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Vier Lämmer geklaut

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Eigentlich sollten fünf Lämmer gestohlen werden. Das fünfte wurde gefesselt wieder gefunden. Foto: Textor © Textor

Max Textor aus Niederkleen ist traurig. Vier seiner Lämmer wurden gestohlen. Ein fünftes fand er glücklicherweise nur gefesselt im Bereich der Weide wieder.

Langgöns (ikr). Als Max Textor aus Niederkleen gestern Morgen von seinem Nachbarn erfuhr, dass seine Schafe von ihrer Weide ausgebrochen waren, wusste er gleich, dass irgendetwas passiert sein musste. »Denn die büxen nicht aus«, betont der junge Agrarwissenschaftler, der gemeinsam mit seinem Bruder einen landwirtschaftlichen Betrieb führt.

Tatsächlich fehlten auf der Koppel etliche Meter Elektrozaun und vier Lämmer. »Ein Lamm fanden wir mit zusammengebundenen Hinterbeinen, vielleicht wurden die Diebe gestört oder das Lamm konnte ihnen entkommen.« Durch den Elektrozaun liefen 6000 Volt Strom, das hat die dreisten Tierdiebe aber nicht davon abhalten können, in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai gleich ein ganzes Segment des Zauns auf einer Länge von zehn Metern komplett herauszuschneiden und offenbar auch mitzunehmen, denn Textor hat den Zaun bis jetzt nicht wiedergefunden. Die kleine Schutzhütte, in der die Tiere vor Sonne und Regen Unterschlupf finden können, war zudem auf ihren Giebel gestellt worden.

Aufgefallen war das Ganze, weil die verbliebenen Tiere durch die Lücke im Zaun auf die Straße liefen. 13 Muttertiere mit 22 Lämmern, die meisten davon Anfang April geboren, standen ursprünglich auf der Weide. Drei kleine Böckchen und ein kleines Lamm-Mädchen wurden jetzt gestohlen. »Schon im vergangenen Jahr war uns im September ein großes Lamm gestohlen worden. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, was den Lämmchen passiert ist. Wir sind geschockt, entsetzt, wütend und sehr traurig«, bilanziert der Junglandwirt das Geschehen.

Die herbeigerufene Polizei fragte ihn auch nach Verdächtigen. »Es gibt nur Vermutungen«, sagt er und befürchtet, dass die Jungtiere bereits geschlachtet wurden: »Je jünger sie sind, je zarter ist ihr Fleisch, für manche ist das eine Delikatesse«, weiß er. Vielleicht stecke eine Bande hinter dem Diebstahl. Normalerweise würden Lämmer erst im Alter zwischen sechs und zwölf Monaten geschlachtet, »wenn überhaupt«, sagt der Besitzer. Die Schafherde war anfangs ein Hobby für die Familie, »jetzt, wo wir den Betrieb führen, ist es immer noch eher ein Hobby als dass wir damit viel Geld verdienen, aber wir möchten die Herde vergrößern, deshalb haben wir auch so viele Lämmer«, erklärt er.

Alle Jungtiere haben eine Plakette mit der Betriebsnummer (DE GI 0090678) im Ohr. Der finanzielle Schaden ist Max Textor relativ egal, aber sein Herz hängt an den Tieren.

inweise bitte per E-Mail an max-textor@web.de, per Telefon an 0152/09120366 oder die Polizei Gießen.

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