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»Werk für die Ewigkeit«

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Matthias Janke hat die Chronik der Fußballgeschichte von 1947-2022 des TSV Lang-Göns erstellt. Foto: Rieger © Rieger

Matthias Janke, der Leiter Spielbetrieb Senioren in der Fußballabteilung des TSV Lang-Göns, hat zum 75-jährigen Geburtstag der Abteilung eine Chronik geschrieben.

Langgöns (imr). Besser und sichtbarer könnte man seine Liebe zum Verein und zum Fußball wohl kaum zum Ausdruck bringen als mit diesem beeindruckenden Fußballbuch: Matthias Janke, der Leiter Spielbetrieb Senioren in der Fußballabteilung des TSV Lang-Göns, hat zum 75-jährigen Geburtstag der Abteilung eine Chronik geschrieben. »450 Seiten sind im Laufe von zwei Jahren zusammengewachsen, ich habe einen großen Teil meiner Freizeit damit verbracht«, erzählt er bei der Vorstellung seines Werkes, das auf dem Einband ein ansprechendes Foto des Vereinsgeländes mit dem Sportheim im Mittelpunkt in den Vereinsfarben Grün-Weiss zeigt.

Rund 50 Vorbestellungen hat der Autor bereits notiert, »es können gerne noch weitere dazukommen«, sagt er. 75 Euro kostet eine Chronik, »das ist für jedes Jahr ein Euro oder etwa 15 Cent pro Seite«.

Wie kam er auf die Idee zu diesem umfassenden Werk? »Während des ersten Corona-Lockdowns hatte ich plötzlich viel Zeit, die ich mir nehmen konnte, denn es durfte ja auch kein Fußball gespielt werden«, erinnert sich Matthias Janke. Er nahm sich zunächst vor, seine eigene lose Blattsammlung von Spielberichten aus seiner aktiven Fußballerzeit einzuscannen. »Dabei fielen mir auch viele Mannschaftsfotos und mehrere alte Festschriften in die Hände. Daraus könntest du was machen, dachte ich mir.«

Zeitgleich liefen bereits die Planungen zum 75-jährigen Jubiläum der Fußballabteilung. In dieser Zeit brachte Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr eine Chronik zum 75-jährigen Bestehen des Fußballkreises Gießen heraus.

Das »Drumherum«

»Das machst du auch, war meine Idee. 350 Seiten waren schnell beisammen, ich habe weiter Material gesammelt und viele Fotos aus frühen Jahren bekommen«, erinnert sich Matthias Janke.

Hier gilt sein Dank allen voran dem 75-jährigen Hans Bergk, ein Fußball-Urgestein des TSV, der in seinem Leben bereits »alle Funktionen im Verein hatte« und Janke mit vielen Infos, besonders aus den frühen Jahren, versorgte. So entstand ein Fußballbuch, welches das Vereinsgeschehen von seinen Anfängen im April 1947 bis zum Abschluss der aktuellen Saison dokumentiert. Dabei geht es nicht nur um den Seniorenfußball, sondern auch um die Jugend, die Frauen, die Alten Herren und das Vereinsgeschehen »drumherum« wie beispielsweise der Bau des Vereinsheims und des Kunstrasens oder der Besuch der ehemaligen Nationalspieler Philipp Lahm und Mario Gomez, die in Langgöns ihre Schuhe schnürten, 2003, als sie mit dem VFB Stuttgart II zu Gast waren.

»Besonders faszinierend fand ich zum Beispiel die Probleme in der Anfangszeit. Es fehlte zum Beispiel an Fußballschuhen, Trikots und sonstiger Sportausrüstung, die damals nur durch Beziehungen (Butter, Eier, Speck usw.) beschafft werden konnten.«

Bälle waren knapp

In den Gründerjahren habe es häufig an der Verfügbarkeit von Bällen oder auch Passbildern gefehlt, das sei heute kaum noch vorstellbar. »Zu den Turnieren musste jeder Verein seinen eigenen Ball mitbringen, das war damals oft ein Problem. Heute ist es Standard, dass jeder Spieler einen eigenen Ball zur Verfügung hat«, erinnert Janke.

Die Chronik nimmt ihren Leser mit in die Höhen und Tiefen des Fußballerlebens. »In den neunziger Jahren waren wir sehr erfolgreich und stiegen 1991/92 mit Trainer Momo Boskovic in die damalige Bezirksliga auf. Das war eine ziemlich coole Truppe, die 1995/96 dann mit Trainer Bernd Stark in die Bezirksoberliga aufstieg«, schwelgt Janke in schönen Erinnerungen.

Der Stolz darauf, für den Verein ein »Werk für die Ewigkeit« geschaffen zu haben, ist ihm anzumerken - und das durchaus zu Recht.

»Der Wert wird vermutlich erst in 50 Jahren geschätzt werden. Ich zumindest habe mich sehr gefreut, dass es Festschriften von früher gab«, betont Janke und bekennt: »Ich bin froh, es jetzt geschafft zu haben. Wenn das letzte Spiel der Saison vorüber ist, werde ich die Chronik abschließen und Ende Juni in den Druck geben«, berichtet der Chronist.

Ende Juli, Anfang August will er dann die vorbestellten Exemplare ausgeben. Wie viel Zeit er insgesamt investiert hat, kann Matthias Janke nicht beziffern,

Tatsache ist, dass in diesem besonderen Fall die Corona-Zeit etwas Gutes hervorbrachte: »Ich hoffe natürlich, dass es nicht noch einmal so einen großen Lockdown gibt, wo kein Fußball gespielt werden darf, aber in dieser Zeit ist das Werk gewachsen, denn ich habe mich in meiner Freizeit lieber mit der Langgönser Fußballgeschichte beschäftigt als fernzusehen und nur Hiobsbotschaften zu hören.« Fußball-Abteilungsleiter Martin Lüdge ist von der Chronik schon jetzt absolut begeistert: »Und so entstand ein Werk was seinesgleichen sucht, zahlreiche Spielberichte, Bilder und Anekdoten umfassen diese zeitintensiv erstellte Chronik der Fußballabteilung. Es bedarf schon besonderer Fähigkeiten und Muße, so etwas zu erstellen. Die Fußballabteilung ist froh, Menschen wie Matthias Janke in ihren Reihen zu haben.«

Höhepunkt

Als Höhepunkt im Jubiläumsjahr steht demnächst die viertägige Kirmes vom 14. bis 17. Juli auf dem Festplatz an. Der Verein hat diese Traditionsveranstaltung nach 14 Jahren Pause wiederbelebt. Die Kirmes startet am Donnerstag, dem 14. Juli, mit einem Fassbieranstich. An allen Tagen wird es einen Vergnügungspark mit diversen Angeboten wie Kinderkarussell,oder Autoscooter geben.

Am Freitag, dem 15. Juli, werden die Rodgau Monotones das Festzelt rocken. Einlass ist ab 20 Uhr. Am Samstag, dem 16. Juli, wird am Vormittag der Kirmespokal für Junioren-Mannschaften auf dem Sportgelände des TSV Lang-Göns ausgetragen, bevor am Nachmittag die Senioren um ihre Kirmespokal-Ehren spielen. Am Abend steigt im Festzelt eine »Mallorca-Party« mit DJ Balineiro.

Zum Abschluss wird es am Sonntag, dem 17. Juli, um 10 Uhr einen Gottesdienst im Festzelt geben, ab 11 Uhr laden die Fußballer zum traditionellen Frühschoppen mit den »Original Böhmischen 7« ein.

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