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Gesamtgemeinde am Westrand des Vogelsbergs

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Das Ehepaar Volker und Claudia Jung mit Dr. Ulf Häbel, dem ehemaligen Freienseener Pfarrer, seiner Frau Irmgard und dem Laubacher Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn beim Gemeindefest auf dem Freienseener Festplatz. © Stender

Unter dem Motto »Wir sitzen alle im selben Boot« feierten Gläubige in Freienseen, Sellnrod und Altenhain mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung die Vereinigung der Kirchengemeinden.

Laubach (red). Zwei Jahre sitzen die Mitglieder der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Freienseen-Sellnrod/Altenhain schon »im selben Boot«. Unter eben diesem Motto feierten sie am Sonntag die Vereinigung der Kirchengemeinden mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung als Prediger im Festgottesdienst.

Die Masken der Menschen in den voll besetzten Kirchenbänken erinnerten noch daran, warum Gottesdienst und Gemeindefest um zwei Jahre verschoben werden mussten. Auch Kirchenpräsident Jung kam auf der Kanzel in der Freienseener Kirche auf die Corona-Pandemie zu sprechen. Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine hätten die Menschen daran erinnert, dass ein friedliches Leben alles andere als selbstverständlich sei.

In solchen Zeiten stelle sich für viele die Frage nach dem Wirken Gottes. »Schläfst du?«, hätten auch die Jünger im Boot auf dem plötzlich stürmischen See Genezareth ihren »Chef« Jesus gefragt. Und der habe geantwortet: »Wo ist euer Glaube?«

Dieser Glaube, so der Kirchenpräsident, sei das Vertrauen, dass Gott »uns nicht untergehen lassen« werde. Es sei die Aufgabe der Kirche, dieses Vertrauen in Gott nach außen zu tragen und daran zu erinnern, dass »wir alle im selben Boot« sitzen. Das geschehe zum Beispiel in Friedensgebeten, aber auch an vielen anderen Stellen.

Der Wunsch nach Frieden und nach dem Ende der Corona-Pandemie beschäftigt augenscheinlich auch den neuen Konfi-Jahrgang, der aufgefordert war, in den Fürbitten ihre Vorstellungen von der Zukunft der Gesamtgemeinde zu formulieren. Die Jugendlichen wünschten sich aber auch die Freiheit, Gottesdienste verlassen zu dürfen, »wenn es langweilig wird«, mehr Landwirtschaft und schließlich auch »ein Fußballstadion«.

Ob dies ein Zukunftsprojekt der Gesamtgemeinde am Westrand des Vogelsbergs wird, blieb offen. Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass zum Vogelsberg nicht nur mit Holzschindeln verkleidete Kirchen wie in Sellnrod, sondern auch Gutes zum Essen und Trinken gehören. Dass es auf dem Freienseener Festplatz auch Würstchen mit Pommes geben würde, ließ besonders die Kindergottesdienst-Kinder freudig tuscheln, die den Gottesdienst mit einem Lied über die Tiere auf der Arche Noah bereichert hatten.

Vor zwei Jahren bündelten die Kirchengemeinden Freienseen und Sellnrod-Altenhain ihre Kräfte in einer sogenannten Gesamtkirchengemeinde mit gemeinsamem Kirchenvorstand und Verwaltung. Pfarrerin ist Susanne Metzger-Liedtke, die von Pfarrerin Verena Reeh (Merlau-Flensungen) unterstützt wird. Sie gestalteten die Liturgie des Festgottesdienstes.

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