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Zwei der Besten lernen in Heuchelheim

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Erik Michael Szabo ist bundesbester Auszubildender im Beruf Verfahrensmechaniker. © Szabo

Erik Michael Szabo als bundesbester und Michael Kremer als landesbester Auszubildender sind von der Industrie- und Handelskammer ausgezeichnet werden. Sie lernen in Heuchelheim.

Kreis Gießen. Mehr als 300 anerkannte Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland. Da fällt es jungen Menschen oftmals schwer, sich zu entscheiden. Dass sie den richtigen Beruf ausgewählt haben, ist bei Erik Michael Szabo und Daniel Kremer sicher. Die beiden jungen Männer wurden kürzlich von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Gießen-Friedberg als landesbeste Auszubildende ausgezeichnet. Erik Michael Szabo ist darüber hinaus sogar Bundesbester in seinem Beruf geworden.

»Ich hatte zwar gehofft, dass ich gut abschneide, war dann aber doch vom Ergebnis überrascht«, erzählt Szabo. Dem 23-Jährigen ist es gelungen, seine Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Verfahrensmechaniker bei der Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co. KG in Heuchelheim als Bundesbester abzuschließen. »Meine Ausbilder haben zwar gesagt, dass meine Noten gut aussehen, Gewissheit hat dann aber ein Anruf der IHK Gießen-Friedberg im Oktober gebracht«, erinnert er sich.

Dabei hatte Szabo nach seinem Abitur an der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten noch keinen festen Berufswunsch. Fest stand für ihn nur, dass er etwas im technischen Bereich erlernen wollte. Durch einen Bekannten kam zu Rinn. »Dort war gerade eine Ausbildungsstelle zum Verfahrensmechaniker frei und ich habe mich darum beworben.« Der 23-Jährige hat nur zwei Bewerbungen geschrieben, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Um sechs Monate verkürzt

Wegen seines Abiturs konnte Szabo die Ausbildung um sechs Monate auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Der Berufsschulunterricht fand in Form von Blockunterricht im bayrischen Wiesau statt. »Rinn hat mir sowohl Unterkunft als auch Fahrtkosten bezahlt«, freut er sich. »Ich musste mich um nichts kümmern.« Auch die Prüfung sei ihm leichtgefallen, da seine Ausbilder Jan Wolf und Oliver Koch, der auch ehrenamtliches Mitglied im IHK-Prüfungsausschuss ist, ihn gut vorbereitet hätten.

Da die festliche Bundesbesten-Ehrung in Berlin Corona-bedingt ausfallen musste, wurden die Urkunden und Pokale während der Landesbesten-Ehrung von der IHK Gießen-Friedberg überreicht. Allerdings ohne Erik Michael Szabo. »Ich hatte eine Vorlesung und konnte aus diesem Grund meine Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen«, bedauert er. Denn nach seiner Ausbildung hat sich der Rodheimer sich für ein Wirtschaftsingenieurstudium an der Technischen Hochschule Mittelhessen entschieden.

»Hierbei handelt es sich um ein duales Studium. Das heißt, während normale Studenten Semesterferien haben, arbeite ich im Betrieb«, erklärt er. Rinn ist er dabei treu geblieben. »Die Idee zum Studium hatte unser Geschäftsführer Simeon Metz«, verrät der 23-Jährige.

Auch Daniel Kremer kam der Zufall bei der Suche nach einem interessanten Ausbildungsplatz zu Hilfe. »Eigentlich wollte ich eine Ausbildung zum Chemikanten machen«, berichtet er. Ein Kunde seines Stiefvaters erzählte ihm dann, dass er sich um einen Ausbildungsplatz zum Industriekeramiker Anlagentechnik bei der Schunk Carbon Process GmbH in Heuchelheim bewerben wolle. »Das fand ich interessant und habe mich ebenfalls dort beworben.

Der heute 23-Jährige hat fünf Bewerbungen geschrieben. »Schunk hat sehr schnell zugesagt und so habe ich gemeinsam mit meinem Bekannten dort angefangen«, erklärt er. Am 1. August hat Kremer, der sein Fachabitur an der PPC-Schule in Limburg gemacht hat, bei Schunk seine dreijährige Ausbildung begonnen. Gute Mathekenntnisse, Fleiß und der Wille, früh aufzustehen und auch körperlich zu arbeiten, seien für einen Industriekeramiker wichtige Eigenschaften, weiß der junge Mann. »Ab 18 Jahren arbeitet man auch in Schichten und die Frühschicht beginnt bei uns um 6 Uhr.«

Während der Ausbildung haben ihm die Metallimprägnierung und das Versuchsfeld am meisten Spaß gemacht. »Bei letzterem geht es darum Werte, wie beispielsweise den Biegebruch, die elektrische Leitfähigkeit oder die Oberflächenhärte zu messen.« Im Blockunterricht hat Daniel Kremer zusammen mit den beiden anderen Auszubildenden in seinem Lehrjahr die Berufsbildende Schule in Montabaur besucht. »Hotel und Fahrtkosten wurden von Schunk übernommen«, betont er.

Über Ergebnis erstaunt

Dass er seine Ausbildung gut abschließen wird, hat Daniel Kremer geahnt. Als ihm sein Ausbilder Matthias Plefka das Ergebnis mitteilte, war er doch erstaunt. »Vor allem in der Praxis habe ich gut abgeschnitten«, freut er sich. Nicht nur weil Schunk für den Eigenbedarf ausbildet und es eine Übernahmegarantie gibt, ist Kremer dem Unternehmen treu geblieben. »Das Betriebsklima, die Arbeit und die Bezahlung stimmen auch«, betont er.

Aktuell ist der junge Mann in der Aufbereitung tätig und lernt, eine Mischanlage zu bedienen. »Mein Ziel ist es, Erfahrungen in meinem Beruf zu sammeln. Wie es weitergeht, wird man sehen. Aber ich möchte auf jeden Fall gerne im Unternehmen tätig bleiben.« In seiner Freizeit kümmert sich Daniel Kremer um seine drei Ratten. »Die sind nicht so zeitintensiv wie ein Hund oder eine Katze«, erzählt er lachend.

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Daniel Kremer absolviert eine Ausbildung zum Industriekeramiker Anlagentechnik und wurde Landesbester. © Kremer

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