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Verkauf des Pfarrhauses zugunsten ukrainischer Flüchtlinge gestoppt

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Der Verkauf des Pfarrhauses in der Holzheimer Straße ist vorläufig gestoppt, das Gebäude soll erst einmal als Unterkunft für Menschen aus der Ukraine dienen. © Rieger

Das Pfarrhaus in Lang-Göns wird vorerst nicht verkauft. Stattdessen sollen dort Menschen aus der Ukraine Unterkunft finden.

Langgöns (imr). Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Lang-Göns hat den Verkauf ihres Pfarrhauses in der Holzheimer Straße gestoppt.

»Wir möchten stattdessen Menschen aus der Ukraine die Möglichkeit geben, dort Unterkunft zu finden«, sagt Stefanie Dörr, die Vorsitzende des Kirchenvorstands. Sie betont: »Es ist uns ein Anliegen, damit auch ein klares Signal zu setzen, dass die Kirche im Ort etwas tut, und dass wir das, was wir tun, gerne tun.«

Der Verkauf der Immobilie war bereits eingeleitet worden, in diesen Tagen sollten interessierte Bieter ihre Angebote abgeben. Das Ganze wird sich nun auf unbestimmte Zeit verzögern.

Über Pfarrer Eberhard Klein, seinerzeit in den 80er Jahren Gründungsmitglied des Lang-Gönser Arbeitskreises »Leben nach Tschernobyl«, existieren noch viele persönliche Kontakte zu Mitgliedern dieser Initiative und in die Ukraine, »so kam die Verbindung zustande«, berichtet Stefanie Dörr. Sechs bis acht Personen können im Pfarrhaus, das zuletzt über einen längeren Zeitraum leer stand, untergebracht werden.

»Das Einzige, was noch fehlte, waren Möbel, aber die haben wir inzwischen auch aus einer Haushaltsauflösung organisiert«, erzählt die Kirchenvorstandsvorsitzende. Zehn kräftige Männer transportierten das Mobiliar aus einem Haus in Watzenborn-Steinberg nach Lang-Göns, darunter Betten, Couchen, Bettwäsche und Handtücher, sogar eine Küche und weiteres Inventar, sodass der Grundbedarf nun vorhanden ist. Kulinarisch versorgt wurden die fleißigen ehrenamtlichen Helfer dabei von Frauen der Kirchengemeinde. Ihnen allen gilt der herzliche Dank von Stefanie Dörr.

Eberhard Klein ist weiterhin Ansprechpartner und Kontaktperson für die Kirchengemeinde, sobald Wohnbedarf besteht, soll das Pfarrhaus geflüchtete Menschen aus der Ukraine beherbergen.

Eines möchte Stefanie Dörr vorsorglich klarstellen: »Wir brauchen aktuell keine Angebote für Sachspenden, denn wir haben keine Lagermöglichkeiten. Wenn etwas fehlen sollte, werden wir gezielt nachfragen.« Foto :Rieger

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Stefanie Dörr © Imme Rieger

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