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Korkschicht statt Granulat?

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Der Kunstrasen des TSV Lang-Göns sieht sehr ordentlich aus. Dafür sorgt regelmäßige Pflege, Verschmutzungen werden wiederkehrend abgekehrt. Foto: Rieger © Rieger

Die Planungen zur Sanierung der Ortsdurchfahrt und die Beschaffenheit des Kunstrasenplatzes, die bei Regen für Probleme sorgt, waren Themen im Ortsbeirat Langgöns..

Langgöns (imr). Die Planungen zur Sanierung der Ortsdurchfahrt Lang-Göns wurden vom Ortsbeirat des Ortsteils, der unter Vorsitz von Denise Boller tagte, nach langer Diskussion einstimmig abgelehnt. Insbesondere die vorgeschlagene Ampellösung in der Straße Am Mühlberg stieß auf Widerstand. Alternativ schlägt der Ortsbeirat vor, dass die Gemeinde eigenverantwortlich die anstehenden Sanierungen des Kanal- und Abwassersystems übernimmt und in diesem Zusammenhang die Fahrbahndecke der Ortsdurchfahrt erneuert. Die Bürgersteige sollen bei ihren jetzigen Abmessungen bleiben.

Mindestens jedoch soll die Sanierung des Abschnitts »Am Mühlberg« aus der vorgelegten Machbarkeitsstudie herausgenommen und die Sanierung separat durch die Gemeinde Langgöns geplant und durchgeführt werden. Im Zusammenhang mit der Gesamtmaßnahme möchte das Gremium vom Gemeindevorstand auch wissen, wie sich das von der Gemeindeverwaltung erstellte Park- und Wegekonzept in die geplanten Maßnahmen einfügen lässt beziehungsweise ob dies in den Planungen überhaupt berücksichtigt wurde.

Weil viele Pkw die Ortseingänge mit hoher Geschwindigkeit passieren, bittet der Ortsbeirat den Gemeindevorstand, eine Errichtung von Querungshilfen oder Insellösungen zur Geschwindigkeitsminimierung zu prüfen.

Auch in der Leihgesterner Straße ortsauswärts sei dringender Handlungsbedarf gegeben. Ein offener Eingang am Spielplatz gegenüber des alten Feuerwehrgerätehauses soll mit einem Törchen gesichert werden, weil durch die geänderte Verkehrsführung hier nun viele Pkw vorbeifahren.

Martin Lüdge, Abteilungsleiter Fußball beim TSV Lang-Göns, erläuterte die Frage, ob das eingesetzte Granulat auf dem Kunstrasenplatz gesundheitsschädlich sei. Es handelt sich um EPDM, das ist die Abkürzung für Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk, das Gemisch soll nicht gesundheitsschädlich sein. Allerdings enthalte es Mikropartikel, die nicht wasserlöslich sind und das Wasser somit verunreinigen. Nach starken Regenfällen wird es wegen des Gefälles vom Platz auf die Straße gegenüber des alten Feuerwehrgerätehauses gewaschen. Minimieren könnte man dieses Auswaschen durch das Einbringen von Sand auf dem Platz. Um die Belastung der Gewässer durch Mikroplastik zu senken, wäre es auch möglich, das Granulat durch eine Korkschicht auszutauschen.

Vor einigen Jahren gab es bereits Überlegungen in der Fußballabteilung, das Granulat des Platzes zu erneuern. Dies hätte 40 000 Euro gekostet und fünf Jahre gehalten. Martin Lüdge legte dar, dass der Platz nach 15 Jahren Nutzung, das wird 2024 sein, ohnehin einer Grunderneuerung bedarf. Wann dies gemacht wird, hänge von der Gemeinde Langgöns ab, denn diese müsste die finanziellen Mittel bereitstellen. Der TSV würde parallel dazu entsprechende Zuschüsse beantragen.

Einstimmig beschloss der Ortsbeirat, beim Gemeindevorstand anzufragen, wie der aktuelle Sachstand zur Erneuerung des Belags des Kunstrasenplatzes ist.

Die Premiere des Ortswandertages war rundum gelungen, besonders viele Familien mit Kindern nahmen an der Veranstaltung, die der Ortsbeirat initiiert hatte, teil. Sie soll im kommenden Jahr am ersten Septemberwochenende erneut angeboten werden.

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