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Zurück in die Fahrschule

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Beim Kreisverkehr am Ende der A 480 zählten die ACE-Mitglieder, dass nur 22 Prozent der Fahrzeuge zur Ausfahrt aus dem Kreisel den Blinker setzten. Foto. Wißner © Thomas Wißner

Eine Zählaktion des ACE-Kreisverbandes an zwei Kreiseln zeigt, dass eine Mehrheit der Fahrer nicht blinkt, obwohl man es muss. .

Kreis Gießen (twi). »Man sollte meinen, da haben manche in der Fahrschule nicht aufgepasst«, fasst der Kreisvorsitzende des Auto Club Europa (ACE), Gerd Wegel aus Frankenbach, das Ergebnis einer Kreiszählaktion zusammen. Und das Ergebnis ist eigentlich erschreckend. Wegel und vier weitere ACE-Mitglieder waren an zwei Kreisverkehren im Einsatz, um das Verkehrsverhalten zu überprüfen. Dabei ging es darum, ob die Fahrtrichtung mittels Blinker richtig angezeigt wurde.

Die erste Zählaktion fand über eine Stunde am Kreisel am Ende der A 480 zwischen Wettenberg, Biebertal und Heuchelheim statt. Es wurden 977 Fahrzeuge gezählt, von denen 789 keinen Blinker setzten und lediglich 218 und somit 22,4 Prozent ihre Ausfahrt aus dem Kreisel anzeigten.

Im Kreisverkehr geht es für Auto- und Zweiradfahrer manchmal rund, denn nicht jeder weiß, wie man sich richtig verhalten muss. Kreisel sollen nicht nur Ampeln ersetzen, sondern auch Unfälle vermeiden und den Verkehrsfluss fördern.

Der Schlüssel zu den Vorteilen von Kreisverkehren liegt aber letztlich im Wissen jedes Einzelnen über die geltenden Regeln. Die Vorfahrtsregeln sind im Paragraf acht der Straßenverkehrsordnung festgehalten. Vorfahrt haben immer die Verkehrsteilnehmer, die sich bereits im Kreisverkehr befinden. Anders als bei den nicht beschilderten kreisförmigen Knotenpunkten gilt demnach kein »Rechts vor links«.

Wer in den Kreisverkehr einfahren will, muss den dort befindlichen Fahrzeugen Vorfahrt gewähren. Bei der Einfahrt in den Kreisverkehr ist das Blinken nicht nötig und auch gar nicht erlaubt, denn so können gefährliche Situationen entstehen. Wer zum Beispiel seinen Blinker nicht rechtzeitig wieder ausstellen würde, würde den Wartenden an der nächsten Einmündung das Verlassen des Kreisels signalisieren. Ein Zusammenstoß wäre vorprogrammiert.

Wer den Kreisel tatsächlich wieder verlassen will, ist verpflichtet, rechts zu blinken. Und das rechtzeitig, damit einfahrende Verkehrsteilnehmer frühzeitig informiert sind. Bei Missachtung drohen sonst 20 Euro Verwarngeld.

»Das Ergebnis ist sehr krass« meinte Wegel zum zweiten Standort. In Gießen am Kreisverkehr B 49 Frankfurter Straße/Adolph-Kolping-Straße wurden in einer Stunde 1230 Fahrzeuge gezählt. Gerade mal 434 setzten einen Blinker, was bedeutet, dass 796 Fahrzeuge, also 64,8 Prozent, dies nicht taten.

Im Herbst soll die Aktion wiederholt werden, um zu überprüfen, ob die Fahrer durch die Veröffentlichung der Ergebnisse sensibilisiert wurden. Aufgrund des krassen Ergebnis in Gießen schließt Wegel nicht aus, dass die Polizei an einem solchen Ort eine Überprüfung durchführt - und dann mit 20 Euro zur Kasse bittet.

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