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Zu Kult-Songs in den Mai getanzt

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Mit ihren Kult-Songs brachte die Spider Murphy Gang bei der Hitnacht das Festzelt auf der Mockswiese zum Kochen. © Wißner

Tausende feiern am ersten Wiesn-Wochenende in Festzelt auf der Mockswiese in Pohlheim. Die Spider Murphy Gang und Sänger Mickie Krause sorgen am Samstag für ausgelassene Stimmung.

Pohlheim . Erst wurde Pohlheim in eine »Schickeria« verwandelt und danach umgehgend in einen »Skandal« verwickelt - und beides löste Begeisterungsstürme beim »Tanz in den Mai zugunsten der »Tour der Hoffnung« aus.

Kaum zu glauben, aber seit mittlerweile 45 Jahren steht die Spider Murphy Gang auf den Bühnen der Republik. Vor vier Jahrzehnten stieg die sechsköpfige Formation in den Chart-Olymp auf, landete mit eben jener »Schickeria« und vor allem mit ihrem »Skandal im Sperrbezirk« einen der Kult-Songs dieser Nation. Jeder kennt Rosi und ihre legendäre Nummer 32168 »mit Konjunktur die ganze Nacht«. Mit eineinhalb Tonnen Equipment war die Kultband, die Rock’n’Roll-Musik mit Texten in bayerischer Mundart verbindet, auf die Mockswiese gekommen, um eine Stunde lang zu Rock’n’Roll und Twist einzuladen.

Erlös geht an »Tour der Hoffnung«

Bassist und Frontsänger Günther Sigl ist das bekannteste Gesicht der sechs Jungs, die diesmal auf ihren Stamm-Gitarristen Barny Murphy verzichten mussten. Doch dafür war Ersatz mit dabei und die Gruppe lieferte genau das ab, was sich die über 3000 Besucher von ihr erhofft hatten. Vor allem mittlere und ältere Semester waren beim »Tanz in den Mai« mit dabei, dessen Erlös erneut der »Tour der Hoffnung« zufließt. Und wie es mit der Tour, die ebenso wie auch die Wiesn zwei Jahre nicht in gewohnter Weise stattfinden konnte, in diesem Jahr weiter geht, darüber informierten in einem Kurzauftritt im Interview mit Moderator Markus Pfeffer und Wiesn-Wirt Carsten Prill die Tour Schirmherrin Petra Behle sowie die Organisationsleiter Karsten Koch und Dr. Mathias Rinn.

Wie Behle berichtete, kamen in nunmehr 39 Jahren über 42 Millionen Euro für krebskranke Kinder zusammen. In diesem Jahr soll es wieder eine dreitägige Tour vom 11. bis 14. August mit Prolog in und um Gießen, sowie einem Tag von Frankfurt durch den Odenwald nach Pfungstadt und dann von Bad Hersfeld über Lauterbach und Schlitz nach Fulda geben.

Doch nicht nur für den guten Zweck, sondern vor allem auch für Stimmung und gute Laune sorgte das erste Wiesnwochenende (siehe Bilder auf Seite 32). Und weshalb strömen so viele Besucher auf die Mockswiese? Gerade nach zwei Absagen wegen Corona war nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den Künstlern die Begeisterung groß »endlich wieder unter Leuten, mit Freunden, zu feiern, sprechen, grölen und mitzusingen - und gut zu speisen und zu trinken«. Der Gießener Anzeiger hat sechs Besucher während der drei Starttage nach ihren Gründen für einen Wiesnbesuch befragt.

Klaus Wagner aus Großen-Linden holte bei der ersten Hitnacht seinen 65. Geburtstag unter dem Motto »Mit 66 Jahren…" nach. Corona hatte eine angemessene Party verhindert und so war die Freude nun umso größer, endlich mit Familie und Freunden feiern zu können. »Ich bin froh, dass das wieder stattfindet und man somit auch einmal Freunden und denjenigen Danke sagen kann, die hinter einem gestanden haben und durch diese schwierige Zeit geholfen haben«, erläuterte Wagner.

Voll des Lobes ist auch Markus Becker aus Solms-Oberndorf. »Endlich können wir wieder feiern. Das Wiesnfest ist einfach sensationell und so die Freude um so größer, endlich hier wieder gemeinsam feiern zu können. Das Fest ist in der Region einfach ein sensationelles Event, das man so mit Worten gar nicht beschreiben kann. Am besten hingehen und selbst erleben. Und darauf haben wir zwei Jahre warten müssen«, betonte ein begeisterter Wagner.

Als »Einheimischer« hat auch Gerhold Häuser aus Watzenborn-Steinberg »wie viele andere Leute auch darauf gewartet, dass so was wieder kommt«. Häuser war an den ersten beiden Tagen mit dabei und konnte auch dem großen Unterschied mit überwiegend jugendlichen Besuchern bei der Hitnacht und den etwas reiferen Semestern beim »Tanz in den Mai« positives abgewinnen, soll ein Volksfest doch auch ein Angebot an alle Generationen sein. »Und schön, dass diese endlich wieder stattfinden - das hat einfach gefehlt, auch die Begegnung mit Menschen überhaupt.«

Conny Rüb aus Dorf-Güll besuchte bereits den ersten »Tanz in den Mai« als das Wiesnfest startete und war seitdem mit einer Ausnahme stets dabei. »Endlich wieder Freunde zu treffen und in geselliger Runde zusammenzukommen, das ist es was gefehlt hat, aber leider hatten auch diesmal Freunde wegen Corona absagen müssen und konnten nicht mitkommen. Viele bekannte Gesichter, die man sonst hier getroffen hat haben diesmal gefehlt«, so Rüb, die unbedingt die Spider Murphy Gang hier einmal hören wollte.

»Zelt-Feeling wieder spüren«

Karin Schmidt aus Hüttenberg stand selbst schon mit ihren »Hüttenberger Maderln« in früheren Jahren auf der Wiesnfestbühne und weiß, was es heißt, lange Zeit nicht auftreten zu können. »Ich finde es gut, dass das Pohlheimer Wiesnfest wieder stattfindet. Das Gefühl wieder Melodien zu hören dieses Zelt-Feeling wieder zu spüren. Auf diese erste große Veranstaltung habe ich mich sehr gefreut. Wir haben alles gemacht was vorgegeben war, ich bin geimpft und genesen und dann will man auch wieder raus unter Menschen.« Obwohl sie Geri als Musiker sehr schätzt und auch schon lange Zeit kennt, hätte sie es besser gefunden, wenn am Maifeiertag zum Frühschoppen zünftige Blasmusik erklungen wäre.

Denise Drolsbach aus Linden freute sich riesig endlich wieder ihr Dirndl aus dem Kleiderschrank holen zu können. Beim Frühschoppen am gestrigen 1. Mai wollte sie mit Freunden schon mal erstes »Wiesnfeeling« aufnehmen. »Ich finde es megageil, dass es stattfindet und endlich wieder unter Menschen zu kommen. Einfach mal wieder Spaß zu haben. Und ganz besonders freue ich mich nächsten Freitag auf die Hitnacht und ganz besonders auf Mia Julia.« Fotos: Wißner

Weiterer Bericht und Bilder vom Fest auf Seite 32

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Klaus Wagner © Thomas Wißner
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Denise Drolsbach © Thomas Wißner

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