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»Das war geradezu überfallartig«

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Von: Imme Rieger

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Über diese tollen Kuchen freuen sich Marion Bepler, Heike Korn, Elisabeth Braun, Hille Reuter, Bernd Schäfer, Karl-Heinz Höringer und Jogi Röhrig (v. l.). Foto: Rieger © Rieger

Zwölf Doppelbleche Backhauskuchen wurden in einer Stunde in Niederkleen verkauft. Das Museumscafé kam bestens an.

Langgöns (imr). Besser kann eine kulinarische Premiere »wie freuer« nicht sein: Binnen einer Stunde gingen in Niederkleen zwölf Doppelbleche Backhauskuchen weg. Offensichtlich wissen die Niederkleener, was gut schmeckt, denn so groß war der Ansturm bei einem Museumscafé, zu dem der Heimat- und Geschichtsverein Niederkleen in die Kirchgasse eingeladen hatte, noch nie. Hier konnte man Geschichte buchstäblich kosten und genießen, das wollten sich viele aus dem Dorf nicht entgehen lassen.

»Zu Beginn um 15 Uhr war es geradezu überfallartig«, lachte Museumsleiterin Doris Müller-Heinz. »Es hat toll geklappt, der Kuchen ist super und klasse angekommen, das war ein voller Erfolg«, freute sich auch Hans-Joachim »Jogi« Röhrig, der Vereinsvorsitzende.

Das Vorbereitungsteam hatte zwar mit vielen Gästen gerechnet, diese kamen dann aber derart in Scharen, dass schnell noch weitere Bierzeltgarnituren aufgestellt werden mussten.

Nicht nur die leckeren Backwaren, es standen Pflaumen-, Apfel-, und Schmandkuchen zur Auswahl, ließen sich die Gäste bei Kaffee und Kaltgetränken schmecken. Sie genossen auch das gesellige Beisammensein, bewunderten die aktuellen Fotos aus der Mitmach-Aktion am Leiterhaus und statteten nebenbei gerne dem Heimatmuseum einen Besuch ab.

Das ehrenamtliche Bäckerteam hatte schon am Vortag viel Arbeit im historischen Backhaus gehabt, wo unter tatkräftiger Anleitung und Hilfe von Erika und Karl-Heinz Höringer der Ofen angeheizt, die Kuchen vorbereitet und schließlich der frische Hefekuchen gebacken wurde. »Er schmeckt einmalig, dieses Aroma kann man in einem normalen Backofen gar nicht so hinbekommen«, schwärmten die Helfer Elisabeth Braun, Hille Reuter, Heike Korn und Jürgen Knorz.

Viele Jahre waren die beiden Öfen im Backhaus defekt gewesen. Erst im Frühjahr hatte Jan Michel und sein Team den linken der beiden Öfen in ehrenamtlicher Arbeit restauriert und das Gebäude somit aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Die Idee, beim Museumscafé Backhauskuchen anzubieten, hatte Doris Müller-Heinz gehabt. Das war auch gut so. »Denn nur noch wenige Leute hier im Dorf haben das Wissen, wie der Ofen angeheizt wird und wie die Rezepturen sind«, betonte Karl-Heinz Höringer.

Er hat dieses Wissen noch, ebenso seine Frau Erika und Inge Krill. Nun freut er sich sehr, diese Erfahrungen weitergeben zu können, damit die schöne Dorftradition auch zukünftig fortgeführt werden kann.

Den Niederkleenern wird es recht sein: Wenn es das nächste Mal Backhauskuchen gibt, kommen sie sicherlich gerne wieder, um diese besondere und traditionelle Spezialität zu genießen.

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