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Institution im heimischen Handball

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Von: Imme Rieger

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Das erfolgreiche Männerteam nach der Siegerehrung des Deutschen Pokalendspiels der Amateure 2015. Foto: SG Kleenheim © SG Kleenheim

Mit einem Kommersabend feiert die SG Kleenheim - heute HSG Kleenheim/Langgöns - ihr 50-jähriges Bestehen.

Langgöns (imr). 50 Jahre SG Kleenheim - heute lautet der offizielle Name HSG Kleenheim/Langgöns - werden am morgigen Freitag, 9. September, um 20 Uhr im Bürgerhaus Niederkleen mit einem Kommersabend gebührend gefeiert. Herbert Röhrich, der 1. Vorsitzende, wird die Gäste begrüßen, die Geschichte der SG Kleenheim von 1972 bis heute stellt Jürgen Klein, Gründungs- und Vorstandsmitglied, langjähriger aktiver Spieler und erfolgreicher Trainer, vor. Landrätin Anita Schneider, der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch, Gunter Eckart, der Präsident des Hessischen Handballverbandes, und Professor Dr. Heinz Zielinski, Vorsitzender des Sportkreises Gießen, werden neben Grußworten auch Ehrungen vornehmen.

Im Rahmenprogramm gibt es eine Handball-Talkrunde mit prominenten Sportlern, das »urtypische Aufwärmen einer Mannschaft« wird die weibliche Jugend D/C demonstrieren und die SG Kleenheim wird »in Ton und Bild« präsentiert. Musikalisch umrahmen der Musikzug Oberkleen/Griedel, die Sangesfreunde Kleebachtal und der Chor des MGV Liederkranz Niederkleen den Abend. Viele »Ehemalige« werden ebenfalls zu Gast sein und ihr Wiedersehen in geselliger Runde genießen. Das 50-jährige Jubiläum der SG Kleenheim ist für Jürgen Klein, »Macher« der SG, der ehrenamtlich bereits seit 50 Jahren im Vorstand aktiv und weit über die Grenzen von Niederkleen hinaus seit Jahrzehnten eine Institution im heimischen Handball ist, Grund genug, die Vereinsgeschichte Revue passieren zu lassen. »Die SG Kleenheim ist zunächst aus den beiden Handballabteilungen des TSV Niederkleen und des TSV Oberkleen hervorgegangen und nahm 1972 ihren Anfang«, erinnert er sich. Bäckermeister Wilhelm Wächtershäuser aus Niederkleen und Ewald Glaum von Oberkleener Seite seien sicherlich die maßgeblichen Triebfedern zu diesem Zusammenschluss gewesen und waren »Idealisten in höchstem Maße«. Wilhelm Wächtershäuser war dann auch über zehn Jahre der 1. Vorsitzende der SG und Ewald Glaum der Spielwart. Am 9. Februar 1972 wurde die Vereinigung der beiden Vereine unterzeichnet, heute leben mit Bernd Glaum aus Oberkleen und Jürgen Klein aus Niederkleen leider nur noch zwei Zeitzeugen.

Große Erfolge

Der vorausgegangene politische Zusammenschluss im Rahmen der Gebietsreform der beiden Gemeinden Nieder- und Oberkleen zu der Gemeinde Kleenheim war seinerzeit Namensgeber der neuen Spielgemeinschaft. »Den Namen Kleenheim gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr, oft wurde ich bei Auswärtsspielen gefragt, wo denn Kleenheim liegt, der Ort war auf keiner Karte zu finden und später auch in keinem Navi verzeichnet. Aber die vielen Erfolge unserer Mannschaften bis auf die Ebene des Deutschen Handballbundes haben Kleenheim auf der sportlichen Bühne bekannt gemacht«, betont Klein. Gab es in den ersten Jahren viel zu wenig Hallentrainingsmöglichkeiten, wurde im September 1982 die neue Weidig-Sporthalle in Oberkleen eingeweiht, und von da an wurde die SG immer erfolgreicher.

Am 1. Juli 1988 folgte der Anschluss des TSV Ebersgöns an die SG Kleenheim, ein Zusammenschluss, der bis heute besteht. »Er brachte uns in der Spitze bis zu 20 Mannschaften, alleine fünf Frauenmannschaften. Die Erfolge unserer Frauenmannschaften und unserer Männermannschaften, wobei auch hier die Zweiten Teams mit einbezogen werden müssen, sind auf der Basis einer erfolgreichen Jugendarbeit entstanden und somit dem Nachwuchs zu verdanken«, erinnert Klein.

Höhen und Tiefen

Im weiblichen Bereich waren die Trainerinnen Anja Schönwetter und Ursel Asboe, und im männlichen Bereich Volker Glaum, Horst Rüspeler und Jens Neumeyer die Erfolgsgaranten. »Die Geschichte der SG Kleenheim ist auch Eure Geschichte«, unterstreicht Klein und erinnert an Höhen und Tiefen im Vereinsleben. So gelang der 1. Frauenmannschaft zum Beispiel 1983 der Aufstieg in die 1. Bundesliga. 14 Jahre waren die Frauen in der 2. Bundesliga und zehn Jahre in der 3. Bundesliga erfolgreich. Der 1. Männermannschaft gelang der Aufstieg in die Hessische Oberliga. 2010 /11 qualifizierte sie sich ein Jahr für die 2. Bundesliga, war auch unter anderem mehrfach Hessenmeister.

Ein besonders bemerkenswertes Highlight ist das Pfingstturnier, das sich über eine Zeitspanne von 42 Jahren bereits hält und an dem in der Spitze bis zu 140 Mannschaften teilnahmen. »Das ist sicherlich eine ganz große Besonderheit innerhalb des Hessischen Handballverbandes.« Nicht unerwähnt ließ Jürgen Klein die »Schnecken«, eine Frauengruppe, die sich selbst ihren Namen gab und sich bei Veranstaltungen um das leibliche Wohl kümmert.

Sein ausdrücklicher Dank galt auch den langjährigen Sponsoren.

Jürgen Kleins Fazit nach 50 Jahren SG: »Wir haben in diesen Jahren nicht alles richtig gemacht, aber wir haben vieles gut gemacht.«

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Gründe ihre sportlichen Erfolge zu feiern, gab es für die Handballerinnen viele. Foto: SG Kleenheim © SG Kleenheim

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