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Seit fünf Jahren allem Unrat auf der Spur

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Uwe Müller, Monika Kosch, dahinter Martin Lischka, Günther Leithold, Ute Leitsch, Frank Stuzki und Peter Fleck (v. l.). © Rieger

Müllpaten sammeln in Zusammenarbeit mit dem Bauhof Langgöns Abfälle. Die Gruppe, die seit fünf Jahren in der Natur unterwegs ist,freut sich über Mitstreiter.

Langgöns (imr). Seit fünf Jahren gibt es die Müllpaten in Langgöns. Initiator war seinerzeit Martin Lischka. Ihn ärgerte es sehr, dass in Langgöns immer wieder Menschen die freie Natur zur Entsorgung ihrer Abfälle nutzten.

Deshalb nahm er Anfang 2017 Kontakt zur Gemeindeverwaltung auf und machte den Vorschlag, Langgönser Bürger als Müllpaten zu gewinnen. Seine Idee war, dass diese ehrenamtlich in der freien Landschaft, aber auch innerhalb der bebauten Ortslage achtlos weggeworfenen Müll einsammeln und ihn einer ordnungsgemäßen Entsorgung zuführen. Damit war die Idee für die Langgönser Müllpaten geboren. Es dauerte nicht lange, bis eine kleine Schar interessierter Bürger gefunden war, die sich dieser Aufgabe annahm. Durch den Bauhof mit Müllzangen und Müllsäcken ausgerüstet, wurde die ehrenamtliche Arbeit aufgenommen und sie wird bis heute fortgesetzt. Die Müllpaten treffen sich regelmäßig und legen die Gebiete fest, in denen die jeweiligen Müllpaten tätig sind. Wann sie tätig werden und wie oft, bleibt den Müllpaten selbst überlassen. Hierbei richten sie sich meist nach der Menge des vorhandenen Mülls. Bei größeren Müllfunden melden sie dies direkt an den Bauhof, der dann kurzfristig tätig wird und die Abholung durchführt. Der Bauhof holt auch die vollen Müllsäcke ab, die die Müllpaten an vereinbarten Stellen bereitstellen.

»Die Zusammenarbeit mit dem Bauhof läuft super«, das kann man immer wieder von den Müllpaten hören.

Doch leider nimmt die Arbeit für die Müllpaten nicht ab. Es gibt immer wieder Zeitgenossen, die ihren Abfall einfach dort fallen lassen, wo sie sich gerade befinden. Oder noch schlimmer, mit Absicht wird Müll, der oft problemlos auf den Wertstoffhof oder zum Abfallwirtschaftszentrum in Gießen gebracht werden könnte, im Wald, in Hecken oder an Straßenrändern illegal entsorgt.

Dass dies auch des Öfteren Einwohner aus Nachbarkommunen sind, davon gehen die Müllpaten aus. Dennoch sammeln die Langgönser fleißig weiter, denn mittlerweile aus Erfahrung wissen sie: »Wo etwas liegt, kommt auch gerne etwas dazu.«

Der Langgönser Umweltberater Uwe Müller lobte das Engagement der Müllpaten sehr. Da auch die Gemeindegremien der Gemeinde Langgöns deren Arbeit positiv anerkannt haben, wurden die Müllpaten im Jahr 2020 mit dem Ehrenamtspreis für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet, worüber sie sich sehr freuten.

Zurzeit ist es ein »fester« Stamm von zehn bis 15 Müllpaten, die in Langgöns tätig sind. Weitere Einwohner sind dem Beispiel der Müllpaten gefolgt und sammeln bei ihren Spaziergängen auch weggeworfenen Müll ein, ohne sich der Gruppe anzuschließen. Die Langgönser Müllpaten würden sich freuen, wenn noch mehr Einwohner, auch in den Ortsteilen, ihrem Beispiel folgen und sich ebenfalls den Müllpaten anschließen würden.

Nähere Informationen gibt Martin Lischka unter der Telefonnummer 0172/657 18989.

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