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Planungshilfe für Bauherren

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Von: Imme Rieger

In Dornholzhausen und Pohlheim werden Erkundungsbohrungen durchgeführt, mit denen das Erdwärmepotenzial ermittelt werden soll. Die Daten helfen bei der Planung geothermischer Anlagen.

Langgöns (imr). Voraussichtlich ab dem 26. September wird im geplanten Neubaugebiet »Blankweg« in Dornholzhausen eine Erkundungsbohrung durchgeführt, mit der das Erdwärmepotenzial in diesem Bereich ermittelt werden soll. In insgesamt 20 hessischen Kommunen hat die LEA LandesEnergieAgentur Hessen Erkundungsbohrungen beauftragt. In der Region werden auch in Pohlheim, Solms, Marburg und Alsfeld Erkundungsbohrungen durchgeführt. Mit den gewonnenen Daten sollen geothermische Anlagen für private, kommunale und gewerbliche Gebäude zuverlässiger geplant werden. Die Bürgerschaft ist herzlich eingeladen, die Bohrstelle zu besuchen. Es wird eine oberflächennahe Erkundungsbohrung bis in eine Tiefe von bis zu 100 Metern durchgeführt. Das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ermittelt aus den Daten das Erdwärmepotenzial der Region. Die Ergebnisse werden in einem Steckbrief zusammengefasst und auf der Webseite des HLNUG veröffentlicht. Mithilfe dieser Informationen können Bauherrinnen und Bauherren eigene geothermische Anlagen zuverlässiger und effizienter planen.

Geothermie (Erdwärme) bezeichnet die im Erdinneren gespeicherte Wärme sowie deren energetische Nutzung. Sie zählt zu den erneuerbaren Energien. Mit Erdwärme können Gebäude klimafreundlich geheizt und gekühlt werden, nachhaltig, effizient und rund um die Uhr verfügbar.

Wie funktioniert die Nutzung von Erdwärme in Gebäuden? Hierzu informiert die Langgönser Klimaschutzmanagerin Susanne Müller: Die Erdwärme muss zunächst an die Oberfläche transportiert werden. Dazu kommen Erdwärmesonden zum Einsatz. Sie werden mit Hilfe einer Bohranlage meist bis zu 100 m tief in die Erde eingelassen. In ihnen zirkuliert eine Trägerflüssigkeit, die sich unterirdisch erwärmt. Wärmepumpen im Gebäude erhöhen anschließend die Temperatur noch weiter, um sie für die Heizungen und das Warmwasser nutzbar zu machen. Für jede Kilowattstunde Strom, welche die Wärmepumpe benötigt, werden bis zu sechs kWh Wärme erzeugt. Mithilfe der Erdwärmesonde kann zudem im Sommer gekühlt werden, da die Temperatur in 100 m Tiefe rund 12°C beträgt.

Auftraggeber der Bohrungen ist das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW), der Gemeinde Langgöns entstehen keine Kosten.

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