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Bis zu 250 000 Euro

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.In der Kita »Regenbogen« in Cleeberg soll nach dem Sommer eine zweite Gruppe eröffnet werden.. © Rieger

Die Gemeindevertretung Langgöns wird bis zu 250 000 Euro für die Anmietung, Instandsetzung und Ausstattung von Wohnraum und die Betreuung für Ukraine-Flüchtlinge zur Verfügung stellen.

Langgöns (imr). Ein Dringlichkeitsantrag aller Fraktionen im Langgönser Gemeindeparlament wurde in der Sitzung des Gremiums, das unter Vorsitz von Parlamentspräsident Martin Hanika (CDU) tagte, von Jürgen Knorz (CDU) verlesen. Die Gemeindevertretung wird bis zu 250 000 Euro außerordentliche Haushaltsmittel für die Anmietung, Instandsetzung und Ausstattung von Wohnraum und die Betreuung für Ukraine-Flüchtlinge zur Verfügung stellen.

Die Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FW in Langgöns verurteilen den brutalen Angriffskrieg von Putin-Russland auf die Ukraine und fordern das sofortige Ende aller Kriegshandlungen und -verbrechen. Den Langgönser Bürgern danken die Kommunalpolitiker und insbesondere dem Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« für die schnelle Hilfe und die vorbildliche Aufnahme der zahlreichen Familien aus der Ukraine.

»Mit der Fortdauer der Kriegshandlungen werden weitere Schutzsuchende kommen und auf unsere Unterstützung hoffen«, betonte Knorz. Daher fordere die Gemeindevertretung den Gemeindevorstand auf, die erfolgreiche Arbeit der Ukraine-Hilfe fortzusetzen und auch weitere Unterkünfte zu organisieren. Anschließend bat der Parlamentspräsident das Plenum um eine Schweigeminute für die Kriegsopfer.

Mehrbedarf von 70 bis 80 Plätzen

Aus der Belegungsprognose der gemeindlichen Langgönser Kitas für das Jahr 2022 ist ab September ein Mehrbedarf von rund 70 bis 80 Plätzen ersichtlich. Um diesen ermittelten Fehlbedarf zu kompensieren, soll im September die Naturkita im Paul-Schneider-Heim als zweigruppige Einrichtung eröffnet werden. Ab etwa 2024 soll diese Einrichtung für drei bis vier Gruppen ausgebaut werden.

Ebenfalls im September dieses Jahres soll in der Kita Cleeberg eine zweite Gruppe eröffnet werden, die Räumlichkeiten sind bereits vorhanden, es sind nur geringe bauliche Maßnahmen erforderlich, um zu starten. Mittelfristig soll auch eine Kita in Espa angeboten werden. Im Kernort Lang-Göns soll eine neue Kita entweder durch Neubau oder Anmietung bestehender Gebäude entstehen. Des Weiteren soll überlegt werden, was mit den Kindern aus Espa wird, wenn sie in Cleeberg in den Kindergarten gehen. Steht anschließend dann die Grundschule in Oberkleen zur Verfügung? Dies soll eingehend im Gemeindevorstand besprochen werden. Einstimmig befürworteten die Parlamentarier dieses Vorgehen.

Die Koalition von CDU und Grünen hatte dazu passend einen Prüfantrag gestellt, wonach der Gemeindevorstand die Errichtung einer Kita für bis zu zwei Gruppen im Ortsteil Espa prüfen soll.

Drei Standorte werden dabei als möglich aufgeführt: Es ist die gemeindeeigene Grünfläche nördlich des Friedhofs, alternativ ein Anbau an das Bürgerhaus oder die Fläche vor den Fischteichen.

Aufgrund der steigenden Einwohnerzahlen in Espa und der Kapazitätsprobleme der bisher genutzten Kitas in Butzbach durch Kinder aus Espa bestehe akuter Handlungsbedarf, heißt es in der Begründung. Mit einer eigenen Kita könnte der Bedarf abgedeckt und zugleich das Miteinander der Dorfgemeinschaft und die Integration von Neubürgern gefördert werden.

Bürger transparent informieren

Der Espaer Ortsvorsteher Volker Rühl (SPD) begrüßte den Antrag als »Superidee und wünschenswert«, möchte das Thema aber noch nicht im Bauausschuss beraten lassen. »Mir ist der Antrag etwas zu kurz gedacht, zumal die vorgeschlagenen Standorte aus meiner Sicht nicht wirklich passend sind, ausgenommen vielleicht ein Anbau am Bürgerhaus«, sagte er.

Es sei immens wichtig, die Bürger von Espa, vor allem die jungen Familien mit Kindern, mitzunehmen und sie transparent zu informieren, was eine neue Kita in Espa bedeuten und welche Veränderungen das nach sich ziehen könnte, betonte Rühl.

Er befürchtet, dass das seit Jahren in Espa praktizierte System »Besuch Kindergarten Hoch-Weisel mit anschließender Einschulung in die Grundschule Hoch-Weisel« oder auch der Besuch der Schulen in Butzbach dann keinen Bestand mehr haben könnte. Aufgrund des nicht ausreichenden Ausbaus des Verbindungsweges von Cleeberg nach Espa sei eine Fahrt mit einem normalen Schulbus über Cleeberg in die Kleeblattgrundschule nach Oberkleen nicht möglich, der Weg müsste demnach über Weiperfelden und Brandoberndorf führen.

Rühl schlug vor, das Thema zuerst im Sozialausschuss zu beraten, um vorab auch zu klären, welche Schulbesuche für die Familien zukünftig nach dem Kindergartenbesuch in Espa für ihre Kinder zu erwarten beziehungsweise möglich sind.

»Nach Klärung und positivem Signal auch seitens der Eltern von Espa kann immer noch ein Standort zur Umsetzung gesucht werden.« Auch der Ortsbeirat Espa sollte einbezogen werden. Rühl schlug in seinem Änderungs-/Ergänzungsantrag vor: Es soll eine Bedarfsanalyse in Abstimmung mit der Aufnahmekapazität der Stadt Butzbach erstellt werden.

Schuldezernenten einbeziehen

Der Schuldezernent des Landkreises Gießen soll in die Überlegungen einbezogen werden und sich mit dem Wetteraukreis abstimmen, welche Auswirkungen ein Kitabesuch im eigenen Ort für den Schulbesuch der Espaer Kinder haben wird und ob der Besuch Butzbacher und Wetterauer Schulen für diese Kinder auch zukünftig möglich und sichergestellt ist.

Die Ergebnisse sollen jeweils gemeinsam mit dem Ortsbeirat Espa im Sozial- und Bauausschuss vorgestellt werden. Bürgermeister Marius Reusch (CDU) betonte, es solle der Eindruck verhindert werden, dass ein Schulbesuch in Butzbach nicht mehr möglich sei. Außerdem könnte man gegebenenfalls auch Butzbacher Kindern ermöglichen, die Kita in Espa zu besuchen.

Einstimmig wurde dem Antrag mit den genannten Änderungen zugestimmt.

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