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20 000 Euro stehen im Haushalt bereit

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Von: Imme Rieger

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Sie informierten über Mini-PV-Anlagen (v.l.): Susanne Müller, Marius Reusch, Rüdiger Schaub und Björn Busch. Foto: Rieger © Rieger

»Sinn und Zweck einer Mini-Photovoltaikanlage ist es, den eigenen Strom teilweise selbst zu produzieren und darüber Kosten zu reduzieren«, brachte Rüdiger Schaub das Thema auf den Punkt.

Langgöns (imr). »Sinn und Zweck einer Mini-Photovoltaikanlage ist es, den eigenen Strom teilweise selbst zu produzieren und darüber Kosten zu reduzieren«, brachte Rüdiger Schaub von der Firma »einfachmachen.energy« aus Herborn das Thema auf den Punkt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Björn Busch referierte er auf Einladung der Gemeinde Langgöns im Rahmen einer Informationsveranstaltung über Mini-Photovoltaikanlagen, auch Balkonkraftwerke genannt. Weit über 100 Besucher kamen ins Bürgerhaus Lang-Göns. »Mit einem so großen Interesse hatten wir nicht gerechnet«, freuten sich Bürgermeister Marius Reusch und seine Klimaschutzmanagerin Susanne Müller.

100 Euro gibt es von der Gemeinde Langgöns für jeden ihrer Bürger, der sich ein Balkonkraftwerk anschafft. 20 000 Euro wurden dafür in den Haushalt eingestellt, 200 Anlagen können also mit dem Geld der Gemeinde gefördert werden.

Rüdiger Schaub erläuterte das Funktionsprinzip, Anwendungsbeispiele und optimale Ausrichtung, Rentabilität und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Mini-PV-Anlagen. Sie können im Garten, natürlich am Balkon, auf dem Dach, dem Carport, dem Gartenhaus oder der Hausfassade montiert werden. Die optimale Ausrichtung hängt auch mit dem Verbrauchsverhalten zusammen, so könnte eine Ausrichtung Südost/Südwest durchaus sinnvoll sein. Eine Mini-PV-Anlage mit 600 W kann bis zu 600 kWh pro Jahr produzieren. Bei einem Eigenverbrauch von 90 Prozent ergibt das eine Einsparung pro Jahr von 540 kWh. »Nachdem sich die Anlage amortisiert hat, sparen Sie pro Jahr die entsprechenden Stromkosten. Die Frage nach der Rentabilität ist also mit einem klaren Ja zu beantworten«, betonte Schaub.

Nur Anmeldung erforderlich

»Für mich gibt es nichts Rentableres als diese kleinen Anlagen«, zeigte sich Björn Busch überzeugt. PV-Anlagen mit einer maximalen Einspeiseleistung von 600 W bedürfen bei Montage und Betrieb keiner Genehmigung und keiner Fachkraft wie einem Elektriker. Die Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, falls erforderlich, wird der Netzbetreiber den Stromzähler austauschen, was für den Verbraucher aber kostenfrei ist. Die Anlage muss beim Marktstammdatenregister gemeldet werden.

Bürgermeister Marius Reusch unterstrich, dass man weitere Anbieter für den Vortrag angefragt hatte, aber lediglich die Herborner Firma eine Zusage gab. Auf Wunsch könne man im Rathaus aber auch weitere Anbieter nennen, man sei dort »anbieteroffen«.

Bei »einfachmachen.energy« kostet ein Balkonkraftwerk mit 600 W 799 Euro, abzüglich des Gemeinde-Zuschusses wären es dann nur noch 699 Euro. In dem Paket enthalten sind zwei Module mit je 400 Watt peak (Wp), ein Wechselrichter, Gummikabel mit Schukostecker und ein Kabelverbinder. Der Wegfall der Mehrwertsteuer für Balkonkraftwerke ab dem 1. Januar 2023 ist im Preis bereits berücksichtigt. Optional gibt es auch noch ein Wifi Modul (69 Euro), um die Anlage über Smartphone und Browser zu steuern, Befestigungsmaterial, Zubehör, Montage und Lieferung.

Kostenlose Lieferung

»Wer bis Weihnachten bestellt, bekommt in der ersten Januarwoche sein Balkonkraftwerk kostenlos bis vor die Haustür geliefert«, gaben die beiden Referenten ihrem Publikum noch ein ganz besonderes »Bonbon«. Sie standen auch für die zahlreichen Fragen der Zuhörer zur Verfügung. 280 Systeme hat das junge Unternehmen aktuell auf Lager, zwischen den Jahren kommen neue Ware, es gibt also keine Wartezeiten. Wer die 100 Euro von der Gemeinde erhalten möchte, braucht dort lediglich die Rechnung der neuen Mini-PV-Anlage vorweisen.

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