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Nächtlichen Verkehrslärm reduzieren

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Von: Imme Rieger

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In der verkehrsgeplagten Ortsdurchfahrt im Ortsteil Lang-Göns soll die Geschwindigkeit auf Tempo 30, zunächst für die Nachtstunden, reduziert werden. Das Verfahren ist im Gange. Foto: Rieger © Rieger

Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30, zunächst für die Nachtstunden, soll für die Ortsdurchfahrt in Langgöns angeordnet werden, die Anhörung der beteiligten Behörden wurde gestartet.

Langgöns (imr). Die Gemeinde Langgöns ist im Oktober der Initiative »Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten« beigetreten. Die FW-Fraktion hatte dies vergangenen Winter beantragt, auch um einer Geschwindigkeitsbegrenzung in den Durchgangsstraßen mehr Nachdruck zu verleihen. Eine erste Kontaktaufnahme sei inzwischen erfolgt, eine inhaltliche Zusammenarbeit ist für das kommende Jahr vorgesehen, beantwortete Bürgermeister Marius Reusch eine entsprechende Anfrage der FW in der Sitzung der Gemeindevertretung.

Grenzwerte werden überschritten

Die Fraktion fragte auch nach dem Lärmgutachten und Verkehrsaufkommen in der Ortsdurchfahrt Lang-Göns, das die Gemeinde Langgöns erstellen ließ. Hierzu berichtete der Rathauschef: Das Lärmgutachten und die schalltechnische Untersuchung haben ergeben, dass die Grenzwerte in weiten Bereichen überschritten werden, dies vor allem nachts um zwei bis acht Dezibel. Das Verkehrsaufkommen an Kfz innerhalb von 24 Stunden beträgt laut der Verkehrszählung in der Obergasse 7968 und in der Moorgasse 7584 Kfz.

Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30, zunächst für die Nachtstunden, soll für die Ortsdurchfahrt angeordnet werden, die Anhörung der beteiligten Behörden wurde gestartet. Der Zustand der Fahrbahnoberfläche werde bei diesen Berechnungen gemäß den Richtlinien nicht mitberücksichtigt, da sich die Anhörung auf das Gutachten stützen muss. Gleichwohl habe die Gemeinde sowohl den schlechten Fahrbahnzustand als auch die enge und historische Bebauung in die Begründung für die Anordnung mit einbezogen, erläuterte Reusch.

Zurzeit gingen die Stellungnahmen der Behörden ein. Zusätzlich wurde bereits Kontakt zum Regierungspräsidium aufgenommen, das bei Widerspruch abschließend in der Sache entscheiden müsste. Ende dieses Jahres werde eine aktualisierte Verkehrszählung von Hessen Mobil veröffentlicht, die dann mit den bereits vorliegenden Daten verglichen werden soll. Der Bürgermeister betonte: »Die Anordnung der Tempo-30-Zone soll von Seiten der Gemeinde sobald wie möglich vollzogen werden.«

Personalien waren Thema in der Sitzung der Langgönser Gemeindevertretung, alle Wahlen erfolgten einstimmig: Volker Rühl aus Espa wurde als neues Mitglied der SPD-Fraktion für die Betriebskommission gewählt. Als neuer Ortsgerichtsschöffe und zweiter Vertreter des Ortsgerichtsvorstehers für das Ortsgericht Langgöns II (Oberkleen/Cleeberg/Espa) votierte das Parlament für Norbert Turba aus Espa. Michael Panzer wurde als Schiedsmann für den Schiedamtsbezirk Langgöns-Oberkleen wiedergewählt.

Der Waldwirtschaftsplan 2023 wurde einstimmig beschlossen, der Überschuss in Höhe von 324 Euro wurde in den Haushaltsplan 2023 übernommen.

Im Langgönser Ortsteil Oberkleen soll im Bereich »Herrnacker« ein Mehrgenerationengebäude verwirklicht werden. Es gibt bereits einen interessierten Investor. Die erforderlichen Änderungen im Flächennutzungsplan und die Vorbereitung des Bebauungsplans zur Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden wurden einvernehmlich bei einer Enthaltung beschlossen.

Energiesparpläne

Einstimmig passierte der Beschluss zur Umsetzung der landkreisweiten Vorgaben zur Energieeinsparung das Langgönser Parlament. Maßnahmen sind unter anderem die Schließung des Rathauses vom 24. Dezember bis zum 1. Januar, es gibt nur eine Notbesetzung. Die Heizperiode wird auf den Zeitraum vom 15. Oktober bis zum 31. März verkürzt, die Straßenbeleuchtung wird von Mitternacht bis 6 Uhr morgens abgeschaltet. Die Weihnachtsbeleuchtung wird reduziert: Im Ortsteil Lang-Göns wird sie nur im Bereich des Weihnachtsmarktes aufgebaut, auf sonstige Beleuchtung und Weihnachtssterne an den Ortseingängen aller Ortsteile wird verzichtet. Je Ortsteil ist die Aufstellung eines beleuchteten Weihnachtsbaums im Ortsbereich zulässig. Die Raumtemperatur in den Sporthallen wird auf 15° abgesenkt, dafür bleibt das Wasser in den Duschen warm. Nachts wird die Außenbeleuchtung an öffentlichen Gebäuden abgeschaltet. Ziel des Beschlusses ist die Senkung der Energiekosten, die jedoch aufgrund der steigenden Preise nicht konkret beziffert werden können.

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