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Keine gute Visitenkarte

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Keine schöne Visitenkarte: Das Bahnhofsgebäude und das umliegende Gelände. © Rieger

Das Lang-Gönser Bahnhofsumfeld soll aufgewertet werden. Ziel ist es, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen.

Langgöns (imr). Das Sicherheitsgefühl am Bahnhof Lang-Göns soll erhöht werden, das fordert ein Antrag der Langgönser SPD. In der Sitzung des Sozialausschusses der Gemeinde, der unter Vorsitz von Gerald R. Dörr (SPD) tagte, berichtete der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch (CDU) über den Sachstand. »Das Bahnhofsumfeld ist durch das unschöne Gebäude und die Lärmschutzwände keine gute Visitenkarte für die Gemeinde und es erzeugt bei vielen Menschen ein Unsicherheitsgefühl«, sagte er. Die Kriminalstatistik der Polizei Gießen führe diesen Ort als »eigentlich unauffällig«, es gebe dort keine erhöhte Kriminalität. Reusch sieht das Problem eher in »dieser Gemengelage« und glaubt, »dass wir dieses Problem erst richtig lösen, wenn wir das ganze Umfeld aufwerten«.

Im Rahmen einer Umfrage unter Senioren, die der Langgönser Seniorenbeirat vor etwa drei Jahren bei Studenten der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung beauftragte, hatte der Bahnhof in Lang-Göns bei der Frage, wo sie sich unsicher fühlen, mit großem Abstand an erster Stelle gestanden. Diese Wahrnehmung sei zwar subjektiv, müsse aber ernst genommen werden, betonte Reusch. »Das Thema gilt nicht nur für Senioren, sondern für die gesamte Bevölkerung«, betonte Rudolf Seitz als Sprecher des Seniorenbeirats. Seitdem 2019 die Lärmschutzwände errichtet wurden, hat sich das Unsicherheitsgefühl der Bürger auf dem Bahnsteig erhöht, denn der ist seitdem kaum noch einsehbar.

Der Bürgermeister berichtete, dass über die Teilnahme der Gemeinde an der kommunalen Sicherheitsinitiative »Kompass« bald »Bewegung in die Sache kommt«. Im März startete dieses Projekt in Langgöns. »Kompass« steht für KOMmunalProgrammSicherheitsSiegel und ist ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden in Hessen. Es zielt auf eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Polizei und Kommune ab.

Bessere Ausleuchtung

Dabei bietet die Polizei an, gemeinsam mit den Kommunen und den Bürgern die spezifischen kommunalen Sicherheitsbedürfnisse, also auch die Sorgen und Ängste der Bevölkerung, zu erheben, zu analysieren und gemeinsam ein passgenaues Lösungsangebot zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention.

»Wir haben den Standort Bahnhof in den vergangenen Monaten verstärkt beobachtet und waren auch gezwungen, dort präsent zu sein«, berichtete der Rathauschef. Im Februar und März habe es dort »etliche Anflüge von Corona-Spaziergängen« gegeben, immer donnerstags, man habe das von Anfang an mit einer »relativ starken Präsenz« beobachtet. Reusch berichtete auch von dem Phänomen, das in der Kriminalistik mit dem Begriff Sicherheitsparadoxon bezeichnet wird: »In dem Moment, wo die Polizei präsent ist, betrachten die Bürger diesen Ort als unsicher.« In der Vergangenheit habe es im Bahnhofsbereich nur vereinzelt Zwischenfälle gegeben. Über den Sommer laufe nun das »Kompass«-Programm an. Dabei werden auch Umfragen in der Bevölkerung gemacht. Mit den Erfahrungen der Polizei sollen dann an dem Standort Maßnahmen ergriffen werden, das Unsicherheitsgefühl zu reduzieren. Dabei hofft der Bürgermeister, dass schon eine bessere Ausleuchtung des Geländes positive Wirkung zeigen wird. »Das ist für mich ein großes Thema, es gibt viele dunkle Ecken, Hecken und Büsche, da kann man am ehesten etwas nachsteuern, auch im Bereich der Unterführung.« Denn um auf den Bahnsteig zu gelangen, seien die Wege relativ weit, je nachdem, woher die Leute kommen. Aus dem Gremium kam auch der Vorschlag einer Videoüberwachung.

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