1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Laubach

Abschied einer »Wiesenblume«

Erstellt:

Von: Jutta Schuett-Frank

gikrei_wwsell_070222_4c
Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori (2.v.l.) hält ein Geschenk für die Gemeinde in den Händen. Dekan Norbert Heide (l.), Pfarrerin Susanne Metzger-Liedtke und Propst Matthias Schmidt (r.) verabschiedeten sie. © Schütt-Frank

Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori, bisher zuständig für Freienseen, Altenhain und Sellnrod, geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Laubach (sf). Ortspfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori wurde feierlich aus dem Pfarrdienst verabschiedet. Sie wirkte auch in Mücke-Sellnrod und Altenhain. Nur sechzig Gäste konnten aus Pandemiegründen teilnehmen. Ihre Schwester Ellen erfreute musikalisch mit der Oboe. Sie wurde von Stefanie Kunisch an der Orgel begleitet.

Propst Matthias Schmidt, Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori, Dekan Norbert Heide und Pfarrerin Susanne Metzger-Liedtke waren zugegen. In der Abschiedspredigt stellte Ingrid Volkhardt-Sandori die Predigt unter das Wort »Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben«. Dieses Wort habe sie schon seit ihrer Konfirmandenzeit begleitet.

»Wirklich wichtige Momente im Leben werden oftmals nicht gesehen«, so wie beim Glauben. In Sellnrod in der Kirche auf dem Kanzeldeckel habe sie ihren Lebens- und Konfirmationsspruch »Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben« wieder gefunden. Die ausgesuchten Lieder waren optimistisch und hoffnungsvoll und begleitet wurden sie vom Organisten Ullrich Leidner.

Mit einem Lächeln im Gesicht erinnerte sich die scheidende Pfarrerin an die ersten Anknüpfungspunkte. Sellnrod und Altenhain, »das war etwas hinter Grünberg«, so erinnert sie sich gerne, denn damals lebte sie in Reiskirchen. Sie musste die Dörfer und ihre Bewohner erst kennenlernen. Heute kennt sie ihre Namen und auch ihre Lebensgeschichten. Elf Jahre lang hat sie die seelsorgerische Hand über ihre Kirchengemeinde gehalten.

Propst Matthias Schmidt sprach »Über dir geht auf der Herr und die Herrlichkeit erscheint über Dir«. Das Evangelium betreffe alle Menschen und es gestalte die Gesellschaft. Dass Amt des traditionellen Pfarrers habe sich verändert. Frauen würden diese Amt öfter übernehmen. Ingrid Volkhardt-Sandori habe noch zu den ersten Pfarrerinnen gehört. Propst Schmidt erinnerte daran, dass sie bereits während ihrer Ausbildung in vielfältigen sozialen Projekten wie auch auf Dekanatsebene engagiert unterwegs war. Aus den Händen des Propstes erhielt die scheidende Pfarrerin ihre Entpflichtungsurkunde.

Segensreich habe Volkhardt-Sandori für die Gemeinden Sellnrod und Altenhain gewirkt und sie habe die Seelsorge nach dem plötzlichen Tode von Pfarrer Kurmis übernommen. Daran erinnerte Dekan Norbert Heide. »Sie war den Menschen zugewandt und sie war eine wundervolle Seelsorgerin.« In einem Liedtext wurde das Wort »Wiesenblume« verwandt und Norbert Heide verglich Volkhardt-Sandori auch mit einer Wiesenblume und schenkte ihr einen großen Teepott für die kommende freie Zeit.

Über elf Jahre gemeinsame Kirchenarbeit hielt die ehemalige Gemeindesekretärin Carmen Queckbörner einen Rückblick. Gemeinsam habe man sich durch die Gemeindearbeit geboxt. Dabei seien tolle Gemeindebriefe entstanden. Gerne erinnerte sich Carmen Queckbörner an die gemeinsam gehaltenen Gottesdienste und sie dankte für den gemeinsamen Kirchenweg.

Das Gottesdienstende hielt Susanne Metzger-Liedtke. Sie dankte ihrer scheidenden Kollegin für die gute Zeit, in der man »Seite an Seite« gearbeitet habe. Vom neuen Kirchenvorstand dankte Jörg Halbig. Er lobte Volkhardt-Sandori dafür, dass sie der neuen Gesamtkirchengemeinde einen guten Weg bereitet habe. Auch seien die Kirchenvorstandssitzungen immer sehr kurzweilig gewesen.

Bereichert wurde der Gottesdienst durch Chorvideos der »Swinging Voices«. Sie wünschten zudem persönlich alles Gute. Alle anderen Ortsvereine und Gruppierungen hatten Abschiedsworte auf einer DVD ausgesprochen. Gustav Emmrich stellte als Videofachmann der Gemeinde einen Erinnerungsfilm für die Ruheständlerin zusammen. Dazu hatten die Vereine Geld gespendet und liebevoll ausgesuchte Geschenke überreicht.

Der evangelische Posaunenchor »Unterer Vogelsberg« überreichte ihr auch einen Gutschein für einen musikalischen Einsatz und spielte im Freien auf. Aber auch die scheidende Pfarrerin beschenkte die Kirchengemeinde. Sie ließ ein Bild vom Sellnröder Gotteshaus malen, das 1698 erbaut wurde.

Zuletzt gab es aus einem Henkelkorb Schokolade für die Anwesenden.

Auch interessant