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Mehr Geld in der Kasse

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Die Baukosten sind zwar teurer geworden, doch die Gemeindefinanzen in Langgöns liegen weiter im Plus, sogar mehr als geplant.

Langgöns (twi). Allerorten erhöhte Baukosten, wie sieht das im Langgönser Haushalt aus? Diese Frage beantwortete Bürgermeister Marius Reusch (CDU) im vorbereitenden Hauptausschuss in Langgöns. Das Gemeindeparlament tagt am kommenden Donnerstag letztmals vor der Sommerpause um 20 Uhr im Niederkleener Bürgerhaus.

Für das Bauvorhaben in der Wiesenstraße 18 (Faselstall) im Kernort wird eine Verteuerung um 62,7 Prozent erwartet. 645 000 Euro wurden geschätzt, mittlerweile hat sich die Auftragssumme auf 1,05 Millionen Euro erhöht. Im Faselstall ist unter anderem die Seniorenwerkstatt beheimatet.

Ursprünglich sollte nach den Worten von Reusch die Außenhülle unverändert bleiben, allerdings muss der Giebel aus statischen Gründen angehoben werden.

Jeweils 30 Prozent teurer als geplant werden die beiden Brückenbauwerke Brückenstraße in Oberkleen und Mandlerweg in Dornholzhausen. Rund 235 000 Euro soll der Bau in Oberkleen und 285 000 Euro der in Dornholzhausen kosten.

Das Feuerwehrhaus in Dornholzhausen verteuert sich um 17,5 Prozent nach zunächst geschätzten 898 000 auf nun 1,12 Millionen Euro.

»Die Energiekostenentwicklung schlägt sich aufgrund vorhandener Verträge voraussichtlich noch nicht in diesem Haushaltsjahr nieder«, teilte Kämmerer Mark Zimmermann mit .

Minimal weniger Gewerbesteuer

Im Bereich der Gewerbesteuer wird mit einer geringen Unterschreitung des Ansatzes gerechnet und die Summe um 100 000 Euro auf 4,7 Millionen Euro reduziert. »Es sind viele Betriebsabrechnungen aus Corona-Zeiten noch nicht absehbar.

Im Anordnungssoll enthalten sind noch rund 350 000 Euro an Vorauszahlungen, die das Finanzamt für eine Firma festgesetzt hat, die derzeit nicht auffindbar ist. Daher ist hier aus Sicht der Finanzverwaltung eher nicht mit Zahlungen zu rechnen.

Im Prinzip kann man mit dem Mehrertrag bei Einkommen- und Gewerbesteuern zufrieden sein. Trotzdem sind die momentanen Schätzungen bis zum Jahresende nur sehr schwer möglich, da niemand die genauen Folgen von Pandemie, Ukraine-Krieg und hoher Inflationsrate für die Entwicklung im vergangenen Halbjahr abschätzen kann«, erklärte Zimmermann den Ausschussmitgliedern.

Ins Auge fiel, dass gerade im Bereich der Buß- und Verwarnungsgelder erhebliche Abweichungen bestehen, da an sich in diesem Jahr 50 000 Euro an Einnahmen verbucht werden sollten, doch wurde dieser Ansatz mittlerweile auf zehn Prozent des angesetzten Betrages reduziert, weil allein im ersten Halbjahr lediglich 1900 Euro eingenommen wurden. Die Erklärung dazu lieferte Reusch, der eingestand, dass momentan keine Verkehrsüberwachung vorgenommen werden könne, weil es kein Gerät gebe und sich der Messverbund Wettenberg, Staufenberg, Heuchelheim und Lahnau mittlerweile aufgelöst habe.

Messungen liegen brach

Die aktuelle Mietlösung eines Gerätes war bis Ende des Jahres vorgesehen und soll nun bis Mitte 2023 ausgeweitet werden. Allerdings wurden zwei Stunden Testmessungen in Niederkleen gemacht und 75 Fahrzeuge gemessen, die zu schnell waren. »Es ist ein Punkt, der zu lange brach lag«, räumte Reusch ein und verwies dabei auf ein noch andauerndes Schadenersatzverfahren.

Im Nachgang soll dann ein neuer Ordnungsbehördenbezirk gebildet werden, um ein neues Gerät anzuschaffen und einzusetzen. Zum Stichtag 30. Juni waren an flüssigen Mitteln 1,75 Millionen Euro vorhanden. Zu dem Kassenstand gehöre noch ein an die Gemeindewerke Langgöns zur Liquiditätssicherung ausgeliehener Betrag in Höhe von 500 000 Euro, der die Summe erhöhe. Investitionskredite wurden in Höhe von 600 000 Euro für die Ablösung des Paul-Schneider-Heimes in Dornholzhausen aus dem KfW-Sonderprogramm »Flüchtlingsunterkünfte« aufgenommen. Das aktuelle positive Ergebnis des Haushaltes verbessere sich von 27 244 Euro letztlich auf 248 955 Euro.

Hans Dern (Grüne) fragte nach, ob es bei den Sporthallen Einsparungspotenzial gebe. »Ich möchte die Sportler nicht kalt duschen lassen«, erwiderte der ehemalige Handballer Reusch und verwies darauf, dass die Gemeinde bei Strom und Gas noch in festen Verträgen bis Ende des Jahres gebunden sei.

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