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Brunnensanierung startet im März

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Experten sind der Ursache für die Trübung des Wasser aus dem Tiefbrunnen Hirtenbach auf der Spur. © Stadt Laubach

Das Trinkwasser aus dem Laubacher »Hirtenbach« muss wieder gechlort werden. Jetzt stehen Sanierungsarbeiten an, um das Problem zu beheben.

Laubach (red). Nach mehrmonatiger störungsfreier Förderung des Trinkwassers aus dem Tiefbrunnen Hirtenbach in Laubachs Kernstadt kommt es aktuell erneut zur Trübung des geförderten Wassers. Die infolge und auf Anordnung des Gesundheitsamtes erfolgte Chlorung des Trinkwassers in der Kernstadt, Münster und Teilbereichen von Wetterfeld ist seit Ende 2020 Thema bei den Bürgerinnen und Bürgern. Seit diesem Zeitpunkt ist auch die Stadtverwaltung intensiv mit der Thematik beschäftigt.

Grund für die Chlorung war eine im Dezember 2020 festgestellte Trübung des Brunnenwassers - die aber nicht lange anhielt. Um die Ursache zu ermitteln, wurden im ersten Halbjahr 2021 durch eine Spezialfirma aus Gommern Untersuchungen des baulichen Zustands des Brunnens durchgeführt. Das Ergebnis ergab jedoch keine besonderen Auffälligkeiten.

Daraufhin wurde ein auf Brunnen spezialisiertes Fachbüro aus Nordrhein-Westfalen mit einer weiteren Begutachtung beauftragt, welches zwar eine genau zuzuordnende Ursache nicht feststellen konnte, aber Handlungsempfehlungen vorlegte. Ein Teil dieser Empfehlungen wurde bereits umgesetzt. Eine noch ausstehende Tracer-Beprobung im Umfeld des Brunnens und der Leitung steht noch aus. Diese wird voraussichtlich Mitte März stattfinden können und könnte neue Erkenntnisse zu der Ursache für die Trübung des Trinkwassers erbringen.

Ein weiteres Ergebnis der stattgefundenen Untersuchungen ist die Feststellung, dass durch den rund zehn Meter gesunkenen Grundwasserstand das Wasser aus einer tiefer gelegenen Grundwasserschicht gewonnen wird. Dies könnte eine Ursache für den Eintrag von Trübstoffteilen in das geförderte Trinkwasser sein. Auch hat es anscheinend Konstruktionsfehler, des Anfangs der 70er Jahre in Betrieb genommenen Brunnens gegeben.

Ergebnis des Fachbüros war gewesen, dass eine Sanierung grundsätzlich möglich sei. Ein Neubau würde sehr aufwendig und langwierig sein, das heißt nicht nur mit sehr hohen Kosten verbunden, sondern sich in der Realisierung über einen langen Zeitraum erstrecken, in der Trübungen vorkommen würden und eine durchgängige Chlorung des Trinkwassers notwendig wäre. »Dies ist nicht akzeptabel«, so Bürgermeister Matthias Meyer. »Die Verwaltung arbeitet mit drei Mitarbeitern mit Hochdruck an dem Thema. Als Bürgermeister und als betroffener Familienvater ist mir eine schnellstmögliche Veränderung des Zustands sehr wichtig«, so Meyer. »Darüber ist es mir als Verwaltungschef ein Anliegen, zu betonen, dass keine unfairen Schuldzuweisungen an Mitarbeiter der Verwaltung erfolgen dürfen. Die Kollegen haben weder ›Bedienungsfehler‹ begangen noch können sie auf einen Knopf drücken, um das Problem unmittelbar zu lösen.«

Die notwendige Sanierung des Brunnens mit Sicherstellung einer ungetrübten Trinkwasserversorgung ohne Chlorung soll nunmehr durch eine Kombination von Filtration und UV-Bestrahlung erreicht werden.

Anfang März beginnen im Hochbehälter die Bauarbeiten für eine Filteranlage zwecks Beprobung deren Leistungsfähigkeit. Bei erfolgreichem Filterversuch wird der Bau einer separaten Anlage im näheren Brunnenbereich erfolgen, wonach sowohl der Brunnen »Hirtenbach« als auch der Brunnen »Froschloch« angeschlossen werden. Neben der Filteranlage ist auch der Einbau einer UV-Entkeimungsanlage vorgesehen. Wenn der Probelauf erfolgreich verläuft, sollte es noch diesen Sommer zu einer Umsetzung der Maßnahme kommen.

Darüber hinaus wird Steuerungstechnik im Brunnen »Hirtenbach« als auch »Froschloch« aufwendig ertüchtigt, um eine schonende Wasserförderung zu gewährleisten.

Nach mehrmonatigem störungsfreiem Betrieb im vergangenen Jahr konnte in Absprache mit dem Gesundheitsamt die Chlorung ausgesetzt werden. Jedoch gab es kurze Zeit später eine erneute Eintrübung, sodass die Schutzchlorung wiederaufgenommen werden musste. Dies wird auf Anordnung des Gesundheitsamtes auch bis zur abgeschlossenen Sanierung so bleiben.

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