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Cleeberger müssen Trinkwasser weiter abkochen

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Marius Reusch © Imme Rieger

Keine akute Gefahr geht von dem erhöhten Enterokokkenwert im Cleeberger Trinkwasser aus. Das Netz wird derzeit mit Chlor gespült. Ergebnisse der Nachprobungen werden in Kürze erwartet.

Langgöns (imr). Als am vergangenen Wochenende die Meldung über eine Grenzwertüberschreitung von Enterokokken im Trinkwasser des Langgönser Ortsteils Cleeberg an die Öffentlichkeit ging, riefen ab Montag viele besorgte Bürger im Rathaus an. Bürgermeister Marius Reusch reagierte umgehend und informierte am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Mike Schmidt, dem Technischen Betriebsleiter der Gemeindewerke Langgöns, und Sabrina Becker, der Kaufmännischen Betriebsleitung der Gemeindewerke, über den Vorfall, seine Ursachen und Maßnahmen zur Behebung.

»Es ist mir ein Anliegen, noch einmal ausführlich über dieses Thema zu sprechen, um Verunsicherungen vorzubeugen«, betonte der Rathauschef. Die Gemeindewerke hätten sehr schnell reagiert, es habe keine akute Gefahr gegeben. »Dennoch hat uns die Situation stark beschäftigt«, berichtete Reusch. Ursache war eine Verunreinigung im Brunnen »Seegrund II« mit Enterokokken, das sind Darmbakterien, die bei Menschen Infektionen auslösen können. Durch die hohen Niederschläge der vergangenen Woche sei das Regenwasser schneller in die wasserführenden Schichten gelangt, die man sich wie einen durchnässten Schwamm vorstellen kann, erklärte Mike Schmidt. Der natürliche Filtereffekt des Untergrunds war daher eingeschränkt. In der Umgebung des Brunnens weiden Tiere, ihre Exkremente und die Ausbringung von Gülle könnten möglicherweise im Zusammenhang mit der Verunreinigung stehen.

Dies müsse aber noch abgeklärt werden, betonte Marius Reusch. Wie wurde die Verunreinigung festgestellt? »Am 7. Februar wurde das komplette Langgönser Wassernetz routinemäßig, wie alle Vierteljahre, beprobt. Dabei wurde in Niederkleen und Dornholzhausen eine erhöhte Konzentration von coliformen Keimen festgestellt«, so der Bürgermeister. Bei der sogenannten »Freiprobung« am 16. Februar habe man dann eine Enterokokken-Belastung in dem Cleeberger Brunnen festgestellt. Was passierte, nachdem die Verunreinigung festgestellt worden war? »Da greift eine vorgeschriebene Handlungsabfolge in Form eines Alarmierungsplans«, erklärt Mike Schmidt. Freitag, den 18. Februar, um 18.22 Uhr wurde die Meldung der Grenzwertüberschreitung im Trinkwasser durch das beauftragte Labor ausgegeben. Am Samstagmorgen informierte Mike Schmidt das Gesundheitsamt über die Notfalltelefonnummer und gleichzeitig den Langgönser Bürgermeister. Mit dem zuständigen Mitarbeiter beim Landkreis wurden die erforderlichen Maßnahmen abgestimmt: Der Brunnen wurde vom Netz genommen, eine vorschriftsmäßige Chlorierung umgesetzt und die Bevölkerung von Cleeberg und Weiperfelden mit Lautsprecherwagen der Freiwilligen Feuerwehren zum Abkochen des Wassers aufgefordert. »In Cleeberg gibt es keinerlei Wassermangel, die Versorgung dort kann stabil aufrechterhalten werden.« Das Trinkwassernetz werde jetzt so lange mit Chlor gespült, bis dieser sicher in alle Netzbereiche gelangt sei. Dann erfolgt eine mikrobiologische Nachuntersuchung des Trinkwassers. Sind keine Abweichungen mehr feststellbar, kann das Gesundheitsamt das Abkochgebot aufheben. »Die Entscheidung hierüber trifft jedoch alleine das Gesundheitsamt«, unterstreicht Schmidt.

Erste Nachbeprobungen haben bereits stattgefunden, die Ergebnisse werden für Freitag oder Montag nächster Woche erwartet und dann umgehend veröffentlicht. »Dann fährt die Feuerwehr wieder mit Lautsprechern durch die Ortslagen«, kündigte Reusch an.

Foto: Rieger

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