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Traditionelle Hubertusmesse

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Von: Heinz-Gerhard Schütte

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Das Parforcehorncorps beim Auftritt in der Laubacher Stadtkirche. Foto: Schütte © Schütte

Musikalisch gestaltet wurde die Hubertusmesse in der Laubacher Stadtkirche von 13 Mitgliedern des Parforcehorncorps Hoher Vogelsberg unter der Leitung von Jan Andres (Laubach).

Laubach (hgt). Die Evangelische Kirchengemeinde Laubach feierte am Samstag eine Hubertusmesse in der Evangelischen Stadtkirche. Musikalisch gestaltet wurde dieser besondere Gottesdienst von 13 Mitgliedern des Parforcehorncorps Hoher Vogelsberg unter der Leitung von Jan Andres (Laubach), den Pfarrer Jörg Niesner als neues Gemeindemitglied begrüßen konnte.

Wie Oswald Henselt, der seit 50 Jahren Bläserhauptmann ist, erzählte, kann der Parforcehorncorps in diesem Jahr auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Er wurde im Juli 1972 von Willi Friedl gegründet, der den Corps 30 Jahre lang leitete, und es war einer der ersten Parforcegruppen seiner Art in Deutschland. Zunächst waren es nur drei Bläser, doch bald schon gesellten sich Gleichgesinnte dazu, so dass 16 Bläser zusammen kamen.

Die erste Messe wurde 1973 in Bad Nauheim durchgeführt. Unter seinem Gründer feierte der Corps zahlreiche nationale und internationale Erfolge. Auftritte in Funk und Fernsehen kamen hinzu. Zu den Proben kommt man nach wie vor im Dorfgemeinschaftshaus in Laubach-Altenhain zusammen, bei denen man gerne neue Mitglieder begrüßen würde.

Die Anzahl der Bläser schwankte im Laufe der Jahre von 16 bis zu 26 Bläser. Einige der Gründungsmitglieder sind bis heute noch aktiv dabei. Nach dem Einzug in die Kirche wurde der Corps von Pfarrer Jörg Niesner willkommen geheißen, der zusammen mit Pfarrerin Anke Stöppler den Gottesdienst gestaltete.

Die Hubertusmesse ist eine traditionelle Gottesdienstform mit jagdlicher Musik, die in der Regel um den Gedenktag des Heiligen Hubertus am 3. November stattfindet. Der Heiligenlegende zufolge soll Hubertus bei der Jagd an einem Karfreitag ein prächtiger Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih begegnet sein, woraufhin dieser sein Leben ganz und gar in den Dienst und die Nachfolge Jesu Christi stellte.

Jörg Niesner baute in seiner Predigt eine Brücke von der Gegenwart zum biblischen Schöpfungsbericht. Die Bibel sei kein Biobuch, führte Niesner aus. Vielmehr seien ihre Wahrheiten theologische Wahrheiten, die auf die uralten Fragen der Menschheit Antworten gäben. Die moderne naturwissenschaftliche Weltsicht sei den Verfassern fremd gewesen. Die Glaubenswahrheiten seien aber noch immer berechtigt und zeitgemäß. Es gehe darum, dass Gott die Schöpfung von Anfang an in Vielfalt gewollt habe und der Mensch als Gottes Ebenbild habe eine besondere Verantwortung, die Schöpfung zu bewahren.

Hier kam der Heilige Hubertus ins Spiel, der in der Erscheinung eines Hirsches mit Kreuz zwischen den Geweihstangen erkannt habe, dass es eine rote Linie gibt, die der Mensch nicht überschreiten darf. Das zeige sich nicht nur bei der Jagd, sondern etwa auch beim Klimawandel oder bei unwürdiger Tierhaltung. Von der weidgerechten Jagd könne der Mensch vielmehr Verantwortung lernen. Pfarrerin Stöppler sprach ebenfalls mahnende Worte im Umgang mit der Schöpfung, forderte dazu auf das Gleichgewicht zu bewahren, und schloss dies alles in ihrem Gebet mit ein.

Der Parforcehorncorps, zu dem ein Mitglied auch eine Fürbitte für das Wild aussprach, trug zahlreiche Stücke zur Messe bei, darunter »Kyrie eleison«, »Gloria«, »Choral« und »Sanctus«. Abschließend ließ man für die Besucher noch einmal vor der Kirche die Hörner erklingen. Die Spenden gehen an die Laubacher Kirchengemeinde.

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