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Zuständige verzweifelt gesucht

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Eine funktionslose Nato-Leitung soll im Zuge des Bebauungsplans »Herrnacker«, ebenso wie andere Leitungen, die durch das Baugebiet gehen, verlegt werden. Doch ist Zuständigkeit ist nicht geklärt.

Langgöns (twi). Wer ist für die Nato-Leitung in Oberkleen zuständig? Trotz Nachfragen bei Behörden und Unternehmen ist es weder Gemeinde noch Planer bisher gelungen, jemanden zu finden, der zuständig ist.

Einig sind sich Bürgermeister Marius Reusch (CDU) und Planer Hendrik Christophel, dass die Leitung nicht mehr funktioniert. Sie soll im Zuge des Bebauungsplans »Herrnacker«, ebenso wie auch andere Leitungen, die durch das künftige Baugebiet gehen, verlegt werden.

Gleich drei Bebauungspläne behandelten die Mitglieder des Bauausschusses in gemeinsamer Sitzung mit zuständigen Ortsbeiräten im Bürgerhaus der Kerngemeinde. Ein Bürger in den Zuschauerreihen wusste, dass über den »Herrnacker« bereits drei Jahrzehnte beraten wird, ohne Umsetzung in Sicht.

Doch hier wie auch bei einem anderen Bebauungsplan samt Flächennutzungsplan muss noch eine Prüfung erfolgen. »Ob die Veröffentlichung falsch war, ist zu klären, dann muss eine Veröffentlichung neu erfolgen«, räumte Reusch ein, nachdem er zuvor bereits auf Versuche der Vergangenheit eingegangen war, hier ein Baugebiet auszuweisen. Letztendlich sind die eineinhalb Jahre dauernden Gespräche mit einem Eigentümer gescheitert und dessen Fläche fällt nicht in das künftige Baugebiet, bleibt Außenbereich. »Eine solche Gesamtlösung ist nicht möglich. Es besteht nun die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit, den Bebauungsplan voranzutreiben und damit eine Lücke zwischen alter Ortslage und Neubaugebiet zu schließen. Ein Anlieger bleibt völlig ausgeklammert, das muss ihm auch klar sein«, betonte Reusch.

Von den Ausschussmitgliedern kamen Anregungen hinsichtlich Vorgaben von Fotovoltaik. Oberkleens Ortsvorsteherin Peggy Engel (CDU) will zudem Steingärten verbieten. Weiterhin angeregt wurde, die vorgesehene Straße zu verkleinern. Es wird weitere Beratunge geben. Anfragen für die künftigen Flächen gebe es bereits. Seniorengerechtes Wohnen sowie ein Friseursalon könnten dort realisiert werden. Eine größere Bebauung ist möglich. Und bis dahin muss dann auch noch ein Verantwortlicher für eben jene Nato-Leitung gefunden werden, soll doch diese, wie auch andere Versorgungsleitungen, auf die Friedensstraße verlegt werden, um die Bebauung dort zu ermöglichen.

»Keiner weiß etwas über diese Nato-Leitung. Es gibt keine Wehrbereichsverwaltung mehr in Wiesbaden. Wir haben aktuell keine Aussage über diese Leitung. Man kann davon ausgehen, dass sie nicht mehr in Funktion ist«, so Christophel.

Beim Flächennutzungsplan im Bereich »Mischplatz« Niederkleen gibt es ein juristisches Problem. Hier soll ein Mischgebiet entstehen. Der Architektenentwurf sieht mehrere Baukörper vor, die in Stellplätze und Gartengrün eingebettet sind. Doch eine Privatperson hat widersprochen, mit dem Hinweis, dass ein Teil der Fläche nicht entwidmet worden sei. »Wir hatten gehofft, bis heute eine Stellungnahme vom Hessischen Städte- und Gemeindebund vorliegen zu haben, doch dies ist nicht der Fall und deshalb stellen wir diesen Punkt noch einmal zurück«, erklärte Reusch zum Bebauungsplan. Davon sei jedoch der Flächennutzungsplan nicht betroffen, hob Planer Manfred Hausmann hervor. Befragte Juristen hätten jedoch erklärt, dass möglichweise ein Problem bestehe, was aufzuarbeiten sei. Es sei auch nicht klar, ob die Entwidmung tatsächlich nicht erfolgte. Deshalb empfahl Hausmann erst einmal, den Flächennutzungsplan weiter voranzutreiben, weil es hier nicht um Eigentumsverhältnisse und Parzellen gehe.

Während der Bauausschuss hier eine einstimmige Beschlußempfehlung für die Gemeindevertretersitzung abgab, gab es im Ortsbeirat lediglich eine Jastimme bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme.

Einstimmige Beschlussempfehlungen für das Gemeindeparlament, das kommenden Donnerstag um 20 Uhr im Niederkleener Bürgerhaus tagt, gab es im Bauauschuss für den Bebauungsplan »Blankweg« in Dornholzhausen. Es sei dies das erste Neubaugebiet, das die Gemeinde seit langen Jahren angegangen sei.

Die Gemeinde Langgöns will hier auf einer 2,8 Hektar großen Fläche Wohnraum schaffen, wobei sich das Gebiet »Blankweg« westlich an den Ortsrand von Dornholzhausen anschließt und bisher als Grünland genutzte Flächen erfasst. »Der Flächennutzungplan weist diese Fläche bereits als Wohnraum aus. Das Regierungspräsidium fordert allerdings weitergehende Aussagen zum örtlichen Bedarf«, teilte Planer Christophel mit und verwies darauf, dass es sich bei dieser Frage um einen mittlerweile normalen Prozess handele.

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