1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Laubach

Präventionsprojekte im Fokus

Erstellt:

gikrei1901streiteltern_1_4c
Das BZ berät seit 2022 im Auftrag des Jugendamtes Paare, die sich um das Umgangsrecht ihrer Kinder streiten. Symbolfoto: dpa © Red

Das Beratungszentrum Laubach bietet verstärkt Präventionsprojekte mit Lehrkräften, Schülern und Sozialarbeitern an.. Der Förderverein unterstützt die Arbeit seit 26 Jahren.

Laubach (red). Um ein besseres Miteinander an den Schulen und psychisches Wohlbefinden bei Kindern und Jugendlichen zu erreichen, bieten die Berater*innen/Therapeut*innen des Beratungszentrums (BZ) verstärkt Präventionsprojekte mit Lehrkräften, Schülern und Sozialarbeitern an. Diese Kooperation mit den Schulen war ein Schwerpunkt auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Beratungszentrum Laubach und Grünberg.

Seit 26 Jahren unterstützt der Förderverein die Arbeit des BZ und zählt zurzeit 117 Mitglieder. Die erste Vorsitzende Saskia Eberwein berichtete von den Aktionen der vergangenen zwei Jahre wie der erfolgreichen Teilnahme an der 800-Jahr-Feier Grünbergs sowie am Feierabendmarkt in Laubach.

Höhere Fallzahlen

Nach dem Kassenbericht und seiner Prüfung informierte das Therapeutenteam über den aktuellen Stand im Beratungszentrum, das 2022 wieder höhere Fallzahlen verzeichnete als (Corona-bedingt) 2021. In bewährter Weise können nun wieder - neben Telefon- und Online-Beratung - persönliche Beratungsgespräche angeboten werden. Zusätzlich bietet das BZ Elternkurse zur Erziehungshilfe wie »Mein Baby verstehen« an. Hier werden junge Mütter und Väter dafür sensibilisiert, was ihr Baby gerade braucht und wie man Überlastung vorbeugt.

Es besteht nach wie vor eine gute Vernetzung des BZ mit dem Familienzentrum in Grünberg. Trotz Corona konnte die angeleitete Gesprächsgruppe für Menschen mit psychischen Problemen stattfinden. »In der Gruppe kann ich sein und ich muss mich nicht erklären, wenn mir mal die Tränen laufen«, zitiert Susanne Funck eine Besucherin.

»Verrückt, na und?!« Dieses bundesweite Präventionsprogramm für Jugendliche ab der 8. Klasse will die Beraterin Kira Scholz nun auch im Ostkreis etablieren. Es soll junge Menschen für seelische Gesundheit sensibilisieren und so psychischen Erkrankungen und deren Langzeitfolgen vorbeugen.

»Wir diskutieren interaktiv darüber, was mich psychisch gesund hält«, erläutert Scholz. »Unter unserer Anleitung nehmen sich Lehrkräfte und Schüler besser wahr, geben viel von sich preis. Das Spannende ist an diesem Konzept, dass neben uns fachlichen auch noch »persönliche« Experten anwesend sind und von ihren Erfahrungen berichten. »Da kann man eine Stecknadel fallen hören, wenn die Betroffenen von ihrem Leben mit ihren psychischen Erkrankungen berichten!«

Robert Kemnade, einer der Berater, baut gerade ein Netzwerk mit allen Schulen im Umkreis auf, um Suchtprävention anzubieten und den Missbrauch neuer Medien in den Fokus zu stellen. »Ich mache mir ein Bild von der Lebensrealität am Mikrokosmos Schule. Die Lehrkräfte und Sozialarbeiter stellen viele Auffälligkeiten bei Schülerinnen und Schülern fest.«

Wieder ins Gespräch kommen

Seit dem Frühjahr 2022 hat das BZ ein weiteres Aufgabenfeld im Auftrag des Jugendamtes übernommen: die konfliktregulierende Beratung für Paare, die sich um das Umgangsrecht ihrer gemeinsamen Kinder vor dem Familiengericht streiten.

Die Eltern sollen lernen, wieder ins Gespräch zu kommen, solange ruht der Prozess und die Gerichte werden entlastet. Am Ende gibt das BZ dem Gericht eine klare Empfehlung, bei der das Kindeswohl immer im Mittelpunkt steht. Weiterhin werden die Berater/Therapeuten des BZ bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung von Lehrern und Erzieherinnen oder anderen in der Jugendhilfe tätigen Personen um ihre Einschätzung dazu gefragt. Bestätigt sich der Verdacht, wird eine Meldung ans Jugendamt empfohlen.

Die designierte Vorständin des Vereins für psychosoziale Therapie (VpsT), Jutta Becker, regte abschließend im Beisein von Bürgermeister Matthias Meyer an, die in der Vergangenheit erfolgreiche Gruppe »Soziales Laubach« wieder aufleben zu lassen und die Organisation im Idealfall in hauptamtliche Hände zu legen.

Auch interessant