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Gelungener Jubiläumsabend

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Der gemischte Chor bewies sein musikalisches Können. Die humorvolle Moderation von Petra Führer und Jutta Jung (l.) kam bestens an. © Rieger

Der Gemische Chor des Gesangvereins »Liederkranz« Dornholzhausen feierte im Bürgerhaus sein 50-jähriges Jubiläum mit viel Gesang und zahlreichen Ehrungen.

Langgöns (imr). Seit genau 50 Jahren bereichert der Gemischte Chor des Gesangvereins »Liederkranz« Dornholzhausen das kulturelle Leben im Dorf. Dieses Jubiläum wurde am vergangenen Samstag mit einem »Tanz in den Mai« und viel Gesang im Bürgerhaus Dornholzhausen kräftig gefeiert.

Viele Kostproben

Bevor die zahlreichen Besucher das Tanzbein schwingen konnten, gaben der Jubiläumschor und der Chor »Donkeys«, ebenfalls unter dem Dach des »Liederkranz«, Kostproben ihres Könnens. Auch die beiden Tanzgruppen des Carnevals Clubs Dornholzhausen, die Mini-Garde »Die wilden Eselchen« und die Tanzgarde wirbelten über die Bühne, konnten sie doch an Fasching selbst coronabedingt nicht auftreten.

Moderiert wurde der Abend von Anja Stroh, der ersten Vorsitzenden des Gesangvereins. Unterstützt wurde sie dabei von Petra Führer und Jutta Jung, die herrlich schräg kostümiert und mit viel Humor, teilweise auch auf Platt, das Geschehen auf der Bühne kommentierten und immer wieder mit kleinen Rückblicken in die Vereinsgeschichte verbanden. Das sorgte für viel Heiterkeit. Dem Publikum war anzumerken, dass es nach der langen Corona-Pause die Geselligkeit sichtlich genoss. Der Erlös der Veranstaltung kam den ukrainischen Flüchtlingen in Langgöns zugute.

Höhepunkt war die Ehrung von Sängerinnen und Sängern, die seit 50 Jahren dem Gemischten Chor die Treue halten und damit zu den Gründungsmitgliedern zählen: Es sind bei den Frauen Waltraud Fuchs, Inge Hankel, Inge Jung, Elke Schaaf, Lonie Schieferstein und Annemarie Wenzel. Bei den Männern sind es Freddy Braun, Franz Fuchs, Klaus Michel, Oswald Schieferstein, Helmut Spieß und Klaus Hankel. »Was wäre ein Gemischter Chor ohne Männer. Die meisten von ihnen singen schon über 60 Jahre im Liederkranz«, betonte Anja Stroh. Denn die Keimzelle des Vereins war ursprünglich der Männerchor.

Unter der musikalischen Leitung von Dieter Schäfer, der bereits seit 1976 als Dirigent dem Verein die Treue hält, sang der Gemischte Chor in Erinnerung an seine Anfänge den »Finkenwalzer«, denn das war das erste Lied, das der Chor seinerzeit einstudiert hatte.

Lieder wie »Kein schöner Land«, ebenfalls aus dem Repertoire der Anfangszeit, und Stücke wie »Seemann lass das Träumen«, »Schön war die Zeit« und als Zugabe der Gospel »We are marching« erfreuten das Publikum.

Die »Donkeys« schlugen einen musikalischen Bogen von Pop-Klassikern wie »Imagine« von John Lennon, »Angel« von Robbie Williams, dem Deutsch-Rock-Titel »Schrei nach Liebe« der Gruppe »Die Ärzte« bis hin zum Bee Gees-Song »Morning of my life«.

Zu Beginn des Abends hatte Anja Stroh ganz besonders rund 30 junge Frauen und Kinder aus der Ukraine begrüßt, die vorübergehend in Dornholzhausen und anderen Langgönser Ortsteilen eine neue Heimat gefunden haben, im Paul-Schneider-Freizeitheim und in privaten Unterkünften. Klaus Ulm, der für die Gemeinde Langgöns ehrenamtlich die Hilfsmaßnahmen koordiniert, informierte über den aktuellen Stand der Dinge: Rund 170 Menschen sind in der Gemeinde derzeit überwiegend privat untergebracht. In klaren und emotionalen Worten verurteilte er Putin und appellierte, »den Menschen in der Ukraine zu helfen, die nach Freiheit streben«.

Im Paul-Schneider-Heim sei dieser Abend seit Tagen Thema, »denn die Menschen sehnen sich nach Abwechslung«. Es sei an der Zeit, »wieder ein bisschen Normalität ins Dorf zu bringen«. Eine junge Frau übersetzte seine Ausführungen ins Ukrainische. Auch Eberhard Klein von der Ukraine-Hilfe, die seit dem Kriegsausbruch im Februar aus dem im vergangenen Jahr aufgelösten Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« entstand, berichtete über seine aktuelle Arbeit: »Seit dem 28. Februar haben wir erfolgreich in Langgöns Quartiere gefunden, um Menschen aus Borispol unterzubringen, wo wir mit dem Arbeitskreis jahrzehntelang humanitäre Hilfe geleistet haben und dort Tausende Menschen kennen.« Sein Dank galt ausdrücklich Marco Lehner, der bei der Gemeinde die Hilfsaktionen koordiniert.

Bevor der »Gaudi Express« zum Tanz in den Mai aufspielte, bedankte sich Anja Stroh bei allen Helfern, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre.

Verstärkung gesucht

Wer Lust hat, die Chöre des Gesangvereins zu verstärken, hat dazu dienstags im Bürgerhaus Dornholzhausen die Möglichkeit: Von 19 Uhr bis 20 Uhr probt der Gemischte Chor, von 20 Uhr bis 21 Uhr proben die Donkeys, Infos bei Anja Stroh (06447/7370).

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