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Hessenweit höchster Hamsterbestand

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Von: Imme Rieger

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Martin Wenisch, hier mit einem Feldhamster aus der Langgönser Zuchtstation, freut sich über die tollen Zahlen im Hessischen Biodiversitätsbericht. Foto: Rieger © Rieger

Holzheim und Langgöns sind die Hauptakteure, die den Biodiversitätsbericht des Landes Hessen positiv geprägt haben.

Langgöns (imr). »Keine Gemeinde in Hessen weist höhere Hamsterbestände auf als Holzheim und Langgöns. Somit gehören wir zu den wichtigsten Hauptakteuren, die den Biodiversitätsbericht des Landes Hessen positiv geprägt haben«, das sagt Martin Wenisch, 1. Vorsitzender des Nabu Lang-Göns, aus aktuellem Anlass.

»Auf der Kippe«

Denn vor wenigen Tagen wurde der neue hessische Biodiversitätsbericht vorgestellt. Wie darin berichtet wird, sind die Zahlen der Feldhamster in Hessen leicht gestiegen. Seien in der Vergangenheit immer weniger Hamsterbaue beobachtet worden, so seien jetzt zum ersten Mal in Hessen die Zahlen mehr geworden, heißt es in dem Papier. Jedoch jetzt schon von einer Trendwende zu sprechen, ist in den Augen des Langgönser Nabu-Vorsitzenden etwas verfrüht. Das Ganze steht für ihn immer noch »sehr auf der Kippe«. Auch wenn andere Institutionen unbedingt Erfolgsmeldungen bräuchten, gibt Wenisch zu bedenken, halte sich der Langgönser Nabu in seiner Beurteilung bedeckter.

Nichtsdestotrotz kann der Ortsverein eine bemerkenswerte Erfolgsbilanz vorlegen: »Da hat sich die jahrelange ehrenamtliche Arbeit des Nabu wirklich ausgezahlt, denn mit den beiden von uns betreuten Populationen in Holzheim und Lang-Göns stehen wir in Hessen, was die Dichte der Baue anbetrifft, ganz oben und sind in Hessen an der Spitze«, betont Martin Wenisch. Von den gesamten festgestellten Feldhamsterbauen in Hessen stammen mehr als die Hälfte aus Mittelhessen, berichtet er.

Die jahrelange gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten und den immer wieder neu auszuhandelnden Artenschutzmaßnahmen in der Feldflur seien die Grundlage der sehr positiven Entwicklung. Es sei ein großer Erfolg von allen, die an diesem interkommunalen Artenschutzprojekt teilnehmen. »Wir sind hoch zufrieden«, so Wenisch weiter, »es geht in die richtige Richtung.« Und auch die Gemeinden Pohlheim und Langgöns könnten eine solch gute Nachricht durchaus gebrauchen. Denn beide Kommunen stünden mit dem Natur- und Artenschutz häufig auf dem Kriegsfuß. Falle Langgöns in der jüngsten Zeit vor allem durch unterlassene Ausgleichsmaßnahmen auf, so sei es in Pohlheim das Gezerre um das Gewerbegebiet Ost, auf dem versucht werde, einen naturschutzfachlich korrekten Feldlerchen- und Rebhuhnausgleich zu verhindern.

»Die von uns mitbetreute Artenschutzstation Feldhamster und das Feldflurprojekt Gießen Süd, an dem wir ebenfalls mitarbeiten, haben uns weitere Hamsterzuwächse beschert«, freut sich der Naturschützer.

Toller Erfolg

Auch dass nun weitere Personen und Naturschutzverbände in der heimischen Region den Feldhamster für sich und für ihre Naturschutzarbeit entdeckt haben, erfülle ihn mit Stolz, unterstrich Wenisch. »Dies kann der Sache nicht schaden und entlastet die Akteure vom Nabu, die früher häufig allein unterwegs waren, ungemein. Nun hat man auch mal in den Sommermonaten für andere Tätigkeiten Zeit, die vorher liegen geblieben sind«, so der Artenschützer weiter. »Hätten wir in der Vergangenheit nicht so einen guten Feldhamsterschutz betrieben und keinen sehr engen Kontakt zu den Landwirten gehalten, wäre eine solch positive Hamsterentwicklung in Hessen so nicht möglich gewesen«, betont er abschließend und fasst zusammen: »Es ist eben ein toller Erfolg und ein Leuchtturmprojekt im Gießener Südkreis.«

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