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Die Langgönser Klimaschutzmanagerin Susanne Müller (vorne) mit dem Klimaschutz-Maskottchen des Landkreises Gießen und Messebesuchern. © Rieger

Die Energieeffizienzmesse 2022 Langgöns am vergangenen Wochenende war für alle Beteiligten ein voller Erfolg.

Langgöns (imr). »Die Ausstellung ist vielfältig, von der Baufinanzierung bis zum Rohstofflieferanten können sich Häuslebauer und Häuslebesitzer von A bis Z informieren«, brachte eine Ausstellerin der Energieeffizienzmesse 2022 im Bürgerhaus des Ortsteils Lang-Göns das Thema auf den Punkt. Gemeinsam mit den Nachbarkommunen Linden und Pohlheim hatte die Gemeinde Langgöns unter Federführung ihrer Klimaschutzmanagerin Susanne Müller diese Messe-Premiere auf den Weg gebracht.

»Die Messe war sehr gut besucht und ein voller Erfolg«, freute sich der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch am Abend. 21 Aussteller deckten die komplette Palette der Themen rund um »energieeffizientes Bauen und Sanieren« ab, der Eintritt war frei. Reusch und sein Amtskollege Jörg König aus Linden eröffneten die Schau, die von der ersten Minute an gut besucht war. »Es war für uns ein Novum, eine solche Messe auszurichten, die Resonanz zeigt uns, dass das Thema sehr wichtig ist«, sagte Reusch. »Durch den schrecklichen Krieg in der Ukraine hat es in den vergangenen Wochen noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Die Messe kommt jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt«, betonte der Rathauschef. Die individuellen Beratungen an den verschiedenen Ständen seien »eine große Hilfestellung und ein wichtiger Baustein« für die Besucher. Reusch dankte ausdrücklich Susanne Müller und ihren beiden Kollegen, Nicole König aus Pohlheim und Michael Kauer aus Linden für ihr Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung der Messe. Auch der Lindener Bürgermeister Jörg König sprach ein Grußwort und kündigte an, dass die nächste Messe dann in Linden oder Pohlheim stattfinden werde. »Das Thema wird uns weiterhin sehr begleiten und wir werden immer noch eins draufsetzen müssen«, lautete seine Einschätzung.

Mehrere Fachvorträge waren ebenfalls gut besucht und informierten unter anderem über Erdwärme, Wärmepumpensysteme, Wärme durch Infrarot und Brennstoffe der Zukunft.

Im Innenbereich des Bürgerhauses konnten sich die Besucher über alternative Heizsysteme und Brennstoffe, die Nutzung von Geothermie als Heizquelle, regenerative Energieerzeugung mit Photovoltaik und Solarthermie, Dämmstoffe für die Gebäudehülle, über Fördermöglichkeiten, Finanzierungen und vieles mehr informieren. Auch die LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) war mit einem Informationsstand dabei. Ganz besonders umlagert waren die Stände der Firmen, die Wärmepumpen und Solartechnik anboten, denn für viele Bürger stellt sich das Thema Gas- / Ölheizung aktuell ganz neu dar. Hier berieten die Fachleute individuell über die Technik und die Möglichkeiten zum Einbau solcher Systeme.

Interessante Fachgespräche

»Mit so vielen Gesprächen haben wir nicht gerechnet, und es ist noch icht mal 12 Uhr«, zeigte sich die Mitarbeiterin eines Sachverständigenbüros für Bauplanung und Sanierung sehr positiv überrascht. »Die Messe ist gut angelaufen, wir haben schon viele interessante Fachgespräche geführt. Die Leute sind gut informiert und fragen viel nach«, bilanzierte am Mittag der Mitarbeiter einer Energiestofffirma aus Langgöns, die unter anderem Brennstoffe, Pellets und Ladesäulen im Portfolio hat. Ein Besucher sagte: »Die Idee, eine solche Ausstellung anzubieten, ist hervorragend. Insbesondere beim Thema Alternativen für Gas und Öl gibt es großes Interesse.« Die Mitarbeiterin einer Firma, die Wärme aus Sonne und Holzpellets anbietet, lobte ebenfalls die gute Resonanz der Besucherzahlen: »Wir haben heute die Erfahrung gemacht, dass die Leute nicht genau wissen, was sie haben möchten. Viele sagen, dass sie ja schon viel gehört hätten.« Für solche noch unentschlossene Kunden biete man auch unverbindliche Erstberatungsabende an.

Auf dem Außengelände des Bürgerhauses fanden die Besucher Anbieter zur E-Mobilität mit Ladeinfrastruktur wie Ladesäulen und Wallboxen. Wer Lust hatte, konnte sich über E-Fahrräder und E-Lastenräder informieren und diese auch probefahren. Auch für das leibliche Wohl war mit süßen und herzhaften Snacks gesorgt.

»Ich bin echt glücklich, dass so viele Leute kommen«, freute sich Susanne Müller. Das Alter der Messebesucher - es deckte alle Generationen ab - spiegele wider, dass viele jetzt ihre Häuser, die sie vielleicht vor 30 Jahren oder mehr gebaut haben, sanieren wollten. »Auch junge Leute, die ein gebrauchtes Haus gekauft und dieses jetzt sanieren wollen oder die neu bauen wollen, finden hier viele Informationen, es ist ein guter Mix«, sagte sie. Auch Michael Kauer und Nicole König zeigten sich sehr zufrieden.

Dass das Know-how bei den Erneuerbaren Energietechnologien sehr dynamisch ist und sich permanent weiterentwickelt, wurde beispielsweise beim Vortrag von Andreas Hofheinz von der LandesEnergieAgentur (LEA) Hessen zum Thema »Geothermie in Hessen« deutlich. So seien beispielsweise Angaben zur Leistung von Wärmepumpen, die auf Zahlen von 2017 beruhen würden, heute fast schon wieder veraltet, weil die Systeme mittlerweile verbessert wurden.

Der Experte für Erneuerbare Energietechnologien und Systemtransformation referierte anschaulich zu Möglichkeiten der Erdwärmenutzung und empfahl, sich weiterführend zu informieren. Er erklärte die Möglichkeiten der Erdwärmenutzung unter anderem mittels Erdwärmekörben, Erdwärmekollektoren, Grundwasserwärmepumpen und Erdwärmesonden. Die LEA Hessen bereitet aktuell Erkundungsbohrungen in allen Landesteilen vor. Auch in Dornholzhausen wird es im designierten Baugebiet »Blankweg« eine solche Erkundungsbohrung geben. Ein komplettes Kostenbeispiel für eine Maßnahme wollte Hofheinz nicht nennen, vor drei Monaten habe er das noch gemacht, aber die Preise gingen derart durch die Decke, dass eine seriöse Berechnung momentan nicht mehr realistisch sei. Eine Zahl ließ er sich dann doch noch entlocken: Für die reine Erkundungsbohrung mit einer Tiefe von 150 Metern müsse man ungefähr 15 000 Euro einkalkulieren.

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Schon gleich nach der offiziellen Eröffnung am Morgen war die Energieeffizienzmesse gut besucht. © Rieger

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