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Rund 150 Pfadfinder zu Gast

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Beim Bau der sogenannten Leonardo-da-Vinci-Brücke musste die Pfadfinder kräftig mit anpacken. Foto: Rieger © Rieger

Langgönser Pfadfinderstamm Sankt Georg feierte 50-jähriges Jubiläum und empfing zahlreiche Pfadfinder aus dem Bezirk Oberhessen.

Langgöns (imr). So viele Pfadfinder hatte der Ortsteil Lang-Göns wohl seit langem nicht mehr gesehen: Am Pfingstwochenende feierte der Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) aus Langgöns sein 50-jähriges Jubiläum. Und wie es bei einer großen Geburtstagsfeier üblich ist, waren dazu sehr viele Gäste eingeladen worden, in dem Fall rund 150 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus dem Bezirk Oberhessen.

Der Samstag stand ganz im Zeichen einer besonderen »Schnitzeljagd«. Die Kinder und Jugendlichen, die aus den sieben Städten Friedberg, Rosbach, Heldenbergen, Altenstadt, Buseck, Gießen und Lauterbach bereits am Freitagabend angereist waren, lernten den Ort ihrer Gastgeber an sieben Stationen, die im ganzen Ort verteilt waren, kennen. An jeder Station mussten spielerisch besondere Aufgaben gelöst werden. Die Pfadfinder in den sieben Gruppen waren zuvor bunt gemischt worden, schließlich sollten sie sich gegenseitig kennenlernen und Kontakte knüpfen.

Langeweile kam keine auf

Spannend war beispielsweise die Aufgabe mitten im Hardtwald, wo eine »Person« in Form eines Dummys aus einem Baum gerettet und abtransportiert werden musste. Hier war Schwindelfreiheit das Gebot der Stunde, zumindest für diejenigen Pfadfinder, welche gut gesichert die Strickleiter emporstiegen und den Dummy vorsichtig vom Baum holten. Während dieser Aktion bauten andere Kinder aus der Gruppe aus kräftigen Ästen, die sie vom Waldboden aufsammelten, eine provisorische Trage, um damit den »Verletzten« zu transportieren. Angeleitet wurden sie an jeder Station von erfahrenen erwachsenen Pfadfindern.

Die Langgönser um ihre Vorsitzende Lisa Wilhelm hatten sich einige weitere interessante Outdoor-Spiele für die Gäste und ihre eigenen Leute ausgedacht: Am Gönsbach hinter dem »Niederhofen« galt es, eine sogenannte Leonardo-da-Vinci-Brücke zu bauen, über die dann ein Ross, also ein Pferd, passieren konnte. Die Grundidee dieser Konstruktion besteht in der Übertragung des Flechtprinzips auf starre Bauteile. So stützen sich die einzelnen Rundhölzer durch geschickte Verschränkung gegenseitig. Fixierende Mittel wie Seile, Schrauben oder Nägel sind nicht erforderlich. Diese Aufgabe war ganz schön knifflig, aber die Kids ließen sich nicht entmutigen. Zum Schluss hatten sie zwar kein echtes Pferd für diesen besonderen Brückenlauf zur Verfügung, ließen aber symbolisch ein Spielzeug-Steckenpferd über ihre Konstruktion spazieren.

Am Festplatz mussten im Pfadfinder-Bus nach dem Tetris-Prinzip so viele Pappkartons wie möglich gestapelt werden. An einer weiteren Station am Bach wurden Gegenstände wie Gummienten, Tischtennisbälle und so weiter mit Suppenkellen aus dem Wasser gefischt, ein erfrischendes Unterfangen an diesem heißen Frühsommertag. Auch auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr gab es ein Wasserspiel, bei dem so viel Wasser wie möglich mit einem Pappbecher über einen Parkour von A nach B transportiert werden musste. Im Bereich Obergasse sollten mehrere Planen unter erschwerten Bedingungen zusammengeknüpft werden. Hierfür legten die Teilnehmer Helme, zerkratzte Schutzbrillen, Handschuhe, Rauschbrillen und Gewichte für die Arme an, um damit Altersgebrechen zu simulieren. Auf dem Gelände eines Steinhandels am Ortsausgang Richtung Holzheim zäunten die Pfadfinder mit Steinen einen Berg Schottererde so hoch wie möglich ein. Bei allen Stationen gab es jeweils zeitliche Vorgaben.

»Es war eine logistische Herausforderung«

»Macht es euch Spaß?« Diese Frage wurde überall mit einem vielstimmigen »Ja« beantwortet.

Am Abend trafen sich alle Akteure ganz klassisch in einer Jurtenburg auf dem Pfadfinderplatz am Lagerfeuer. Am Sonntagvormittag richteten die Pfadfinder für die Gemeinde und zusammen mit den Firmlingen des Pfarrverbundes Am Limes einen Gottesdienst auf dem Pfadfindergelände aus.

Lisa Wilhelm und ihr Helferteam zogen am Ende dieser dreitägigen Großveranstaltung ein durchweg positives Resümee. »Es war eine logistische Herausforderung, aber es war toll, so dass sich die umfangreiche Vorbereitung gelohnt hat.«

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