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Mäusejäger sucht Politiker heim

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Von: Imme Rieger

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Die Samtpfote nutzte ihren Besuch, um Marius Reusch (links) um die Beine zu streichen und sich streicheln zu lassen. Dann ging es weiter zum Ausschussvorsitzenden Gerald R. Dörr und Protokollantin Kirstin Velten-Wanke. Foto: Rieger © Rieger

Ein ungewöhnlicher Katzenbesuch sorgte im Langgönser Sozialausschuss für fröhliche Abwechslung.

Langgöns (imr). In London ist Kater Larry weltbekannter Mäusejäger in der Downing Street Nummer 10. In Langgöns könnte er vielleicht einen Nachahmer finden. Hier mogelte sich eine Katze in die Sozialausschusssitzung. Und die wusste auch gleich, wer Herr im Hause ist. Sie strich zunächst um die Beine von Bürgermeister Marius Reusch, bevor sie sich andernorts Streicheneinheiten abholte und dann verschwand.

Die Mitglieder des Langgönser Sozialausschusses um ihren Vorsitzenden Gerald R. Dörr (SPD) berieten die Grundpflege der Sportplätze in den Ortsteilen Lang-Göns, Dornholzhausen, Cleeberg und Espa in den Jahren von 2022 bis 2026. Vertreter der Sportvereine waren gekommen, um mit den Ausschussmitgliedern in den Dialog zu treten.

In der Großgemeinde Langgöns gibt es zurzeit acht Sportplätze, die für den Vereinssport genutzt werden. Diese befinden sich in unterschiedlichen Ausbauzuständen und Bestandssituationen. Zudem gebe es natürlich Wünsche, erklärte Bürgermeister Marius Reusch (CDU).

Eingehend wurde über alle Plätze beraten. Der Rathauschef bilanzierte am Ende: »Das war heute der Aufschlag, drei große Brocken haben wir zeitnah vor der Brust. Es sind die Plätze in Dornholzhausen, Cleeberg und der Kunstrasen in Lang-Göns.« In Lang-Göns stehe die Sanierung des mittlerweile zwölf Jahre alten Kunstrasenplatzes, der stark beansprucht wird, an.

Kunstrasen sanierungsbedürftig

Martin Lüdge von der Fußballabteilung informierte, dass eine Sanierung etwa 250 000 Euro kosten würde, das ist halb so viel wie ein neuer Platz. Der Verein werde demnächst einen entsprechenden Antrag stellen. 300 Spieler nutzten den Platz aktuell.

Auf dem Rasenplatz des FC Cleeberg (FCC), der von über 200 aktiven Fußballern genutzt wird, gibt es seit der Sanierung vor ein paar Jahren durch eine Fachfirma große Probleme mit dem Unterbau. Hier soll der Gemeindevorstand umgehend einen fachlichen Gutachter beauftragen, um festzustellen, was notwendig ist, um den Platz dauerhaft wieder »lebensfähig« zu machen.

Die Cleeberger Ortsvorsteherin Heidi Tonhäuser (SPD) betonte: »Fußball ist das Wesentliche bei uns im Dorf, ich sehe eine gewisse Dringlichkeit, hier ist Bedarf da, und der ist dringend.« Erik Schimpf, der Vorsitzende des FCC, bestätigte dies. Auch Jürgen Knorz (CDU) unterstrich die Dringlichkeit und forderte, dass der Gemeindevorstand sofort aktiv werde und einen Sachverständigen beauftrage. Der Bürgermeister stimmte dem zu und möchte die Sanierung im kommenden Jahr angehen. Bezüglich einer Flutlichtanlage auf dem Platz sei die Gemeinde in der Vorprüfung.

Kleinspielfeld in Dornholzhausen

In Dornholzhausen möchte die Fußballabteilung des TV »Gut Heil« Dornholzhausen mit Felix Plescher an der Spitze auf dem Festplatz ein Kleinspielfeld als Rasenplatz errichten, wobei zugleich die Festplatzfunktion erhalten bleiben soll. 120 aktive Fußballer kicken im Verein auf dem Rasenplatz am Waldrand, die Tendenz ist steigend. Doch hier fehlt das Flutlicht und im Winter gibt es Konflikte mit den Hallenzeiten. »Das steht unserer Entwicklung im Weg«, unterstrich Plescher. Der Bürgermeister will den Wunsch nach einem Fußballfeld auf dem Festplatz unterstützen. »Im Verein hat eine beachtliche Aufbauleistung stattgefunden«, lobte er. Für das Vorhaben muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die veralteten Flutlichtmasten und Leitungen auf dem Gelände müssten erneuert werden.

In den Fraktionen soll nun über die drei geplanten Maßnahmen beraten werden, um anschließend eine Priorisierung vorzunehmen. »Wir wollen diese Maßnahmen in den nächsten drei bis vier Jahren unterbringen«, kündigte Reusch an.

Der Hartplatz auf dem Sportgelände in Lang-Göns soll noch in diesem Jahr grundhaft hergestellt werden, sodass er zusätzliche Trainingskapazität insbesondere im Winter ermöglicht. Volker Rühl (SPD) bot den Cleebergern schon jetzt an, während der Sanierungsphase ihres Platzes in Espa zu trainieren. Mit der Bemerkung »Der Branntweinweg ist gemacht« sorgte er für Lacher im Publikum.

Bei den übrigen Sportplätzen stehen keine größeren Sanierungsmaßnahmen an. Bei der Grundpflege hat die Gemeinde für die Jahre 2022 bis 2026 ein Pflegepaket geschnürt, um die dauernden Anforderungen an die Sportplatzpflege zu erfüllen. Eine Fachfirma wird die Plätze in Cleeberg, Dornholzhausen, Lang-Göns und Espa regelmäßig professionell pflegen. Dies kostet die Gemeinde für den genannten Zeitraum 100 000 Euro.

»Bisher ist die Sportplatzpflege sehr stark von den Vereinen getragen worden, der Bauhof hat das Mähen übernommen und vor allem Material wie Dünger und kleinere Gerätschaften zur Verfügung gestellt«, erläuterte der Bürgermeister. Damit die Vereine zwischen den Grundpflegearbeiten der Fachfirma ergänzend pflegen können, wurden vier Rasenmäher angeschafft.

Warum keine Roboter?

Christoph Meywald (FW) kritisierte, dass die Gemeinde keine Mähroboter angeschafft habe, sie seien klimafreundlicher und würden Personal einsparen. Reusch erwiderte, dass es im vergangenen Februar der Wunsch der Vereine war, Aufsitzmäher anzuschaffen. »Wenn es eine technische Weiterentwicklung gibt, kann man das immer noch umstellen.« Felix Plescher argumentierte, dass ein Roboter die Flächen auf dem Platz seines Vereins gar nicht bewältigen würde. Volker Rühl, Vorsitzender von Blau-Weiß Espa, schloss sich dem an. »Wenn es zukünftig weitere Anschaffungen gibt, werden wir uns darüber sicherlich Gedanken machen«, sagte Gerald R. Dörr (SPD).

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