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Auf allen Etagen barrierefrei

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Von: Imme Rieger

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Mit seiner dreieckigen Form und den runden Ecken ist das neue Gebäude »Am Lindenbaum« bereits jetzt ein Blickfang. Foto: Rieger © Rieger

Auf einem 1626 Quadratmeter großen Eckgrundstück im Bereich des Fachmarktzentrums »Am Lindenbaum«, unweit des Seniorenzentrums »Heinz-Ulm-Haus«, entsteht das Gebäude.

Langgöns (imr). Richtfest für ein Bauprojekt, in dem eine Tagespflege und Betreutes Wohnen/Servicewohnen eingerichtet werden, wurde am Donnerstagnachmittag in Langgöns gefeiert: Auf einem 1626 Quadratmeter großen Eckgrundstück im Bereich des Fachmarktzentrums »Am Lindenbaum«, unweit des von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hessen-Süd betriebenen Seniorenzentrums »Heinz-Ulm-Haus«, entsteht das Gebäude. Die Langgönser Firma Faber & Schnepp ist Grundstückseigentümer und erstellt das Objekt. Mieter wird die AWO pflegeplus gGmbH Frankfurt.

Rundungen auf dem Dreieck

»Aus Theorie haben wir Wirklichkeit werden lassen, die sich weit fortgeschritten zeigt. In den Rundungen ist die Liebe zum Detail sichtbar«, sagte Ann-Kathrin Lieblang von der Geschäftsführung Faber & Schnepp in ihrer Begrüßungsansprache. Neun Jahre Anlauf habe es gebraucht, um die richtige Nutzung für das dreieckige Grundstück zu finden. »Trotz der gerade widrigen Umstände ist der Bau seit dem Spatenstich im April dieses Jahres gut und schnell fortgeschritten«, freute sich die Geschäftsführerin.

Das Gebäude folgt der dreieckigen Form des Grundstücks. Abgerundete Ecken machen das dreistöckige Haus, das eine Höhe von knapp zehn Metern hat, nach den Planungen der Architekten von Schmees & Wagner zum Blickfang. Das Grundstück in unmittelbarer Nähe zu einem Café, einem Supermarkt mit Postfiliale, einer Drogerie und einem Discounter, nicht zu vergessen nahe dem Rathaus und dem AWO-Seniorenzentrum, hat eine attraktive zentrale Lage, insbesondere für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rollator unterwegs sind.

Im Erdgeschoss werden 16 Plätze für Tagespflege auf 361 Quadratmetern entstehen, es gibt Gemeinschafts-, Ruhe- und Therapieräume, mehrere Toiletten, alles ist barrierefrei. Mit der Tagespflege als teilstationärem Angebot soll in Langgöns die Lücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung geschlossen und damit auf den geäußerten Bedarf der Gemeinde Langgöns reagiert werden. Zielgruppe sind ältere, pflegebedürftige Menschen aus der Gemeinde Langgöns beziehungsweise dem näheren Umkreis.

Insgesamt elf Servicewohnungen sind entstanden, eine davon im Erdgeschoss, jeweils fünf weitere wurden im ersten und zweiten Obergeschoss gebaut, die Gesamtwohnfläche beträgt 719 Quadratmeter. Ein Fahrstuhl verbindet die Stockwerke. Die Wohnungen, ebenfalls auf allen Etagen barrierefrei, haben Größen zwischen 60 bis 80 Quadratmeter und sind damit sowohl für Alleinstehende als auch für Paare geeignet.

Keine Bindung an Pflegedienst

»Servicewohnen« bedeutet, dass die AWO die Wohnungen zur Miete vermittelt. Dabei besteht keine vertragliche Verbindung zu einem Pflegedienst. Erst wenn körperliche Einschränkungen nahelegen, pflegerische Leistungen in Anspruch zu nehmen, können die Mieter entsprechende Leistungen vereinbaren.

Ann-Kathrin Lieblang informierte über den Stand der Bauarbeiten: Ende August waren die Rohbauarbeiten fertiggestellt worden. Inzwischen ist auch das Dach einschließlich der Attikablende fertig. Attika bezeichnet in der Architektur eine wandartige Erhöhung der Außenwand über den Dachrand hinaus, zur Verdeckung des Daches. Die Kunststofffenster einschließlich der Alu-Elemente sind eingebaut, die Außenfensterbänke montiert. Der Innenputz ist aufgetragen und abgeschlossen, die Dampfsperre auf der Bodenplatte ist verlegt, und die Ständerkonstruktion (Trockenbauwände) einseitig beplankt ist gestellt. Die Lüftungsanlagen über alle Geschosse durch die Flure in die einzelnen Räumlichkeiten sind verlegt, die Elektroarbeiten sowie die Heizungs- und Sanitärarbeiten werden gerade ausgeführt. Die Fassaden sind mit einem Wärmedämm-Verbundsystem ausgestattet. Die Dämmplatten werden in diesen Tagen verdübelt, damit die Armierung aufgetragen werden kann. Auf der Ostseite des Grundstücks wurde die Hecke zurückgeschnitten. In der nächsten Woche beginnt die Montage der Aufzugsanlage und im Dezember wird das Lüftungsgerät angeliefert und auf dem Dach montiert.

»Ich freue mich angesichts des Baufortschritts«, sagte Hans Noormann, der Erste Beigeordnete der Gemeinde Langgöns. Er richtete in Vertretung von Bürgermeister Marius Reusch die Grüße der Gemeindegremien aus und dankte allen am Bau Beteiligten und der AWO als Mieterin, dass sie »dieses ambitionierte Projekt angegangen« seien. »Es ist für Langgöns ein gutes Gefühl, dass die Menschen vor Ort bald die Tagespflege und das Servicewohnen nutzen können«, unterstrich er. Das Richtfest sei ein »deutlich sichtbares Zeichen«.

Anja Asmussen, die Leiterin des benachbarten Seniorenzentrums »Heinz-Ulm-Haus«, ist auch für die zukünftige Tagespflege verantwortlich. Sie freute sich, dass der Zeitplan eingehalten wurde und dankte allen Entscheidungsträgern, den Gemeindegremien und ihren Mitarbeitern. »Die Zusammenarbeit klappt wunderbar, es könnte nicht besser laufen.« Sie betonte: »Die Baustelle wird von der Bevölkerung sehr aufmerksam verfolgt. Wir haben für die Tagespflege und für die Wohnungen bereits Wartelisten.« Die beiden Projekte würden die bereits vorhandenen Angebote ergänzen und damit auch die Lebenssituation von Senioren in der Gemeinde verbessern.

Anschließend sprach Zimmermann Domenico Graziano den traditionellen Richtspruch und zerschmetterte das Glas. Im Juni 2023 soll der Neubau bezugsfertig sein, dann werden auch die Gesamtkosten feststehen, die ursprünglich mit rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt worden waren.

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Zimmermann Domenico Graziano zerschmettert nach dem traditionellen Richtspruch ein Glas. Foto: Rieger © Rieger

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