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Pachtvertrag unterzeichnet

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Das Paul-Schneider-Freizeitheim ist nun im Besitz der Gemeinde Langgöns. © Rieger

Der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch berichtete, dass das Paul-Schneider-Heim mit dem umgebenden Gelände nun für einen Zeitraum von 80 Jahren in Erbpacht der Gemeinde gehört.

Langgöns (imr). Das Paul-Schneider-Freizeitheim am Ortsrand von Dornholzhausen ist nun im Besitz der Gemeinde Langgöns. Am Dienstagmorgen war die Vertragsunterzeichnung beim Notar.

Der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch berichtete, dass die Immobilie mit dem umgebenden Gelände nun für einen Zeitraum von 80 Jahren in Erbpacht der Gemeinde gehört. Eigentümer bleibt weiterhin der bisherige Träger, das ist der Evangelische Kirchenkreis an Lahn und Dill. »Am 30. April 2102 ist das Rückgabedatum«, sagte der Rathauschef.

Günstige Konditionen

»Der Pachtvertrag ist wirtschaftlich sehr lukrativ«, verriet er. Im Jahr würden lediglich vier Prozent vom Grundstückswert als Pacht fällig. Hinzu kam jetzt eine einmalige Ablösesumme nach einem Wertgutachten. »Die Kirche war sehr entgegenkommend«, freute sich Reusch. Aktuell wird das Gebäude als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine genutzt, etwa 60 Frauen und Kinder fanden dort in diesen Tagen eine erste vorübergehende Bleibe.

»Da sieht man, wie die große Weltpolitik auch in kleinen Gemeinden ankommt und wie man einen kleinen Beitrag der Hilfe leisten kann«, hatte der Bürgermeister schon am Montagabend in der Sitzung des Sozialausschusses gesagt und über den aktuellen Sachstand informiert. Er zeigte sich »überwältigt, welches ehrenamtliche Engagement und welche Bereitschaft zu helfen sich in kurzer Zeit in Langgöns entwickelt hat, auch durch die vielen Strukturen, die schon da sind, und durch Einzelpersonen«.

Große Bereitschaft zur Aufnahme

Es gebe eine sehr große Aufnahme-Bereitschaft. Auch der Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl«, der sich im letzten Jahr aufgelöst hatte, ist jetzt wieder aktiv. Er hatte jahrzehntelang vielfältige humanitäre Hilfe in Borispol, einer Stadt nahe Kiew, die nun mitten im Kriegsgebiet liegt, geleistet. Zahlreiche Familien hätten sich nun von dort auf den Weg nach Hessen gemacht. »Sie sind alle hier in Langgöns in Privatunterkünften untergekommen«, berichtete der Bürgermeister.

Auch die Feuerwehren seien beteiligt und hätten von Anfang an eine gute Versorgung mit aufgebaut. »Das ist ein guter Beitrag, den wir als Gemeinde leisten können, um den Leuten eine gute Aufnahme zu gewähren«, betonte Reusch. Er dankte insbesondere seinem Stellvertreter, dem Ersten Beigeordneten Hans Noormann, der ihn vergangene Woche im Urlaub vertreten und alles hervorragend koordiniert habe.

»Der geplante Naturkita-Betrieb im Paul-Schneider-Heim ist durch die Aufnahme der Kriegsflüchtlinge nicht infrage gestellt und soll die Planungen nicht tangieren«, unterstrich der Bürgermeister. Das Haus soll jetzt für einige Monate für die Unterbringung der Flüchtlinge bereitstehen, »aber nicht als Dauerinstitution, denn wir haben ja einen sehr großen Bedarf im Kitabereich«.

Die Vorbereitungen zur Einrichtung einer Naturkita würden intensiv weiterlaufen, ein Workshop sei sehr »fruchtbringend und lohnenswert« gewesen, mögliche Nutzungen schälten sich mehr und mehr heraus. Mit der Trägeraufsicht seien bereits konkrete Schritte zur Betriebserlaubnis besprochen worden. Im September soll mit zwei Gruppen gestartet werden, dazu müssen noch kleinere Umbaumaßnahmen stattfinden. Als nächster Schritt soll planmäßig in zwei bis drei Jahren eine grundlegende Sanierung erfolgen und danach der reguläre Betrieb auf drei bis vier Gruppen ausgeweitet werden. Auch die geplanten Ergänzungsnutzungen würden immer konkreter, hierzu nannte Reusch jedoch noch keine weiteren Details.

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