1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Laubach

Extra auf Tracht verzichtet

Erstellt: Aktualisiert:

Laubach (red). Seit einiger Zeit haben viele aus der Ukraine geflüchtete Familien in Laubach eine (temporäre) Heimat gefunden. Die meisten von ihnen wohnen zurzeit im Jugendgästehaus, einige sind zwischenzeitlich schon in Laubacher Familien untergekommen. Auch die Solmser Pfadfinder aus Laubach haben der Stadt - nach Zustimmung des Eigentümers Firma Römheld - spontan ihr Fahrtenheim auf der Friedrichshütte für mögliche Unterbringungen zur Verfügung gestellt und dabei ihre Hilfe bei der Betreuung angeboten.

Schon vor Eintreffen der ersten Geflüchteten hatten die Pfadfinder Aktionen für Kinder und Erwachsene vorbereitet. Am Ostersamstag richtete man eine Begegnung auf dem Lagerplatz am Tiergärtnerteich aus. Drei Dolmetscher aus den eigenen Reihen konnten gefunden werden, sodass eine gute Kommunikation möglich war.

Da einige der Kinder von Kriegserfahrungen traumatisiert waren und daher mit »Uniformen« schlimme Erlebnisse verbinden, verzichteten die Pfadfinder auf das Tragen ihrer Trachten und so lief die Veranstaltung in Zivil. 23 Helfer - von 14-jährigen Assistenz-Gruppenleitern bis zu erwachsenen Mitgliedern - bereiteten das Gelände vor, während Leiter und Dolmetscher die ukrainischen Familien am Jugendgästehaus abholten und mit ihnen zum Pfadfinderplatz wanderten.

Barfußpfad und Baumhaus

Hier wurde nach einer kurzen Begrüßungsrunde zunächst das Gelände erkundet und ausgestopfte Tiere gezeigt, die in den Wäldern lebten. Dann ging es in Kleingruppen los, um alles auszuprobieren. Jung und Alt tummelten sich auf der Hindernisbahn oder liefen den Barfußpfad, ein Baumhaus wurde erstiegen, Hütten angeschaut (in einer konnte man sogar junge Waschbären sehen), man tastete sich mit verbundenen Augen an einem Seil entlang, das kreuz und quer durch den Wald gespannt war oder versuchte seine Fähigkeiten auf der Slackline. Eine besondere Attraktion war das Stockbrotbacken, was den Gästen völlig unbekannt war. Der lange Kochtisch war ununterbrochen über Stunden belagert und drei Mütter waren pausenlos mit dem Vorbereiten der Stöcke beschäftigt.

Mit vielen Pfadfinderspielen verging dann auch schnell der Nachmittag, bis dann zum Würstchengrillen gerufen wurde. Hier halfen vor allem die ukrainischen Väter und Mütter eifrig mit und schon bald saßen die rund 100 Gäste und Helfer gemeinsam beim Abendessen.

Der Abend klang dann am Osterfeuer mit Lagerfeuerromantik und Liedern in Deutsch, Englisch und Ukrainisch aus.

Auch interessant