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Beteiligung an Verkehrsplanung erwünscht

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Der Laubacher Seniorenbeirat plant die Einrichtung eines Stammtischs und will Senioren bei Rechtsfragen unterstützen.

Laubach (hgt). Fast vollzählig waren die Mitglieder erschienen, und auch Gäste waren zur Sitzung des Seniorenbeirates für Laubach und die Stadtteile gekommen.

Zunächst stellte der erst seit wenigen Monaten tätige Jugendpfleger sich und seine Arbeit vor. Einige Dinge konnte er bereits in Bewegung bringen. Es wurde herausgestellt, dass Jugendliche durch Corona erhebliche Nachteile erleiden. Vielen fehlen die Kontakte und sie wissen nicht, mit wem sie ihre Befürchtungen und Hoffnungen teilen sollen. Dies betrifft oft gerade die Stillen und Zurückhaltenden. Grundsätzlich brauchen Jugendliche neben einigen vertrauten Erwachsenen vor allem andere Jugendliche, mit denen zusammen sie in das vor ihnen liegende Leben schauen, das Dasein in der Gesellschaft erproben und Perspektiven entwickeln können. Daran fehlt es zur Zeit vielfach.

Alt und Jung sollen einander helfen

Die Frage wurde gestellt, ob Seniorinnen und Senioren Hilfe für Jugendliche bieten können. Sie könnten beispielsweise unsicheren Jugendlichen, die ihrer Leistungsfähigkeit noch nicht vertrauen, in der Phase des Abschieds von der Schule und des Einstiegs in Ausbildung und Berufsleben als Mentoren zur Seite stehen. Überhaupt sei zu überlegen, wie Jugendliche und ältere Laubacher zum beiderseitigen Nutzen kooperieren können.

Dabei wurde daran gedacht, dass Jugendliche für Ältere Einführungen in den Umgang mit dem Smartphone anbieten können. Erinnert wurde an die Idee, dass Jugendliche eine Mobilitätsapp erstellen und den Seniorinnen und Senioren auf ihr Smartphone installieren und sie in den Umgang damit einüben. Eine moderne Fortführung der Mobilitätsbänke.

Interessant auch, dass sich in Ruppertsburg einige Ältere zusammen getan haben, die aus eigener Initiative Arbeiten für die Gemeinschaft im Stadtteil erledigen. Zum Beispiel wurde das Tor zum Friedhof neu gestrichen. Hierbei könnten sich Jugendliche einbringen und dabei ganz nebenbei von den erfahrenen Dorfmitbewohnern Arbeitsverfahren erlernen. In der vorangegangenen Sitzung war schon die Rede davon gewesen, eine Seniorenwohngemeinschaft einzurichten. Es soll einen Stammtisch geben, bei dem sich Interessenten kennenlernen und ihre Vorstellungen formulieren könnten. Angesichts der Pandemie-Situation muss dieses Vorhaben leider noch ein wenig warten. Interessenten, nicht nur aus Laubach, können sich aber bereits melden: Ansprechpartner ist Bernhard Wilhelm-Detzel unter bewide@t-online.de oder unter 06405/1454.

Ein Thema, das den Seniorenbeirat dauerhaft beschäftigt: Wie sind die Verkehrsräume so zu gestalten, dass Senioren überall sicher am Verkehr teilnehmen können? Das käme auch anderen zugute, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ebenso Kindern. Der Seniorenbeirat beschloss, einen Brief an den Magistrat zu richten mit der Forderung, dass der Seniorenbeirat bei allen Planungen dieser Art frühzeitig einbezogen wird und auch bei Ortsbegehungen zu beteiligen ist. Wobei der Seniorenbeirat seinerseits betroffene Bewohner des jeweiligen Stadtteils einbezieht.

Aus den Reihen der älteren Mitbürger wird immer wieder bemängelt, dass es sehr schwer ist, sich in dem modernen Dschungel von Rechtsvorschriften zurechtzufinden. Wie erhält man zuverlässige und auf die eigene Situation zugeschnittene Hilfe, wenn es um Beantragung einer Pflegestufe geht, die Einrichtung eines Notrufs oder alle die vielen anderen Dinge? Der Vorschlag des Seniorenbeirats: Derartige Beratung in allen Belangen älterer Menschen, ist am besten zu koppeln mit der Einrichtung von Stellen für Gemeindeschwestern beziehungsweise Gemeindepfleger.

Die nächste Sitzung des Seniorenbeirats findet am 4. April statt und ist öffentlich unter den dann geltenden Regeln zur Lage der Pandemie.

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