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Chaos rund um die Linde

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Derzeit bietet der Marktplatz verkehrstechnisch ein chaotisches Bild. © Archiv

Die Laubacher Abgeordneten haben sich ein »Verkehrskonzept« für die Altstadt erläutern lassen.

Laubach . »Das Treiben auf dem Marktplatz ist ein bisschen chaotisch und äußerst unübersichtlich für die Verkehrsteilnehmer.« So lautet das Fazit von Thomas Pickel vom Verkehrsplanungsbüro R+T, Darmstadt. Der Diplom-Ingenieur stellte bei einer gemeinsamen Ausschusssitzung am Dienstagabend die Ergebnisse einer Untersuchung zu einem »Verkehrskonzept Innenstadt« den Mitgliedern des Haupt-, Bau-, Finanz- und Umweltausschusses sowie des Jugend-, Sport-, Kultur- und Sozialausschusses vor.

Als mögliche Lösung stellte er zwei Varianten vor, die eine Zufahrt jeweils nur von der Oberen oder der Unteren Langgasse zulassen und eine durchgängige Einbahnstraßen-Regelung beinhalten. Die Idee dahinter: »Die Wendefahrten um die Linde herum können unterbunden werden.« Auch eine »Abriegelung des Marktplatzes« sei möglich. allerdings entfielen in diesem Fall die rund 20 dort befindlichen Kfz-Parkplätze.

Durchgespielt haben die Planer auch die Umkehrung der Einbahnregelungen in der »Oberen Langgasse« und der »Bahnhofstraße«, sowie auf Straßen »Im Hain« (Ost) und »Im Hain« (West). Zwischen 7 und 19 Uhr zählten die Gutachter rund 1600 Fahrzeuge im Bereich des Marktplatzes, was im Landesvergleich mit Städten in gleicher Größe als »moderat« bezeichnet werden könne, so Pickel.

Genauer unter die Lupe genommen wurde die Verkehrssituation mit Zählungen, bei Begehungen und durch Videoaufnahmen im Frühjahr 2020 an sechs Knotenpunkten im Stadtkern.

Zusätzlich zu den rund 6000 Einwohnern in der Kernstadt pendeln täglich etwa 1300 Beschäftigte von außerhalb zum Arbeiten nach Laubach.

Im Zentrum der Betrachtung stand allerdings das Straßengeflecht der Innenstadt, die von der Bundesstraße 276 wie ein Ring umfahren wird.

Während die Ausweisung von verkehrsberuhigten Zonen und Einbahnstraßen insgesamt schon ein nur an manchen Stellen verbesserungswürdiges Konzept darstelle, sehen die Planer bei den Parkflächen erhebliche Defizite.

So weist die Bestandsaufnahme eine insgesamt hohe Parkraumauslastung am Markttag (bis zu 90 Prozent) aus, der nur vereinzelt Reserven gegenüberstehen. Die Überlastung der Parkstände auf dem Marktplatz sorge in der Folge für häufiges Falschparken auf dem Platzbereich.

Die Tiefgarage sei nicht sehr einladend für Kurzparker und werde dementsprechend fast ausschließlich von Anwohnern und Beschäftigten genutzt. 75 Prozent der Fahrzeuge würden dort länger als sechs Stunden abgestellt.

Als »Optionsflächen« für neue Parkplätze wurden das Areal am alten Feuerwehrhaus, der Parkplatz »Bahnhofstraße« sowie Flächen oberhalb der Tiefgarage (»Hinterhof«) ausgemacht, wobei das Grundstück des noch abzureißenden Feuerwehrhauses am meisten Potenzial besitze.

Nach der Prüfung durch das Büro wurden folgende Alternativen ausgeschlossen: Grundstücksfläche »Im Hain«, Gebäude/Scheune »Auf der Planke«, Fläche »Festplatz« (Bereich Grundschule), Grundstücksfläche«Friedrichstraße« sowie am Spielplatz »Rathaus«.

Weiter wurde angeregt, dass von den 290 öffentlichen Parkständen im Altstadtbereich mehr bewirtschaftet werden (sprich: kostenpflichtig machen).

Als dringend empfehlenswert bezeichnete Pickel die Schaffung von Fahrradabstellanlagen sowie Ladestationen für E-Bikes. »Felgenklemmen« bringen nicht viel, für die hochwertigen Räder erwarteten die Nutzer eine entsprechend sichere Abstellmöglichkeit.

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