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»Es gibt viel zu organisieren«

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Langgöns (imr). 24 Personen aus der Ukraine haben in den vergangenen Tagen im Paul-Schneider-Freizeitheim in Dornholzhausen eine erste Bleibe nach ihrer Flucht aus dem umkämpften Land gefunden. Das berichtete der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch (CDU) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, der unter Vorsitz von Jürgen Knorz (CDU) per Videokonferenz tagte.

»Die Menschen sind über das Wochenende eingetroffen und hier zur Ruhe gekommen. Jetzt gibt es viel zu organisieren, alles läuft an«, sagte er. In Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill, der das Gebäude erst kürzlich an die Gemeinde Langgöns in Erbpacht übergeben hatte, aber nach wie vor Eigentümer der Immobilie ist, und mit tatkräftiger Unterstützung vieler ehrenamtlicher Bürger sei man im Einsatz. Im Rathaus wurde inzwischen ein Mitarbeiter komplett für diesen Aufgabenbereich abgestellt.

FFW-Fahrdienst

Die Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde haben einen Fahrdienst und eine Bereitschaft rund um die Uhr eingerichtet. Insgesamt sind aktuell rund 100 Flüchtlinge aus der Ukraine in Langgöns untergekommen, die meisten davon in Privatunterkünften. Das liegt insbesondere auch an den Kontakten, die der Langgönser Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« über Jahrzehnte pflegte. Er hatte sich im vergangenen Jahr aufgelöst, ist jetzt aber vor dem Hintergrund der humanitären Notlage in der Ukraine wieder aktiv geworden. Die Mitglieder des Arbeitskreises hatten nach dem Tschernobyl-Atomunglück 1986 jahrzehntelang vielfältige humanitäre Hilfe in Borispol, einer Stadt nahe Kiew, die nun mitten im Kriegsgebiet liegt, geleistet. Es gab etliche Besuche und Gegenbesuche. Zahlreiche Menschen haben sich nun aus Borispol auf den Weg nach Langgöns, wo sie bereits früher Bekanntschaften geknüpft hatten, gemacht. »Sie sind alle hier bei uns in Privatunterkünften untergekommen«, berichtete der Bürgermeister. Er zeigte sich von der großen Hilfsbereitschaft über alle Ortsteile hinweg sehr beeindruckt. Es stehe nicht nur im Paul-Schneider-Heim weiterer Wohnraum zur Verfügung. Reusch versicherte: »Es wird in den nächsten Wochen eine konstruktive Zusammenarbeit entstehen.« Zur Koordinierung von Spenden und dem Einsatz von Ehrenamtlichen wurde bei der Gemeinde eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Unter langgoenshilft@langgoens.de können sich die Bürger melden, die mit persönlichem Engagement und Sachspenden Unterstützung leisten möchten.

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