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Zu viele Herausforderungen

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Lars Rink im Kreise seiner F1A Mannschaft (v. l.): Lars Rink, Maria Tannert, Fabian Rumpp, Mannschaftsführer Michael Jäckel und Simon Pietzko. Foto: privat © privat

Ein Rechtenbacher Trio hat an der Junioren-WM der Segelflieger in Bulgarien teilgenommen.

Hüttenberg (jowe). Mit widrigen Umständen hatten Andreas, Leon und Lars Rink aus dem Hüttenberger Ortsteil Rechtenbach bei ihrer WM-Teilnahme der Segelflieger zu kämpfen. Trotzdem konnte das Trio Erfahrungen sammeln, die es im Nachgang nicht missen möchte.

Hitze und grippaler Infekt

Zu Beginn der Reise entwickelte zunächst Vater Andreas Rink einen grippalen Infekt. Er musste stark geschwächt den Weltcup am Samstag bereits nach dem zweiten Durchgang beenden, Filius Lars ereilte dies nach dem vierten Durchgang. Auch die Betreuung des Sohnes war ihm nicht mehr möglich. Statt ein Gespür für die Gegebenheiten vor Ort zu bekommen und sich für die Weltmeisterschaft einzustimmen, hieß es für die Beteiligten, zurück ins Hotel zu fahren: »Das Wetter war sehr heiß. Wir hatten circa 39 Grad Celsis, die warme Luft war wie eine Wand.«

Zu früh gebremst

Dadurch hatten sich auch leichte Fehler eingeschlichen. So hatte Lars Rinks Modell im dritten Durchgang bereits nach 22 Sekunden gebremst, weil der Zeitschalter falsch eingestellt war: »Hitze und Krankheit zusammen waren einfach zu viel«, blickte Andreas Rink zurück. Während er den Sonntag im Hotelzimmer verbringen musste, konnten seine Jungs mit den anderen Teammitgliedern raus aufs Fluggelände. Am Montagvormittag war die Modellabnahme: »Das war ein formeller Akt, um die vier zugelassenen Modelle anzumelden.« Am Abend fand die Eröffnungsfeier mit einem kleinen Umzug der Teilnehmer zur Schule des Ortes Pordim statt. Neben einigen Reden und etwas lokaler Folklore gab es im Anschluss auch die Siegerehrung des Weltcup-Wettbewerbes.

Am Dienstagvormittag wurde es dann ernst. Um acht Uhr begann der erste Durchgang. Es gab jeweils 65 Minuten Zeit für die (maximal) vier Teilnehmer pro Startstelle, gefolgt von einer fünfminütigen Pause. Im Vergleich zum Weltcup-Wochenende hatte sich das Wetter nur geringfügig abgekühlt bei 35 Grad Celsius. Da kaum Wind herrschte, waren die Bedingungen aber insgesamt besser. Den ersten Durchgang mit erhöhter Flugzeit von vier Minuten schafften noch alle vier deutschen Teilnehmer. »Im zweiten Durchgang konnte Lars’ Modell den schwachen Aufwind leider nicht richtig annehmen - und lag nach drei Minuten und 27 Sekunden am Boden. Es fehlten ihm 33 Sekunden auf die volle Punktzahl.« Und so erwischte es nach und nach in den folgenden Durchgängen auch die anderen deutschen Teilnehmer, sodass am Ende keiner von ihnen das Stechen erreichen konnte.

Am Nachmittag folgten dann die Durchgänge fünf und sechs, die sich für die Piloten und die Modelle als schwerste Herausforderung erweisen sollten. »Die Piloten mussten zusammen mit den Mannschaftsführern den richtigen Moment und die dazu passende Windrichtung, die immer mal wechselte, finden. Außerdem konnten die Gegebenheiten zwischen Pilot und dem 50 Meter entfernt stehenden Starthelfer durchaus auch unterschiedlich sein. Das Modell musste dann in der recht ruppigen Luft die Störungen ausgleichen.«

Rink Rangsechster

Lars Rink überstand die Durchgänge drei bis sieben ohne Punktverlust, was am Ende mit einem guten sechsten Platz bei 46 Teilnehmern belohnt wurde. Lediglich drei Teilnehmer erreichten die volle Punktzahl und trugen die Entscheidung in zwei weiteren Flügen unter sich aus. Am Ende gewann die US-Amerikanerin Noa Goldstein vor einem Franzosen und einem Ungarn den WM-Titel der Junioren in der Klasse F1A. Am Mittwoch fand die WM der Kategorie F1B statt. Die Modelle werden hier von einem Gummi angetrieben auf Höhe gebracht, was für die Segelflieger ein technisch sehr anspruchsvoller Vorgang ist. Die Temperaturen ähnelten dem Vortag, allerdings gab es extremere Windböen. Hier erreichte der deutsche Jugendliche Jonas Wiesiolek das Stechen und belegte am Ende den sehr guten dritten Platz. Gewonnen hatte den Wettbewerb ein Amerikaner. Er war mit geliehenen Modellen angetreten, da seine Modellkiste in Frankfurt am Flughafen liegengeblieben ist. Am Freitagabend gab es noch ein Bankett - am Ende tanzten die Konkurrenten der Vortage und aller Nationen zusammen auf der Tanzfläche. Am Samstag bildete die Siegerehrung den offiziellen Abschluss.

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