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Classic meets Breakdance

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Orgel und Breakdance: Das Publikum in der Stadtkirche war begeistert. Foto: Schultz © Schultz

Das Multimediaspektakel mit Streicher- und Tanzduo in der Laubacher Stadtkirche eröffnete neue Perspektiven und gefiel dem zahlreichen Publikum.

Laubach (hsch). Selten war der Name der Reihe »mixtur« so verdient wie jetzt in der Stadtkirche beim Konzert der Orgel mit Musik und Breakdance. Je ein Streicher- und ein Tanzduo fanden sich mit der Orgel zu einem musikalischen Multimediaspektakel zusammen, das dem zahlreich erschienenen Publikum sehr gut gefiel und tatsächlich neue Perspektiven eröffnete.

Große Erwartungen waren zu spüren, auch kleine Zuhörer waren zahlreich erschienen - das Publikum war gespannt. Bürgermeister Matthias Meyer freute sich in seiner kundigen Einführung über den starken Besucherandrang und würdigte die Unterstützung durch Ovag und Sparkasse Laubach.

Die einfallsreichen Veranstalter hatten als Gäste das Streicherduo Nicole Besse (Violine) und Johanna Stein (Cello) eingeladen. Dazu kamen die Tänzer Malik Schleher und Alexander Skorbyashchenskyy von der Gießener Tanzschule Blau-Gold.

Die ausgewiesenen Breakdancer stellten die dritte kreative Ebene dar, für die erste stand Dekanatskantorin und Organistin Anja Martine.

Johanna Stein (Jahrgang 1983) ist eine stilistisch offene und vielseitige Musikerin und Sängerin, die in allen Genres Zuhause ist. Violinistin Nicole Besse lehrt an der Universität Köln. Gemeinsam mit Stein bearbeitet sie seit 2019 diverse Genres und schafft Neues.

Maik Schleher (22) tanzt seit 20011 Breaking (Break Dance) mit Fokus auf akrobatische Elemente und Musikalität. Alexander Skorbyashchenskyy (19) tanzt seit 2013 ebenfalls zumeist Breaking mit Fokus auf Musikalität und abstrakte Bewegungen; seit 2013 tanzen sie gemeinsam und sind stets offen für neue Richtungen.

Als Auftakt hörte man zwei Sätze aus Georg Friedrich Händels Sonata E-Dur HWV 373. Da waren alle Musikerinnen noch auf der Empore bei der Orgel, das Geschehen wurde per Video auf die Wand projiziert. Das kam bedächtig bis andächtig, dann aber behände, frohgemut und dennoch weiter langsam. Man wollte offenbar aus der Ruhe starten. Zwei Sätze aus Haydns Duett für Violine und Cello, zunächst auch ruhig and bedachtsam, kamen schon etwas lebhafter, besonders vom Cello. Hier hörte man einen routiniert ausgeführten schönen Duo-Klang der Streicher.

Bei vier zweistimmigen Interventionen von Bach kamen dann etwas mehr barocke Power und Schwung ins Spiel, auch weil hier die Tänzer erstmals loslegten. Die brachten naturgemäß einen starken Kontrast ins Geschehen, wirbelten durch die Luft und verknoteten gelegentlich ihre Gliedmaßen und zeigten die bekannten und erwarteten Rotationen, etwa auf einer Hand. Fast spektakulär schlossen Musiker und Tänzer den Satz punktgenau ab.

Nicht zum letzten Mal, die Breaker fanden offenkundig sehr gut in die Musik rein und zeigten auch während der Titel ganz deutlich, wie sie sich in die Haydnschen Klänge - und das Tempo - einfühlten. So ergab sich für den Zuschauer eine neue, sehr kontrastreiche Darbietung.

Zur Zugabe musizierten Besse und Stein eine Uraufführung, den »Valse de la vie«, allerdings »mit Stolpersteinen« (Besse). Wozu die Tänzer eine Art extra choreografiertes Breakdance-Menuett aufführten. Riesenbeifall.

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