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Startschuss für Sanierung

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So sieht das Feuerwehrhaus aktuell aus. © Rieger

Das in die Jahre gekommene Feuerwehrgerätehaus in Dornholzhausen wird für rund 1,2 Millionen Euro komplett renoviert und erhält einen Anbau.

Langgöns (imr). Offizieller Startschuss für die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Dornholzhausen: Damit soll das in die Jahre gekommene Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr in der Erbsengasse, das nicht mehr zeitgemäß genutzt werden konnte, zukunftsfähig gemacht werden. Es wird komplett renoviert und es gibt einen Anbau.

Das Projekt wird vermutlich 1,1 bis 1,2 Millionen Euro kosten, 300 000 Euro davon werden durch Fördermittel aus dem Investitionsprogramm Hessenkasse finanziert, den Rest trägt die Gemeinde. Ende 2022 soll es planmäßig fertiggestellt sein.

Der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch (CDU) stellte das Bauvorhaben gemeinsam mit Bauamtsleiter Jan Schäfer, dessen Mitarbeiter Ronny Ruckelshauß, Bauingenieur Mathias Herrlich vom Architekturbüro shb aus Gießen und Christian Ulm, dem 1. Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Dornholzhausen, vor. »Ich bin froh, dass es jetzt losgehen kann, wir haben sehr gründlich geplant, sind dann jedoch leider in den Strudel der Baukostenexplosion geraten«, sagte der Rathauschef. Dadurch habe sich der Zeitplan deutlich verschoben, erläuterte Jan Schäfer: Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits im vergangenen Herbst starten, weil es aber aufgrund der allgemeinen Baupreisentwicklung zu »enormen Kostenüberschreitungen« gekommen war, musste das Projekt komplett neu ausgeschrieben werden. Jetzt beläuft es sich mit geschätzten Kosten von rund 1,1 bis 1,2 Millionen Euro im vorgesehenen Rahmen, ursprünglich lag die Kostenschätzung bei knapp 900 000 Euro.

Die Gemeindevertretung hatte bereits Ende 2019 den Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Gebäudes, in dem sich auch das Backhaus befindet sowie den Erweiterungsanbau gefasst. Reusch bezeichnete die Planung als »gelungenen Entwurf« und sagte, dass alles im Vorfeld mit Gemeindebrandinspektor (GBI) Thomas H. Heckrodt und der Feuerwehr Dornholzhausen abgestimmt worden sei. »Dieses große Projekt ist für die Gemeinde kein Pappenstiel, aber ein Bekenntnis zu einem alten Gebäude am Standort«, hatte er bereits seinerzeit betont. Das Feuerwehrhaus ist das letzte Projekt in der Gemeinde, das mit Mitteln aus der Hessenkasse gefördert wird. 300 000 Euro von ursprünglich knapp 2,2 Millionen Euro waren noch im Topf verblieben. »Das ist mehr als wir über die normale Feuerwehrförderung des Landes bekommen hätten, deshalb haben wir das ganz bewusst so gemacht«, erläuterte der Rathauschef.

Voll einsatzfähig

Der Feuerwehrbetrieb wird während der Bauarbeiten weiterlaufen, allerdings wurde eine »Ersatz-Feuerwehrwache« in der Hofreite von Wehrführer Alexander Höchst im Brunnenweg geschaffen. Dort wurde die Mannschaftsausrüstung untergebracht und die beiden Feuerwehrfahrzeuge stehen in der Scheune. Auch Stephan Schreier stellte dort Raum zur Verfügung. »Wir danken den beiden sehr und sind weiterhin voll einsatzfähig«, unterstrich Christian Ulm und verwies noch einmal auf den ausdrücklichen Wunsch der Feuerwehrleute, die gesagt hatten: »Wir wollen in dem Gebäude bleiben.«

In den nächsten Tagen startet in dem ortsbildprägenden Anwesen, das aus dem Jahr 1939 stammt, die Entkernung von innen, wobei das Gebälk erhalten bleibt. Bevor das Dach saniert wird, wird ein Schädlingsbekämpfer nachschauen, ob der Holzwurm in den alten Dachbalken sein Unwesen treibt. Es habe außerdem ein Statikgutachten gegeben, das keine Beanstandungen erbrachte, beruhigte Mathias Herrlich.

Die gesamte Nutzfläche wird um 120 bis 130 Quadratmeter auf 417 Quadratmeter erhöht, wobei das Backhaus dabei nicht einberechnet ist. Der Zugang im Erdgeschoss bleibt wie bisher, es wird einen zentralen Flur geben, von dem aus die umliegenden Räume optimal erreichbar sind. Die Sanitäranlagen und Umkleiden werden auf den neuesten Stand gebracht und sind nach Geschlechtern getrennt. Im Obergeschoss gibt es kleinere Veränderungen, hier werden ein Verwaltungsbüro, ein Jugend- und ein Schulungsraum eingerichtet sowie die Sanitäranlagen renoviert. Auch der Schlauchturm wird saniert. Ein Anbau mit Maßen für die aktuellen Größen von Feuerwehrautos wird errichtet. Dort werden die beiden Fahrzeuge der Brandschützer stehen. Angrenzend daran gibt es eine Werkstatt und Lagerflächen. Die Elektroinstallationen werden komplett ausgetauscht, die Dachdecke gedämmt und die gasbetriebene Heizungsanlage durch eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt. Im Backhaus werden die Oberflächen saniert.

Wenn das Gebäude fertiggestellt ist, soll der angrenzende Spielplatz im Frühjahr 2023 im Rahmen des Spielplatzprioritätenkonzeptes der Gemeinde saniert werden.

»In diesem Jahr werden wir unser traditionelles Backhausfest an Fronleichnam überbrücken müssen«, bedauerte Christian Ulm, er und alle Brandschützer aus Dornholzhausen freuten sich aber schon sehr auf das neue Gebäude.

»Das Backhausfest 2023 ist doch ein schöner Anlass, das neue Gebäude offiziell einzuweihen«, schlug Marius Reusch vor.

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