1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Laubach

Mahnwache in Laubach

Erstellt:

gikrei_2802_mahn_vb_2802_4c
Auf dem Laubacher Marktplatz trafen sich die Teilnehmer zu einer Mahnwache. © Schütte

Bei einer Mahnwache zum Ukraine-Krieg in Laubach haben Teilnehmer die Rücksichtslosigkeit des russischen Präsidenten Putin angeprangert.

Laubach (hgt). Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Vielfach wird die Gefahr eines Dritten Weltkrieges gesehen. Auf Initiative der Laubacher SPD und Beteiligung der Fraktionen des Stadtparlaments sowie der Friedenskooperative Grünberg-Laubach-Mücke fand am Freitagabend eine Mahnwache auf den Marktplatz statt. Die rund 60 Teilnehmer entzündeten Friedenslichter. Johannes Rövenich begrüßte die Teilnehmer. Dr. Christiane Schmahl, Roland Wilhelm und Hartmut Roeschen betonten in ihren Ansprachen, dass der russische Präsident Putin 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa den Frieden aus fadenscheinigen Gründen gebrochen habe.

Schmahl berichtete sichtlich ergriffen über das ungewisse Schicksal von Freunden aus der Ukraine, die bis zuletzt gehofft hatten, dass Putin keinen Krieg beginnt. Roeschen betonte in seiner Ansprache, dass es im Vorfeld im Hinblick auf das Minsker Abkommen wohl politische Fehler gegeben habe. Doch bereits durch die völkerrechtswidrige Besetzung und Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014 sei der Imperialismus Putins deutlich geworden. Und schon der Kaukasus-Krieg 2008, als Russland Georgien besiegte und die Gebiete Süd-Ossetien und Abchasien aus dem georgischen Staatsverband herauslöste, habe gezeigt, dass der russiche Präsident die Nachbarländer klein halten will.

Rücksichtsloses Vorgehen

Sein Eingreifen im syrischen Bürgerkrieg, als die russische Luftwaffe den Diktator Assad rettete und auf Putins Befehl Krankenhäuser und Wohnviertel, wie jetzt auch in Kiew, bombardieren ließ, zeige, wie rücksichtslos er vorgehe, wenn es um die eigene Macht gehe. Roeschen sprach auch das Verhalten gegenüber der innenpolitischen Opposition an, deren Führungspersönlichkeiten ermordet und vergiftet würden. Als Opfer nannte er beispielhaft Anna Politkowskaja, Alexander Litwinenko, Boris Beresowski und Alexei Nawalny.

Putin wolle die Pflanze der Demokratie nicht dulden, nachdem die Majdan-Bewegung in der Ukraine von 2013/14 den Russland-orientierten Präsidenten Janukowytsch vertrieb und danach in demokratischen Wahlen Petro Poroschenko zum neuen Präsidenten wählte. Man müsse Putin an empfindlichen Stellen treffen, die unter anderem im finanziellen und technischen Bereich liegen. Es gebe eine Reihe von harten Maßnahmen, die auch von uns Opfer forderten, doch Solidarität gebe es nicht zum Nulltarif, schloss Roeschen seine Ausführungen.

Mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kriegshandlungen in der Ukraine gingen die Teilnehmer nach einer Schweigeminute auseinander.

Auch interessant