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Keine Bauplätze auf »Klug‘scher Rodung«

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Laubach . Die Stadtverordnetenversammlung Laubach stellte sich mit großer Mehrheit hinter das Votum des Ortsbeirats Münster und schloss sich einem Initiativantrag der Grünen an, die im Regionalplan vorgesehene Gewerbefläche am Münsterer Kreuz aus den Planungen herauszunehmen.

Vorausgegangen war eine längere Diskussion, in der grundsätzliche Fragen zur Stadtentwicklung zur Sprache kamen.

Zunächst trug aber SPD-Fraktionsvorsitzender Hartmut Roeschen einige Änderungsanträge seiner Partei vor.

Diese betrafen unter anderem die Fläche östlich des Schlossparks an der Adolf-Wieber-Straße, die vielen inzwischen besser als »Klug’sche Rodung« bekannt sei. Hier hatte Ex-Bürgermeister Peter Klug (Freie Wähler) ohne vorherige naturschutzrechtliche Prüfung Bäume abholzen lassen, obwohl das Areal noch gar nicht als Baugebiet ausgewiesen war.

Der Entwurf des Regionalplans sieht nun vor, diese Fläche von anderen Vorrängen freizustellen, wodurch die Aufstellung eines Bebauungsplans möglich wäre. Dem hatten sowohl Magistrat wie auch der Haupt- und Finanzausschuss bereits zugestimmt.

Roeschen warb nun dafür, diesen Antrag nicht zu unterstützen und auf eine Bebauung zu verzichten: »Lassen wir die Finger davon.« Seinem Vorschlag folgte das Parlament und so wurde der Magistratsantrag bei neun Jastimmen der FW-Fraktion und fünf Enthaltungen der CDU mit den 12 Stimmen von SPD, Grünen, FDP und FBLL abgelehnt.

Vorrangfläche Natur & Landschaft

Außerdem soll nördlich des Wiesenweges bis zum Ramsberg der Bereich mit Streuobstwiesen als Vorrangfläche »Natur und Landschaft« ausgewiesen werden.

Grundsätzliche Kritik am Umgang mit dem Regionalplan äußerte Dr. Susanne Heun (Grüne): »Wir sollten nicht einfach Flächen beantragen, sondern erst einmal miteinander schauen, wo wir hinwollen.« Nur, weil man sich nicht festlegen wolle, könne man nicht einfach 58 Hektar Siedlungsfläche beantragen. »Was wir brauchen, ist eine Leitvison für eine lebenswerte Kommune.«

Für die von ihr kritisierten »Mischgebiete« wollte Florian Kempff eine Lanze brechen. »Gerade für Start-Ups und kleine Unternehmen gehören oft wohnen und arbeiten zusammen«, so der Sprecher der FDP-Fraktion.

Als weitere Änderungen zum Entwurf des Regionalplanes beschlossen die Stadtverordneten, dass südlich von Wetterfeld das Vorranggebiet (VRG) »Industrie und Gewerbe Bestand« in ein VRG »Siedlung Planung« geändert werden soll.

Aus dem VRG »Industrie und Gewerbe Planung« östlich von Münster soll eine landwirtschaftlich freigestellte Fläche und an der Gemarkungsgrenze westlich von Münster ein VRG »Industrie und Gewerbe Planung« ausgewiesen werden. Hier hofft man auf ein interkommunales Gewerbegebiet mit den Nachbargemeinden Lich und Reiskirchen.

Haushalt genehmigt

Gegen zwei Neinstimmen aus den Reihen von FW und CDU beschloss das Stadtparlament die Freigabe der Haushaltsmittel für eine zweite Stelle in der Sozialarbeit der Stadt.

Bürgermeister Matthias Meyer (parteilos) gab bekannt, dass der Haushalt für das laufende Jahr vom Regierungspräsidium genehmigt worden sei.

Einstimmig sprachen sich die Laubacher Parlamentarier zu Beginn der von Stadtverordnetenvorsteher Joachim Kühn (Freie Wähler) geleiteten Sitzung für eine Resolution gegen die geplante Schließung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes am Licher Krankenhaus aus. Durch die Schließung werde zum einen der ländliche Raum geschwächt und zum anderen eine schlechtere Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger in Kauf genommen. Zum Beispiel müssten Patienten vom Laubacher Stadtteil Altenhain bis zum Klinikum in Gießen fast 40 Kilometer zurücklegen.

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