1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Langgöns

»Weniges nicht mal korrekt umgesetzt«

Erstellt:

Von: Imme Rieger

Langgöns (imr). »Auf der letzten Vorstandssitzung des Nabu Langgöns waren die Mitglieder schockiert über das immens große Ausgleichsdefizit, welches die Gemeinde über Jahrzehnte angehäuft hat«, berichtet Martin Wenisch, der 1. Vorsitzende der Nabu Vogel- und Naturschutzgruppe Lang-Göns, in einer Pressemitteilung.

Er resümiert darin: »In Langgöns fand Naturschutz und Artenschutz über viele Jahre hinweg einfach nicht statt, es wurde nur das Nötigste gemacht, wozu man verpflichtet war.

Jetzt stellt sich allerdings heraus, dass dieses Wenige auch noch nicht mal korrekt umgesetzt wurde - das ist einfach nur beschämend.«

Seit 1983 sei die Kommune als Träger der Bauleitplanung für die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen mitverantwortlich, jedoch sei sie in all‹ den Jahren ihrer gesetzlichen Verpflichtung nicht nachgekommen.

Somit seien nicht nur öffentliche Gelder versenkt worden, sondern es sei auch großer Schaden für die Natur entstanden.

»Es besteht zudem auch keine Rechtssicherheit, denn vertragliche Verpflichtungen wurden einfach nicht eingehalten«, kritisiert der Naturschützer. Er betont: »Allein aus den nicht umgesetzten Minimierungsmaßnahmen und Ausgleichsmaßnahmen hätten viele Lebensräume für bedrohte Arten entstehen können. Hier ist ein Biodiversitätsschaden und Umweltschaden entstanden, der sich eigentlich kaum mehr reparieren lässt.«

Ausdrücklich schließt Wenisch den amtierenden Bürgermeister Marius Reusch aus seiner Kritik aus: »Dies alles geschah vor Reuschs Zeit, seinen beiden Amtsvorgängern ist das anzurechnen.« Wenisch unterstreicht: »Wir vom Nabu arbeiten ehrenamtlich in unserer Freizeit daran, mehr Artenvielfalt in die Landschaft zu bekommen und müssen dann erkennen, dass die eigene Gemeinde massiv gegen uns arbeitet. Man könnte gerade meinen, Klimakrise und Biodiversitätskrise wären im Rathaus Langgöns kein Thema gewesen. Da fühlt man sich wirklich nicht ernstgenommen«. Da sei ein enormer Vertrauensverlust entstanden, so Wenisch weiter.

Er erläutert: »Ohne die gute Arbeit der Landschaftspflegevereinigung Gießen (LPV) wären diese Defizite in der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen in Langgöns so nicht bekannt geworden. Jetzt gilt es die Rechtsmängel zu beseitigen und die Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen.«

Abschließend schreibt Wenisch, dass sich die Nabu-Vertreter bei ihrer Vorstandssitzung einig waren: »Der Ausgleich, der wirklich in Langgöns funktioniert, ist der Feldhamsterausgleich für den Rewe-Markt am Lindenbaum, denn dieser wird seit zwei Jahrzehnten vom Nabu selber ehrenamtlich organisiert.«

Auch interessant