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Schüler gehen auf Zeitreise

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Hedwig Waldmann-Klement erzählt den Grundschülern anschaulich den »Josefsweg«. Die Figuren und Szenen sind sehr ansprechend und mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. © Rieger

Die Wanderausstellung »Der Josefsweg« ist im Langgönser Bürgerhaus zu sehen. In 14 Schaubildern in der Art von Puppenbühnen sind die einzelnen Szenen mit sehr viel Liebe zum Detail dargestellt.

Langgöns (imr). »Meine Intention ist es, dass die Kinder mal wieder etwas anderes gemeinsam erleben sollen, denn während der Pandemie gab es ja kaum Abwechslung«, sagt Dr. Hedwig Waldmann-Klement. Sie hat deshalb die Wanderausstellung »Der Josefsweg« über eine der bekanntesten Geschichten aus dem Alten Testament nach Langgöns geholt.

14 Schaubilder

Im Clubraum des Bürgerhauses »Am alten Stück« werden in 14 Schaubildern in der Art von Puppenbühnen die einzelnen Szenen mit sehr viel Liebe zum Detail dargestellt.

Die Mädchen und Jungen der Klasse 3b von der Grundschule Lang-Göns, die gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Kristina Neumann die Ausstellung besuchten, lauschten sehr gespannt der Erzählung von Hedwig Waldmann-Klement. Sie erfuhren, was passiert, wenn ein Vater einen seiner Söhne übermäßig liebt und begaben sich zugleich auf eine Zeitreise nach Israel und Ägypten vor mehr als 4000 Jahren.

Darum geht es in der Geschichte: Josef wächst mit seinen elf Brüdern auf und wird von seinem Vater auf besondere Art geliebt. Dies führt zu Eifersucht und Neid seitens der Brüder, weshalb sie ihn verstoßen und verkaufen. Nach vielen Höhen und Tiefen landet Josef in Ägypten und steigt dort im Rang auf, sodass er an der Seite des Pharaos arbeitet und dieser ihn mit viel Reichtum und Macht ausstattet. Seine Familie sieht er viele Jahre später wieder. Aufgrund einer Hungersnot treibt es die Brüder nach Ägypten, wo sie ihren Bruder Josef zunächst nicht wiedererkennen. Er nutzt die Gelegenheit, seine Brüder zu prüfen, um zu schauen, ob sie sich in ihrem Wesen verändert haben. Am Ende kommt es zu einer großen Versöhnung. Hedwig Waldmann-Klement erzählt die Geschichte altersgerecht, stellt den Grundschülern immer wieder Fragen und bezieht sie damit ein. Für die Mädchen und Jungen war dies eine ganz besondere Art von Unterricht, die ihnen sicherlich nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Die Idee zu dieser Wanderausstellung hatte die Wolfsburger Künstlerin Renate Windisch. Sie hat auch die zahlreichen Figuren geschaffen, die Stephan Ebelt, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Lang-Göns, extra bei der Künstlerin abgeholt hat.

Da gibt es neben den menschlichen Gestalten unter anderem auch liebevoll gefertigte Kamele, Esel und Schafe zu bewundern. Die Leinwände für die einzelnen Szenen wurden größtenteils von Hedwig Waldmann-Klement gemalt, der Kontakt zu der Wolfsburger Künstlerin entstand vor längerer Zeit durch Zufall.

Nicht nur für Grundschulkinder und Familien ist »Der Josefsweg« interessant. Auch für Erwachsene ist die Geschichte aus dem Alten Testament, die ebenfalls im Koran steht, aufschlussreich. »Ich interpretiere sie als Aufforderung, als Glaubensbrüder zusammen zu stehen«, sagt Hedwig Waldmann-Klement.

Bis zum 20. März ist die Ausstellung noch zu sehen. Der Eintritt ist frei, der Besuch ist aber nur mit Führung möglich. Termine gibt es von Montag bis Samstag jeweils um 9, 10, 14, 15, 16 und 18 Uhr, sonntags um 14, 15, 16 und 17 Uhr sowie nach Absprache. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln.

Da die Besucherzahl auf 15 Personen beschränkt ist (Ausnahme sind Kindergruppen), empfiehlt sich die vorherige Anmeldung per E-Mail an waldmann.klement@gmail.com oder per Doodle unter https://doodle.com/poll/qs9w8ebbaviha4u97utm_ source=poll&utm_medium=link

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