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Gesamtes Areal aufwerten

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Um das ehemalige Feuerwehrgerätehaus in Lang-Göns soll ein multifunktionales Kultur- und Begegnungstreff für alle Generationen gestaltet werden. © Rieger

Aus zahlreichen Vorschlägen wurden knapp 30 Projektideen ausgewählt. Die Wichtigsten wurden jetzt anlässlich des 3. IKEK-Forums online vorgestellt.

Langgöns (imr). »Viele Projektideen sind seit Beginn des Dorferneuerungsprogramms IKEK entstanden. Wir kommen jetzt in die wichtige Phase, wo die Gemeinde gemeinsam mit den Bürgern entscheiden muss, wo Schwerpunkte und Prioritäten gesetzt werden müssen«, leitete der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch das 3. IKEK-Forum ein. Der Name steht für »Integriertes kommunales Entwicklungskonzept«, Langgöns nimmt als eine von 19 hessischen Gemeinden an diesem Programm teil, im April vergangenen Jahres war die Auftaktveranstaltung. Damit hat die Gemeinde die Chance, nach der Konzepterstellung, die unter reger Beteiligung der Bürgerschaft erfolgte und die nun auf die Zielgerade geht, öffentliche und private Projekte umzusetzen und damit positive Impulse für die zukünftige Gemeindeentwicklung anzustoßen.

91 interessierte Bürger aus allen Ortsteilen, darunter zahlreiche politische Mandatsträger, nahmen an der Online-Veranstaltung teil. André Haußmann vom projektbegleitenden Fachbüro »Team 360°", seine Kollegin Dr. Andrea Soboth, Diplom-Ingenieur Rainer Tropp sowie Eva Götz und Dr. Florian Warburg von der Abteilung ländlicher Raum, die das IKEK begleitet, informierten unter anderem über den weiteren Ablauf des Projekts. Eva Götz lobte die »sehr aktive und konstruktive rege Beteiligung der Bürger«. Langgöns sei im Hessenvergleich ganz vorne mit dabei. »Besonders gut gefällt mir, dass weniger an das Bewahren der Asche, sondern an die Zukunft, wichtige Projekte für Kinder und Jugendliche, gedacht wurde.« Der im vergangenen Sommer angebotene Jugendworkshop sei etwas »ganz Besonderes« gewesen, bringe er doch Jugendliche dazu, sich in weitere Prozesse und gegebenenfalls später sogar kommunalpolitisch einzubringen. Als »ganz zentrales Projekt« nannte sie die geplante Entwicklung des Paul-Schneider-Freizeitheims in Dornholzhausen. André Haußmann erläuterte, dass das fertige Konzept, das planmäßig am 2. Juni von der Langgönser Gemeindevertretung beschlossen werden soll, eine »Richtschnur für die nächsten Jahre, Jahrzehnte und darüber hinaus werden soll«.

30 Projektideen

Marius Reusch betonte, dass die Projektideen, deren Vorstellung anschließend im Mittelpunkt standen, noch Skizzen seien, die einen ersten Eindruck vermitteln sollen, wie es werden kann: »Die Projekte werden später noch planerisch im Detail geplant, Sie können auch weiter Anregungen einbringen.«

Aus den zahlreichen Vorschlägen wurden knapp 30 Projektideen ausgewählt, die noch bis zum heutigen 9. März über einen Link auf der Homepage der Gemeinde Langgöns (www.langgoens.de) von den Bürgern priorisiert werden können. Die wichtigsten darunter wurden von Rainer Tropp und einigen Mitgliedern der 16-köpfigen Steuerungsgruppe vorgestellt. Im Ortsteil Lang-Göns ist auf dem Schotterplatz am Lochermühlsweg neben dem Festplatz ein Jugendfreizeitgelände mit Pump-Track, Soccerpark, Stangenpark (Calisthenics), wo akrobatische Übungen mit Hilfe des Eigengewichts ausgeführt werden können, und einer Grillhütte geplant. Hier hatten sich im Rahmen des Jugendworkshops auch einige junge Bürger eingebracht. Einer davon, Niklas, wünschte sich »eine schnelle Umsetzung«. Als zweites Projekt im Kernort stellte Hans Noormann das Areal um das ehemalige Feuerwehrgerätehaus vor. Es soll zu einem attraktiven und multifunktionalen Kultur- und Begegnungstreff für alle Generationen gestaltet werden. Tropp nennt es »Orangerie«. Dabei sollen auch Räumlichkeiten für außerschulischen Unterricht (»grünes Klassenzimmer«) geschaffen werden. Eine Aufwertung des gesamten Areals im Bereich Bürgerhaus, Sportzentrum und Grundschule wird angestrebt. Für Espa sprach Volker Rühl. Hier soll der Dorfplatz am Feuerwehrhaus zu einem attraktiven Kommunikationsplatz entwickelt und das Gebäude besser genutzt und verschönert werden.

Platz vergrößern

Durch die Vergrößerung des Platzes erhofft man sich auch eine Verkehrsberuhigung. Für Oberkleen stellte Gerald R. Dörr das Projekt »Bürgerpark« vor: Das Dorfgemeinschaftshaus in der Brühlgasse mit dem umgebenden Gelände soll damit aufgewertet werden. Angedacht ist ein attraktiver Bürgerpark, der sich zur Kleebachaue hin zwischen dem Evangelischen Gemeindehaus bis zum Dorfgemeinschaftshaus erstreckt. In Cleeberg, so informierte Jörg Schmidt, sei das wichtigste Projekt, das die Bürger sich wünschen, der Zugang von der »Unteren Pforte« zum Bürgerhaus. Eine mögliche Nutzung des ehemaligen Volksbank-Gebäudes durch die Bücherei und weitere kleine Projekte in Richtung Tourismus nannte er außerdem. Rainer Tropp sieht Cleeberg zukünftig als »kleines Künstlerdorf«, hier gebe es ein »Riesenpotenzial«.

In Niederkleen soll in der Kirchgasse ein zentraler Platz der Niederkleener Dorfgeschichte als Treffpunkt für Bewohner und Besucher entstehen, erläuterte Doris Müller-Heinz. Dabei soll das denkmalgeschützte Heimatmuseum aus dem Jahr 1701 saniert und der Platz um die benachbarte Linde neu gestaltet werden. In Dornholzhausen informierte Petra Führer über den Umbau und die Öffnung des Glashauses am Bürgerhaus Dornholzhausen als Bürgertreff für alle Generationen, mit der Nutzungsoption, eine Kooperation mit der angrenzenden Gaststätte »Zum Kleebachtal« einzugehen.

Zum Schluss informierte Dr. Florian Warburg über den Fahrplan für die Förderung von privaten Vorhaben im Rahmen von IKEK, die in allen Ortsteilen mit Ausnahme der Kerngemeinde in ausgewiesenen Bereichen möglich ist. Wenn das Konzept wie geplant Anfang Juni von der Gemeindevertretung beschlossen wird, können anschließend die privaten Förderanträge gestellt werden. Die Beratung dazu ist kostenlos. Fragen können schon jetzt per E-Mail an dorfentwicklung@langgoens.de gestellt werden.

»Wir wollen die Gemeinde konkret nach vorn bringen und weiterentwickeln, mit diesem Programm haben wir ein gutes Handwerkszeug und einen Leitfaden für uns«, bilanzierte der Bürgermeister am Schluss. Er lobte die zweistündige Veranstaltung als »kurzweilig, interessant und engagiert« und dankte allen Beteiligten.

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