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Anschluss an vorhandene Wohnbebauung

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Am Blankweg in Dornholzhausen soll ein neues Baugebiet entstehen. © Rieger

Der Langgönser Bauausschuss diskutierte über den überarbeiteten Entwurf zum Bebauungsplan »Blankweg« im Ortsteil Dornholzhausen, um die zweite Offenlage vorzubereiten.

Langgöns (imr). Die Mitglieder des Langgönser Bauausschusses um ihren Vorsitzenden Markus Beppler (FW) berieten in ihrer Sitzung gemeinsam mit dem Ortsbeirat Dornholzhausen über den überarbeiteten Entwurf zum Bebauungsplan »Blankweg« im Ortsteil Dornholzhausen, um die zweite Offenlage vorzubereiten.

Neubaugebiet mit 40 Bauplätzen

Auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten Gelände soll ein Neubaugebiet mit 40 Bauplätzen auf 2,7 Hektar Fläche am Ortsrand entstehen. Durch die bereits erfolgte erste Offenlegung wurde die Öffentlichkeit informiert und erhielt die Möglichkeit, Hinweise und Bedenken zu äußern. Bürgermeister Marius Reusch (CDU) und Planer Hendrik Christophel erläuterten nun die auf dieser Grundlage getroffenen wesentlichen Veränderungen. »Gegenüber des ursprünglichen Plans hat sich gar nicht so viel verändert, wir können ihn so empfehlen«, fasste der Planer gleich zu Beginn zusammen. Der Rathauschef informierte: »Neu ist eine Spielplatzfläche, die mitten ins Gebiet eingeplant ist, eine Parkplatzfläche im nordwestlichen Bereich wurde gedreht.« Für den Starkregenschutz wird am nördlichen Rand in der Mitte des Baugebiets ein sogenannter Abfanggraben zwischen zwei Grundstücken angelegt, der auf eine der Stichstraßen führt.

»Wenn die Kanalisation das Regenwasser nicht mehr aufnehmen kann, wird es so möglichst schadlos auf die Wiesen unterhalb des Wohngebiets abgeleitet«, erklärte Reusch.

Die Fläche für eine Mehrfamilienhausbebauung soll, wie ursprünglich geplant, im Südosten direkt im Anschluss an die vorhandene Wohnbebauung eingerichtet werden. Alternative Überlegungen, die Mehrfamilienhäuser in dem Baugebiet mehr zu streuen, wurden von Planer und Bürgermeister verworfen, »weil die Zerteilung städtebaulich einige Fragen aufwirft und aus Erfahrung wirtschaftlich sehr uninteressant für mögliche Bauträger ist«, erklärte Christophel. Jürgen Knorz (CDU) kritisierte dies: »Wir wollten es für mehrere Investoren aufteilen und haben dies im vergangenen Dezember klar gesagt.« Er favorisierte eine »bessere Vermischung von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern« und möchte auch in dem Bereich der Mehrfamilienhäuser keine Privatstraße sehen, stattdessen soll die dort vorgesehene Stichstraße von der Gemeinde sein.

Maximal drei Vollgeschosse

Die Mehrfamilienhäuser sollen laut Planer maximal drei Vollgeschosse bei maximal zwölf Meter Firsthöhe haben. Ortsbeiratsmitglied Herbert Gregor (CDU) kritisierte die Lage der Mehrfamilienhäuser nahe der Bestands-Wohnbebauung, die nur Höhen von maximal neun bis zehn Meter hat. Er befürchtet, dass die höheren Häuser den Nachbarn Sicht und Sonne nehmen und auch schlug vor, die großen Häuser in Nordwesten des Gebiets zu platzieren, hatte damit aber keinen Erfolg.

Bei der Energieversorgung will die Gemeinde nur »was notwendig ist« im Bebauungsplan festsetzen, Vorgaben wie zum Beispiel Photovoltaikpflicht sollen über die Verträge mit den Käufern abgedeckt werden. »Gleichwohl sind uns diese Ziele wichtig«, betonte der Bürgermeister. Nils Müller vom Büro Zick-Hessler informierte über die Verkehrserschließung: Versetzt angeordnete Bäume in den Stichstraßen sollen die Linearität der Straßen brechen. Die Straßen sollen als Mischfläche ohne Gehweg und verkehrsberuhigt angelegt werden.

Annette Mulitze (Grüne) sprach das Thema Erdwärme an, der Landkreis habe gesagt, sie wäre in dem Gebiet besonders geeignet. Der Bürgermeister informierte, dass noch in diesem Jahr eine Probebohrung mit Fördermitteln des Landes Hessen durchgeführt werden soll, dies sei aber erst möglich, wenn der Bebauungsplan beschlossen sei. Die Erdwärme aus der Bohrung könne dann vom Käufer dieses Grundstücks direkt genutzt werden. Renate Gath (Grüne) regte an, bei der Bepflanzung 60 Prozent heimische Arten vorzuschreiben und nicht wie zuletzt vorgesehen 100 Prozent. »Denn dann dürfte man beispielsweise Edelrosen, Forsythien oder Schmetterlingsbäume nicht anpflanzen.« Diese Änderung und die Nicht-Privatisierung der Stichstraße im Mehrfamilienhausgebiet sollen in den Plan übernommen werden, der dann in die zweite Offenlage gehen kann. Dies wurde in allen Unterpunkten vom Ausschuss und dem Ortsbeirat einstimmig befürwortet und der Gemeindevertretung empfohlen. Der Bürgermeister würde gerne noch in der ersten Jahreshälfte zum Satzungsbeschluss kommen.

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