC Real Estate gab es noch ein paar Eckdaten: »Die Einrichtung im Fortweg 3 befindet sich auf einem rund 3100 Quadratmeter großen Grundstück im Stadtteil Watzenborn-Steinberg. Sie beherbergt nunmehr 76 vollstationäre Pflegeplätze, davon 72 Einzelzimmer und zwei Doppelzimmer. Hinzu kommen offene Wohnbereiche in jedem der drei Stockwerke«, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Seniorenresidenz verfüge über hochmoderne technische Anlagen nach aktuellen energetischen Ansprüchen einschließlich einer E-Ladesäule, eine neu im Gebäude errichtete Großküche sowie über bodentiefe Fenster. Die einzelnen Zimmer seien zudem nach aktuellem Pflegestandard seniorengerecht ausgestattet, hell und offen gestaltet. Es gebe einen weitläufigen Garten mit Sitzplätzen und einen Friseur. In der Nähe der befänden sich zudem eine Postfiliale, ein Supermarkt sowie andere Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Nach Ausbau und Modernisierung ist die Seniorenresidenz nun fertiggestellt.

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