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Musikalische Glanzlichter gesetzt

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Hermann Wilhelmi (Klavier) und Amin Ebrahimi (Klarinette). © Schütte

Solistisch traten im Laubacher Rathaussaal die iranischen Künstler Anousha Nazari (Gesang) und Amin Ebrahimi (Klarinette) auf, die von Hermann Wilhelmi am Flügel begleitet wurden.

Laubach (dws). Laubachs Bürgermeister Matthias Meyer begrüßte kürzlich im großen Rathaussaal zum Konzert »Klassik trifft Nowruz« eine Pandemie-bedingt begrenzte Anzahl von Besuchern. Mit dem Frühlingsanfang treffe das iranische Neujahrsfest am 21. März fast zusammen, und ebenso treffe iranische und verwandte Musik auf europäische Klassik. Wie schon Hermann Hesse geschrieben habe, »jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«, so auch mit dem ersten Konzert in diesem Jahr. Für ein solches Konzert habe man hervorragende Musiker gewinnen können. Er dankte dem Laubacher Kultur- und Tourismusbüro, das seinen Anteil zum Gelingen dieses Konzertes beigetragen habe.

Gesang und Klarinette

Solistisch traten die aus dem Iran stammenden Künstler Anousha Nazari (Gesang) und Amin Ebrahimi (Klarinette) auf, die von Hermann Wilhelmi am Flügel begleitet wurden. Anousha Nazari studierte Gesang im Iran und lebt in Paris. Amin Ebrahimi studierte Klarinette im Iran, bildet sich gegenwärtig in Wiesbaden weiter und trat mehrfach mit Orchestern auf.

In Laubach ist Hermann Wilhelmi schon lange bekannt, tritt dort regelmäßig am Klavier und an der Orgel auf, oft auch in Begleitung seines Sohnes. Als »Special Guest« war auch der Laubacher Pianist Deniz Ciftci mit eigenständigen und gefühlvollen Klavier-Interpretationen zu hören.

Auf dem Programm stand vor der Pause die Uraufführung des Werkes »Impromptu« des iranischen Komponisten Basir Nasiri für Klarinette und Klavier. Das Werk präsentierte sich mit ausdrucksstarken, zarten und dann wieder zupackenden Passagen, gepaart mit iranisch-europäischer Harmonik und Motivik, dessen Emotionalität sich unmittelbar erschließt.

Facettenreich

Wilhelmi wies darauf hin, dass sich erst bei den Proben, je länger er sich mit der Komposition beschäftigt habe, ihm immer neue Facetten offenbart hätten. Weitere iranische Melodien von Ebrahimi (eine Improvisation iranischer Lieder), Hossein, Ranjibaran und Panahi wurden ergänzt von Guliyev und Klezmer und traten in Dialog mit der Musik von Claude Debussy (Knospen, Blumen, Glocken), Maurice Ravel (Pavane für eine verstorbene Prinzessin), Gabriel Fauré (Leila, Rosen, Küsse), Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem Frühlingslied, Alexander Skrjabin (Drei Preludes aus op. 11) und anderen. Zum Abschluss erklang »Danse Macabre« (Totentanz) op. 40 für Sopran, Klarinette und Klavier in einem Arrangement von Amin Ebrahimi von Camille Saint-Saéns.

Die Zuhörer spendeten wiederholt begeistert Applaus und konnten sich noch über zwei Zugaben freuen. Bei freiem Eintritt hatte man um eine Spende zur Deckung der Unkosten gebeten.

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